Südafrika will Bergbauindustrie gängeln

Mine

Bergbau in Südafrika

Eine der wichtigsten Industriezweige Südafrikas ist die Minenindustrie. Der Export von wichtigen Rohstoffen wie Kohle, Gold, Erze wie Chrom, Mangan und Platin sowie Diamanten bilden das Rückgrat der Wirtschaft, obwohl Südafrika seine Wirtschaft seit langem diversifizieren will.

Kohlebergbau ist Rückgrat der Minenindustrie von Südafrika

Schätzungen gehen davon aus, dass in Südafrika noch über 50 Milliarden Tonnen abbaubarer Kohle vorhanden sind. Heute ist das Land schon eines der größten Exporteure von Kohle in der Welt. Der südafrikanische Rohstoff gilt wegen seines niedrigen Schwefel – und Aschegehaltes als Kohle guter Qualität. Für den Heimatmarkt wird vorrangig Kohle niedrigerer Qualität verbraucht, der Rest wird exportiert. Die Energieerzeugung wird zum größten Teil durch Kohleverstromung sichergestellt. Der Stromproduzent Eskom betreibt eine der größten Flotten an Dampfkraftwerken auf der Welt. Aktuell werden mit Medupi und Kusile zwei neue Kraftwerksprojekte mit je 4800 MW errichtet. In den nächsten Jahren wird Südafrika daher immer mehr Kohle für seine heimischen Kraftwerke benötigen.

Rückschläge in der Vergangenheit

Die Streiks in der Bergbauindustrie im vergangenen Jahr haben schlimme Folgen für Südafrika. Sein Ruf als sicherer Wirtschaftsstandort auf dem afrikanischen Kontinent ist gefährdet. Die Bilder von den getöteten Bergarbeitern während eines Streiks in einer Mine gingen um die Welt. Seit den dunklen Tagen der Apartheid gab es nicht mehr so schlimme Nachrichten aus dem Land am Kap. Verschiedene Gewerkschaften trieben Unternehmer durch extreme Lohnforderungen bis zu dreistelligen Prozentbeträgen vor sich her. Die Wettbewerbsfähigkeit und die Wirtschaftlichkeit der Minen waren und sind durch eine geringere Nachfrage auf dem Weltmarkt und damit einhergehenden Preisverfall aber gefährdet. Heute kostet Kohle auf dem Weltmarkt nur noch die Hälfte wie vor einigen Jahren. Der Verfall der südafrikanischen Währung Rand in den letzten 12 Monaten ist eine direkte Folge der verschlechterten Wirtschaftsbedingungen. Aktuell ist die Lage in den Minen wieder etwas ruhiger, eine grundlegende Lösung des Konfliktes, sprich akzeptable Löhne für die Arbeiter bei gleichzeitiger Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit, gibt es aber nicht. Als Folge der gesamten Ereignisse wurden Tausende Arbeiter entlassen und Minen geschlossen.

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Aktivitäten der südafrikanischen Regierung

Ziel der Regierung ist der Aufbau einer stabilen und nachhaltigen Bergbaubranche im Land. Dazu wurden zwischen der Regierung, den Bergbauunternehmen und den meisten Gewerkschaften Rahmenvereinbarungen geschlossen, wie Prozesse optimiert und eine nachhaltige Veränderungen eingeführt werden können. Gewalttätige Ausschreitungen sollen niemals wieder geschehen.

Protektionismus und staatliche Eingriffe im Kohlemarkt

Die Kohlebergbauunternehmen leiden unter dem extremen Preisverfall. Niedrigeren Erlösen stehen höhere Kosten aufgrund Lohnzuwachses, Energiepreiserhöhungen und schwierigeren Abbaubedingungen im Lande gegenüber. Die Aktienkurse sind bei den meisten Unternehmen massiv eingebrochen. Und jetzt kommt der südafrikanische Staat mit quasi sozialistischen Methoden: Laut einem Gesetzentwurf soll Kohle zum „strategisch wichtigen Rohstoff“ erklärt werden. Danach darf die Regierung den Kohleproduzenten vorschreiben, wie viel Kohle zu welchem Preis im Inland abgesetzt werden muß. Auf den Export der Kohle soll ein Exportzoll erhoben werden. Das die Einsetzung solcher Gängelungen mittelfristige negative Folgen für die gesamte Wirtschaft Südafrikas haben wird, bezweifelt kaum ein Wirtschaftsfachmann.

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