Wandern in Swellendam – Marloth Naturschutzgebiet & Bontebok Nationalpark

Von Kapstadt aus erreicht man mit dem Auto nach 220 km das idyllische Städtchen Swellendam. Die kleine Gemeinde befindet sich genau auf halber Strecke zur Garden Route in der südafrikanischen Provinz „Westkap“ im Distrikt Overberg.

Für Wanderfreunde gibt es hier einiges zu erkunden. Zwei faszinierende Wandergebiete befinden sich genau gegenübergelegen jeweils am Ortseingang und Ortsausgang von Swellendam. Schon von weitem erkennt man deutlich die langgezogene Bergkette der „Langeberge“ (afrikaans: der lange Berg). Einige der höchsten Gipfel des Gebirges befinden sich im Norden von Swellendam. Der höchste Punkt ist mit seinen 1710m der „Misty Point“. Anhand seiner sieben Gipfeln der sogenannten Clock Peaks kann je nach dem Stand der Sonne, die Zeit ermittelt werden, so besagt es eine alte Überlieferung.

Marloth Naturreservat – Bontebok Nationalpark am Fuss der Langeberge

Marloth Naturschutzgebiet

Am Fusse der markanten Langeberge befindet sich der Eingang zum „Marloth Naturschutzgebiet“. Es ist nach dem südafrikanischen Botaniker Rudolf Marloth benannt. Das Wandergebiet erstreckt sich über eine Fläche von über 14000 ha und breitet sich zwischen den Städtchen Swellendam, Ashton, Suurbraak und Barrydale aus.

1928 offiziell als Naturschutzgebiet gegründet wird es heute von der Cape Natur Naturschutzbehörde verwaltet. Die Tatsache das dieser Gebirgstrakt nach einem bekannten Botaniker benannt wurde, sagt viel über die florale Vielfalt aus und ist im gesamten Westkap unübertroffen.

Das Marloth Naturschutzgebiet ist der Stolz der Swellendamer.

Bevor das Wanderabenteuer beginnt haben wir hier ein paar wertvolle Tipps für Euch zusammengestellt:

  • Wandere niemals allein
  • Sag in deiner Unterkunft Bescheid und hinterlasse deine Telefonnummer
  • Speicher dir Notrufnummern ein und lade Airtime
  • Schau dir die Wettervorhersage genau an
  • Behalte die Uhrzeit gut im Auge
  • Gutes Schuhwerk lohnt sich

Was darf im Rucksack nicht fehlen?

  • Eine übersichtliche Wanderkarte
  • Sonnencreme mit hohem UV-Schutz
  • Kopfbedeckung und Sonnenbrille
  • Wetterfeste Jacke
  • Wasservorrat
  • Biltong (. getrocknetes Rind,- oder Wildfleisch )
  • Rusks (zweimal gebackene Biskuits)
  • Pflaster
  • Fernglas und Fotoapparat

Für eine gute Vorausplanung sollte man wissen, das in dieser Region Südafrikas die Regenfälle regelmäßig über das Jahr hin verteilt sind. Juni / Juli gelten als die trockensten und Oktober / November als die regenreichsten Monate.

Nach einem leichten Frühstück kann es dann losgehen. Hier gilt das Sprichwort „Der frühe Vogel fängt den Wurm“. Einen Sonnenaufgang genießen ist schon ganz etwas Besonderes. Auch wenn sich der Hochnebel auflöst ergeben sich traumhaft schöne Perspektiven für den Wanderer. Der Eingang zum Marloth Naturschutzgebiet befindet sich etwas außerhalb vom Stadtzentrum gegenüber dem Golfclub.

Eingang Marloth Naturreservat

Hier kann man schon auf einzelne Pilzsucher treffen, die auf dem Weg zu ihren wohlbehüteten Steinpilzgebieten sind. Am Besucherzentrum wird man von kompetenten Rangers in Empfang genommen. Aus Sicherheitsgründen werden die Personalien aufgenommen und kurz die Wanderroute besprochen. Man bekommt Wanderkarten und wertvolle Tipps.

Die verschiedenen Tagesrouten sind hier genauestens eingezeichnet mit Kilometer und Zeitangaben. Die Distanzen bewegen sich zwischen 5,5 km ( Marloth Flower Route ) bis hin zum Tienuurkoptrail auf 1195 m mit einer Länge von 11,5 km. Eine spannende Wanderung um den Wamakersbos herum, führt durch einheimische Wälder. Hier wachsen Gelbholz-Bäume, wilde Oliven und Cherrywood. Die Vegetation besteht überwiegend aus Mountain Fynbos. Ebenso kann auch verschiedene Proteenarten (Nationalblume Südafrikas) bewundern.

Vorbei an einem malerisch gelegenen Wasserfall, der zum Verweilen einlädt, hat man die Möglichkeit diverse Vogelarten zu beobachten.

Wasserfall

Von Ornithologen wurden bisher etwa 114 verschiedene Spezies gesichtet wie unter anderem der afrikanische Fischadler, der Waldkauz, der Kap-Geier und diverse Spechtarten.

Spektakulär geht es weiter mit einer Kletterpartie durch die beiden Schluchten Duivelsbos und Koloniesbos.

Koloniesbos

Mit etwas Glück und einem guten Auge kann man einige der heimischen Säugetiere entdecken. Hier zu Hause ist der Pavian, der Mungo, das Stachelschwein und diverse Böcke. Mit viel Glück bekommt man auch einen Leoparden vor die Linse. Auch Reptilienliebhaber kommen hier auf Ihre Kosten. Man trifft auf die Puffotter, die Kap Kobra sowie auf Bergvipern. Entscheidet man sich für die längeren Routen, hinauf in die Höhe, kann man bei wolkenlosem Himmel und schönem Wetter eine wunderbare Aussicht über Swellendam hinweg bis hin zum etwa 70 km entfernten Indischen Ozean genießen.

Duivelsbos

Beim Abstieg am späten Nachmittag lässt man sich von unterschiedlichen Lichtverhältnissen verzaubern. Schon jetzt freut man sich auf ein erfrischendes Bad im Salzwasserpool und auf ein köstliches Abendessen in einem der zahlreichen Restaurants im Städtchen.

Südafrika Reiseangebot

Bontebok Nationalpark

Ein weiterer Geheimtipp in Swellendam ist der Bontebok Nationalpark mit einem großartigen Ausblick auf die Langeberge. Der Park erstreckt sich über eine Fläche von 2800 Hektar. Ursprünglich im Jahre 1931 zum Schutz der letzten 30 freilebenden Buntbock-Antilopen (afrikaans: Bontebok ) gegründet. Die Population hat sich bis heute auf ca.200 Böcke erhöht und ist limitiert, da eine größere Anzahl ökologisch nicht zu vertreten ist.

Buntbock (afrikaans Bontebok)

In den 60er Jahren wurde zusätzlich das äußerst seltene Kap-Bergzebra hier angesiedelt. Dies ist eine Erfolgsgeschichte und seither zählt der Bontebok Nationalpark zu einem der erfolgreichsten Naturschutzprojekte in Südafrika überhaupt.

Als kleinster Nationalpark Südafrikas, hat er einiges für den Wanderer und Naturfreund zu bieten. Die Flora und Fauna mit seiner bunten Tierwelt belohnen einen jeden Besucher. AmParkeingang wird man vom Ranger empfangen und erhält wichtige Informationen aus erster Hand. Als Besonderheit bekommt man eine Auflistung mit Namen und Bildern der wichtigsten Tiere und Pflanzen, die es im Park zu entdecken gibt. Insgesamt 4 Routen mit einer Distanz von 1,6 km bis hin zu 5,4 km sind übersichtlich auf der Karte eingezeichnet.

  • Der 3,5km lange „Aloe Hill Trail“ führt durch eine bunte Vegetation, bestehend aus Fynbos, Proteas und den verschiedenen heimischen Aloes. Auf einer Aussichtsplattform angekommen, kann man einen farbenprächtigen Teppich aus Wildblumen bewundern soweit das Auge reicht. Besonders geeignet für eine solche Beobachtung ist der südafrikanische Frühling. Von hier hat man eine spektakuläre Aussicht über den sich entlang schlängelnden Breede River, welcher zu Zeiten der Ostindien-Company zu einem der wichtigsten Handelswege zwischen Swellendam und Kapstadt zählte. An den Flussufern wachsen Yellowwood, Süßdorn und wilde Olivenbäume.
Breede River
  • Der „Acacia Trail“ mit einer Länge von gerade mal 1,6 km führt etwas hinein ins Parkinnere und bietet ein Eldorado für Ornithologen. Man kann den Sekretärsvogel dabei beobachten wie er durch den Fynbos schlendert und nach Leckerbissen sucht. Bemerkenswerte Vogelarten sind der Blaukranich und der schwarze Korhaan. Über 192 verschiedene Vogelarten wurden bislang im Bontebok Nationalpark gesichtet.
  • Der „Blue Crane Trail“ ist ein 3,2 km langer, abwechslungsreicher Rundwanderweg im östlichen Teil des Naturparks. Er führt zum „Skilpad Dam“, einem großen Wasserloch. Aus nächster Nähe kann man hier neben den Buntböcken, die verschiedenen Antilopenarten, das einzigartige Bergzebra, den scheuen Löffelhund, auch Stachelschweine und Steinböcke beim Trinken beobachten. In den Morgen,- und Abendstunden trifft man hier auch auf den scheuen Erdwolf.
  • Der „Bushbock Trail“ ist ein 5,4km langer, felsiger Wanderweg, der flussaufwärtsentlang des Breederiver verläuft. Weitgehend eben und mit wenig zu überwindenden Höhenunterschieden, ist diese Route zudem sehr familienfreundlich. Besonders an sehr sonnigen und heißen Tagen lässt es sich hier aufgrund der vielen schattigen Plätze, sehr gut aushalten. Das Spiel zwischen Sonne und Schatten spiegelt sich auf dem Fluss besonders schön. Das Konzert der verschiedensten heimischen Froschartenbegleitet einen auf dieser Wanderung. Hin und wieder kann man auch die Afrikanische Schnabelbrustschildkröte auf ihrem Weg zum Flussufer, beobachten. Die Wanderung endet am „Die Stroom“ einer großzügig angelegten Picknickarea direkt am Ufer des Breederivers gelegen.

Dies ist der perfekte Ort um nach einem märchenhaften Wandertag sich bei einem Picknick zu stärken. Es ist ein einzigartiges Schauspiel, am späten Nachmittag zu beobachten, wie sich die untergehende Sonne im Breederiver spiegelt und die Langeberge im Hintergrund in tiefrotes Licht getaucht werden.

Sonnenuntergang

Die Autoren: Beate & Michael, die Gastgeber der Langeberg Guest Lodge in Swellendam

Interview mit Beate und Michael: Warum wir nach Swellendam gezogen sind

Homepage: Langeberg Lodge

Haupthaus & Garten Cottages Langeberg Lodge

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