Weißer Hai in Südafrika | Gefahr von Haiangriffen?

Weisser Hai

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Immer mal wieder liest man von Haiangriffen in den Gewässern vor Südafrika. Schwimmer kommen uns Lebens oder Surfer werden von den Weißen Haien lebensgefährlich verletzt. In diesem Artikel wird das Thema Weißer Hai und sein Mythos als Menschenkiller behandelt.

Steckbrief zum Weissen Hai

Der Hai lebt in fast allen Meeren der Welt. Das größte Vorkommen an Weißen Haien wird vor den Küsten von Südafrika, Australien und Kalifornien verzeichnet. Mit einer Größe von durchschnittlich 5 Metern zählen die Meeresbewohner zu den größten Haiarten. Weibchen werden deutlich größer als Männchen. Die längsten Weissen Haie werden auf etwa knapp 8 Meter geschätzt. Die Tiere können bis zu 3 Tonnen wiegen. Herausstehendes Merkmal der Weißen Haie ist die dreieckige Rückenflosse, die auf dem Wasser herausragt. Die großen Augen und Kiemenspalten sind auch ein Markenzeichen des Tieres. Weiße Haie halten sich häufig in küstennahen flachen Gewässern und Buchten, Lagunen und Häfen auf. Befinden sich Robbenkolonien in der Nähe, ist immer mit dem Vorhandensein von Weißen Haien zu rechnen. Robben sind eine der Leibspeisen der Jäger, die aber auch Tintenfische, Krebstiere, Thunfische, Seeotter und andere Meeresbewohner fressen. In der Regel treten Weiße Haie alleine oder paarweise auf. Über das Sozialverhalten der Meeresbewohner ist noch nicht sehr viel bekannt.

Weisse Haie vor Südafrika

Vor der Küste Südafrikas treten Weiße Haie in großer Anzahl auf. Insbesondere die False Bay und die Hout Bay vor Kapstadt, Gansbaai etwa 150 km östlich von Kapstadt und die Region um Durban gelten als Haigewässer. In diesen Regionen müssen entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, damit es keine Opfer aufgrund eines Haiangriffes gibt. Dazu zählt in Einzelfällen die Errichtung von Haischutznetzen vor den Badeabschnitten, die die Schwimmer vor dem offenen Meer abschirmen. Üblicherweise beschränkt man sich aber auf die Stationierung von Haibeobachtern, die von erhöhten Punkten die Meeresoberfläche nach Weißen Haien absuchen. Wird ein Tier entdeckt, erfolgt Haialarm und alle Schwimmer und Surfer müssen das Meer sofort verlassen. Dieser Verfahren wird vor dem Kapstädter Badeort Muizenberg in der False Bay angewandt. Aufgrund des Robbenvorkommens in der False Bay – die Säugetiere gelten als Hauptnahrungsquelle für den Weißen Hai – tummeln sich besonders viele der Meeresräuber in diesem Gewässer.

Strand von Muizenberg (Bild: Mark Fuchs)

Strand von Muizenberg (Bild: Mark Fuchs)

Haiattacken auf Schwimmer und Surfer

Seit dem Film „Der Weiße Hai“ verbinden die Menschen mit dem Weißen Hai ein mordlüsternes Ungeheuer, das arglose Schwimmer grundlos angreift und tötet. Auch die sensationshungrigen Nachrichten tragen nicht gerade dazu bei, dieses Bild zu korrigieren. In der Realität kommt es weltweit jedes Jahr nur zu äußerst wenigen Haiangriffen, die mit weniger als 20 Angriffen angegeben werden, 50% davon enden tötlich. Allein in Deutschland sterben jährlich etwa die gleiche Anzahl an Menschen an Bienen- oder Wespenstichen…!

Bei einem Großteil der Haiangriffe handelt es sich jedoch um Missverständnisse, da die Weissen Haie die Schwimmer bzw. Surfer für Robben oder andere Seebewohner halten. In der Nähe von Duiker Island in der Hout Bay und Seal Island in der False Bay ist ein besonders großes Robbenvorkommen.

Shark-Spotter entlang der False Bay in Kapstadt

Auch in Kapstadt kam es schon zu fatalen Haiangriffen. Dabei wurden Schwimmer oder Surfer attackiert und schwer verletzt, der Verlust von Gliedmaßen beklagt. Es gab Tote. Diese schrecklichen Vorfälle schaden Kapstadt beträchtlich beim Ausbau der Tourismusindustrie und reduzieren natürlich die Lebensqualität der Einheimischen, die an den wunderschönen Stränden wohnen und im Meer surfen bzw. schwimmen wollen. Aufgrund dessen reagierte die Stadt und einzelne Betroffene.

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Der Aufbau eines Hai – Warnsystems an der False Bay

Neben der Errichtung von Hainetzen ist die lückenlose Beobachtung betroffener Gewässer die sinnvollste Variante der Verhinderung von Haiattacken. Wird ein Weißer Hai gesichtet, werden die Leute im Wasser umgehend gewarnt und zum Verlassen des Meeres aufgefordert. Dieses System wurde in Kapstadt installiert. Die beliebtesten Strände Kapstadts der False Bay werden seitdem von Shark-Spottern überwacht.

Weisser Hai

In den meisten Fällen postiert sich ein Beobachter auf den angrenzenden Bergen und beobachtet stundenlang die Wasseroberfläche. Entgegen der landläufigen Meinung schwimmen Weißen Haie aber nicht so nahe an der Wasseroberfläche, dass die Rückenflosse aus dem Wasser herausragt. Die Haifisch-Warner suchen die Wasseroberfläche nach verdächtigen Schatten ab und alarmieren im Falle einer Sichtung. Weitergehende Informationen über die Kapstädter Sharkspotter gibt es auf deren Homepage.

Informations- und Warnsystem an den False Bay Stränden

Mittel Flaggen und Sirenen werden die Schwimmer und Surfer über den aktuellen Gefährdungsgrad durch Weiße Haie informiert. Eine grüne Flagge ist gehisst, wenn das Wasser frei von Haien ist. Schwarze und Rote Fahnen stellen einen Gefährdungsgrad da, bei der Schwarzen Flagge ist die Gefahr gering, bei einer roten Flagge erhöht. Eine gehisste weiße Flagge bedeutet, dass aktuell ein Weißer Hai gesichtet ist.

Die Badenden werden durch Sirenen aufgefordert, umgehend das Wasser zu verlassen. Im Schnitt werden pro Badesaison an allen Kapstädter Stränden etwa 100 Haie gesichtet. Diese Zahl erscheint nicht sehr hoch und lockt in Kombination mit dem Warnsystem zu einem lässigen Umgang der Surfer und Bader mit der reellen Gefahr einer Haiattacke. Ein absoluter Schutz kann jedoch nicht gewährleistet werden, da die Sichtbedingungen der Shark – Spotter von den Bergen nicht immer optimal ist.

Vorfälle mit Weißen Haien in der Vergangenheit in Kapstadt

Fast alle Unfälle entstanden durch Fehlverhalten der Menschen, die trotz aktueller Gefahrenlage sich im Meer aufhielten. Vo1 1,5 Jahren hat es solch ein Haiangriff in Kapstadt sogar in die deutsche Zeitungslandschaft geschafft.

Weisser Hai

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Haitauchen / Cage diving in Südafrika

Haitauchen ist heute eine der beliebtesten touristischen Aktivitäten. Besucher von Kapstadt bevorzugen die Gewässer vor Gansbaai zum Haitauchen, alternativ bietet sich der Ort Mossel Bay an der Garden Route an. Der südafrikanische Winter von Mai bis Oktober ist die beste Reisezeit, um Weisse Haie zu sichten. Diese Tour wird als Halbtagesausflug angeboten und kostet etwa 150 Euro. Von Gansbaai fahren die Teilnehmer mit einem Boot aufs Meer hinaus. Dort wird ein großer Käfig ins Meer gelassen, in den man hineinklettern kann. Die Weißen Haie werden mit Ködern angelockt und schwimmen mit etwas Glück hautnah an den im Meer im Käfig wartenden Tauchern vorbei.

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Freiwilligendienst / Praktikant als Haiforscher

In Gansbaai gibt es die Möglichkeit, mehrere Monate als Haiforscher zu arbeiten. Die örtliche Haiforschungsstation setzt internationale Freiwillige für Beobachtungsaufgaben ein. Die Praktikanten arbeiten eng mit den Wissenschaftlern bei der Erforschung der Verhaltensweisen der Weissen Haie zusammen. Eine deutsche Abiturientin verbrachte 2012 3 Monate auf dieser Forschungsstation und erlebte eine geniale Zeit als Haibeobachterin. Für den Aufenthalt muß ein Unkostenbeitrag gezahlt werden. Der ausführliche Bericht der Abiturientin mit Fotos und Videos findet sich hier.

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