Kapstadt im April & Mai

Der südafrikanische Herbst ist im April und Mai im Lande angekommen. Tagsüber ist es noch schön warm, des Nachts kann es jedoch schon merklich abkühlen. Für uns Europäer sind die Temperaturen und das Klima noch immer sehr angenehm, insbesondere wenn man seinen Schwerpunkt auf Aktivurlaub legt und nur mal ganz kurz zur Mittagszeit zum Sonnenbaden an den Strand gehen will.

Aprilwetter

Es ist bereits Nebensaison, Touristen werden überall günstige Angebote für Unterkünfte und Mietwagen vorfinden. An den Sehenswürdigkeiten gibt es keine Trubel und Menschenmassen mehr.

Wetter & Temperaturen im April & Mai in Kapstadt

Tagsüber steigen die Temperaturen noch auf bis zu 25 Grad, des Nachts wird es jedoch schon kühl. Ohne dünne Jacke kann man dann nicht mehr im Freien sitzen. Regen fällt nur an wenigen Tagen.

Was sollte man im April & Mai tun?

Jetzt ist die beste Zeit für Aktivitäten im Freien. Die Temperaturen sind tagsüber sehr angenehm, um zu wandern und sich Sehenswürdigkeiten anzusehen. Fitte Urlauber sollten sich überlegen, ob sie nicht anstelle der Seilbahn den Aufstieg zu Fuß auf den Tafelberg in Angriff nehmen. In 2 bis maximal 3 Stunden ist man auf dem Plateau angekommen. Alternativ kann man auch auf den kleineren Lions Head klettern. Ein Spaziergang durch die komplette Innenstadt mit Companies Garden, Bo-Kaap und Long Street ist jetzt das reinste Vergnügen. Wenn um die Mittagszeit die Sonne die Temperaturen auf über 25 Grad ansteigen lässt, bietet sich ein kurzer Strandaufenthalt in Clifton oder Camps Bay an. Weitere empfehlenswerte Sehenswürdigkeiten sind die Waterfront (hier ist Einkaufen angesagt), eins der zahlreichen Weingüter und natürlich das Kap der guten Hoffnung.

Ferienzeit in Südafrika

Jetzt ist Nebensaison. An Ostern wird es nochmal voll in den beliebten Touristengegenden, ansonsten wird man vielerorts relativ leere Orte vorfinden.

Festivals im April & Mai in Kapstadt

Einzelne Festivals finden noch statt, wobei das Gros der Veranstaltungen bereits in den vorangegangenen Monaten passierte. Einfach im Hotel oder an der Touristeninfo nachfragen, was es aktuell an Events gibt. Fazit: April & Mai sind zwar noch zum Reisen geeignet, doch die einmalige Kombination in Südafrika aus Sonne, Safari und Sehenswürdigkeiten ist nicht mehr gegeben.

Meine 3 Jahre in Kapstadt

Hallo liebe Capetonians, mein Name ist Maria und ich bin 26 Jahre. Die letzten 3 Jahre habe ich in Kapstadt gelebt und bin vor kurzem aus familiären Gründen wieder zurück nach Deutschland gegangen. Meine Zeit war sehr ereignisreich, abenteuerlich und lehrreich, da ich nicht nur Zeit hatte die Südafrikaner kennen zu lernen und zu analysieren, sondern auch mich selbst.

Arbeitsalltag in südafrikanischen Unternehmen

Als ich im in Kapstadt ankam um meinen Job als Buchhalterin in einem internationalen mittelständigen Unternehmen zu beginnen, wusste ich gar nicht, was mich erwartete. Nach 2 Monaten arbeiten musste ich schon feststellen, dass viele Dinge anders liefen, als bei meinen bisherigen Jobs in Deutschland und dass ich viel Geduld, Ausdauer und Verständnis aufbringen musste (oder besser 3. Gänge zurückschalten, relaxter werden und meine pro-aktive Arbeitseinstellung zurückfahren). Angeforderte Faxe kamen nie an, 50 mal verbunden werden um einen Beleg anzufordern oder 100 mal Leuten etwas erklären zu müssen, um dann festzustellen, dass sie entweder nicht qualifiziert oder autorisiert waren, die mir gestellte Frage zu beantworten. Dies trieb mich in der Anfangszeit echt in den Wahnsinn.

Wer geht eigentlich zum Arbeiten nach Kapstadt ?

Nun gibt es ja 2 Arten von Menschen, die ins Ausland gehen um zu arbeiten, die die sich ausruhen wollen, jeden Abend einen heben gehen und Spaß haben wollen a la Ballermann oder Kapstadt-Liebhaber, die sich ernsthaft beruflich austoben wollen um etwas aufzubauen bzw. etwas zu erreichen (sei es bei einem Sprachkurs, Praktikum, Auslandsstudium oder Job). Bevor man also ans Kap kommt, sollte man sich schon Gedanken machen, was man will und wie man sich einbringen will. Mit der Zeit habe ich mich an die südafrikanische Arbeitsmoral gewöhnt und bin im allgemeinen toleranter und ruhiger geworden. Auch im privaten Bereich kann mich nichts mehr so leicht schocken oder aus der Ruhe bringen. Finanziell lernte ich mit sehr wenig Geld auszukommen, so dass ich nicht in das Schema des typischen Auswanderers gehöre, der verschiedene Reisen und Ausflüge nach Namibia & Co unternehmen konnte. Dafür kenne ich Kapstadt wie meine Westentasche.

Das Privatleben stimmt

Privat habe ich in Kapstadt mein großes Glück gefunden. Bei meinem ersten Aufenthalt lernte ich meinen heutigen Mann kennen. Aus einer langen Freundschaft wurde nach meiner Ankunft eine tolle Beziehung und im September diesen Jahres bekommen mein Mann und ich unseren ersten Nachwuchs. Auch freundschaftlich habe ich viele tolle Menschen aus der ganzen Welt kennen und lieben gelernt. Zu meinen besten Freundinnen zählen heute eine Amerikanerin, eine Koreanerin und natürlich auch meine Ersatzmamas aus dem Kongo und Südafrika muss ich hier nennen. Weit weg von zu Hause habe ich mir ein neues zu Hause mit vielen liebenswerten Menschen aufbauen können, die ich jetzt schon schrecklich vermisse.

Das wahre Kapstadt kennen lernen

Durch meinen Mann, der Kongolese ist, hatte ich die Gelegenheit das vielschichtige Kapstadt besser kennen zulernen. Er zeigte mir die weniger luxuriösen Gegenden und wir besuchten Freunde in Gegenden wie Brooklyn, Bishop Levis, Kensington, Mandalay, Mitchells Plain und Kayelitsha. Für die, die diese Orte noch nicht kennen, dies sind die berühmten Armen- bzw. Dreckviertel von Kapstadt, wo man sich auch tagsüber Gedanken machen muss, ob man sein Ziel lebend erreicht.

Ein ganz besonderer Mensch aus Kapstadt

Einen Besuch in Mandalay verdanke ich es heute, dass ich eine der wunderbarsten Menschen, die ich je getroffen habe, kennen lernen durfte. Ihr Name ist Roseline Swartz und sie engagiert sich seit über 20 Jahren als Kindergartenleiterin, Sozialarbeiterin und Samariter für unterprivilegierte Kinder und Nachbarn aus ihrem Viertel. Als sie mit ihrem Kindergarten in ein anderes Gebäude zog, hatte ich die Möglichkeit ihr, durch einen Spendenaufruf, beim Renovieren des Hauses unter die Arme zu greifen. Eine tolle Zusammenarbeit entwickelte sich und nach einiger Zeit gründeten wir zu dritt unsere eigene Organisation namens „Keep the dream“ um unsere angestrebten sozialen Projekte besser umsetzen zu können. Maria

a) Interview mit Auswanderer Kathi

Hallo, ich bin Kathi. Seit fast einem Jahr lebe ich jetzt in Kapstadt und ich muss sagen: ich verliebe mich jeden Tag aufs Neue in die Mother City. Wann mich das Südafrika-Fieber gepackt hat? Das war 2015. Nach dem Bachelor wollte ich einfach mal raus und habe mit der Organisation initiAID drei Monate Freiwilligenarbeit im Township Vrygrond bei Muizenberg geleistet. Und danach war es um mich geschehen: Ich wollte zurück. 2016 habe ich dann meine Koffer gepackt und bin ohne Rückflugticket in die Mother City gezogen.
Kathi in Boulders Beach (kathi-daniela.com)
  1. Wie hast du einen Job bekommen?
Das ging überraschend einfach. Ich weiß, es heißt ja generell, dass es so gut wie unmöglich ist, einen Job in Südafrika zu ergattern, aber über AKA Recruitment ging es ziemlich flott. Natürlich sind das keine Traumjobs, zur Auswahl stehen die Callcenter bei Lufthansa und Amazon oder ein Job als Client Liaison Agent bei Pixelfaerie. Für den habe ich mich dann schlussendlich entschieden, da ich keinen Bock auf reine Callcenter-Arbeit hatte. Pixelfaerie ist eine Firma, die Desktop Publishing betreibt, also PowerPoint-Präsentationen und andere Aufgaben im Graphic Design für große Unternehmen durchführt. Wirklich gefallen hat es mir dort aber nicht und inzwischen arbeite ich bei MSS Kapstadt, einer kleinen Sprachagentur, die ihren Sitz auch direkt hier in Kapstadt hat. Das Team ist super und ich fühle mich hier als Projektmanager endlich angekommen!
  1. Wie ist die Visumsbeantragung verlaufen?
Auch die Visumsbeantragung ging relativ einfach… na ja, relativ. Ich musste schon einen wirklich langen Atem mitbringen, denn schnell geht in Südafrika nun mal nichts. Pixelfaerie hat mich bei der Beantragung des Visums unterstützt, gemeinsam mit einer Immigrations-Agentur. Alles ist schrecklich schleppend gelaufen, ich habe ewig auf Dokumente gewartet und schlussendlich konnte ich nach einem halben Jahr mein Visum in den Händen halten. Jedem sollte bewusst sein, dass Zeit und Kosten auf ihn zukommen. Für die Beglaubigung aller Dokumente, Passbilder, Röntgenaufnahmen etc. habe ich rund 400 Euro ausgegeben. Schon alleine das Visum kostet dabei 280 Euro. Die Kosten für das Critical Skills Visum, mit dem man ja offiziell Arbeitgeber wechseln darf und das deshalb sehr begehrt ist, musste ich Pixelfaerie übrigens zurückerstatten, als ich gekündigt habe. Insgesamt kostet ein Visum über eine Agentur rund 10.000 ZAR, ich habe knapp die Hälfte „abgearbeitet“, bevor ich von der Firma weg bin.
  1. Wie hast du eine Wohnung in Kapstadt gefunden?
Auch da hatte ich am Anfang großes Glück. Ich habe auf Gumtree und über diverse Facebook-Gruppen (sehr gut: Huis Huis) nach Wohnungen gesucht und dann auch schnell ein Zimmer in Vredehoek gefunden. Zack, Skypegespräch mit dem Vermieter vereinbart, Zusage, Kaution überwiesen und los. Die Wohnung war super schön, mit meinem Vermieter bin ich leider gar nicht gut zurecht gekommen und so ging nach 4 Monaten wieder die Suche los. Eine Wohnung in Kapstadt zu finden, ist ein Krampf und alles, was ich raten kann ist: Habt Geduld, die richtige Wohnung kommt noch. Und seid schnell: Wer die geforderten Dokumente nach der Besichtigung gleich abschickt und auch mit der Kaution nicht lange wartet (vorausgesetzt, ihr seid sicher, es ist kein Betrug), der hat gute Chancen auf einen Zuschlag. Meine neue, tolle Wohnung in Bo-Kaap konnte ich nur ergattern, weil ich eine halbe Stunde nach der Besichtigung schon eine Ausweiskopie, einen dreimonatigen Kontoauszug und das Infoblatt des Vermieters ausgefüllt zurückgeschickt hatte.
  1. Wie bist du an ein Auto gekommen?
Da ich ja vorhatte, nur so ein oder zwei Jahre zu bleiben, wollte ich eigentlich kein Auto kaufen. Gebrauchtwagen sind nämlich relativ teuer. Noch von meinem ersten Aufenthalt 2015 hatte ich ein Long Term Rental meines Vertrauens. Eine kleine private Autovermietung aus Blouberg. Dort habe ich dann auch ein Auto für ein ganzes Jahr gemietet. 2.000 ZAR zahle ich pro Monat, was wirklich ein sehr guter Preis ist, dafür, dass der Vermieter Reparaturen am Auto selbst durchführt und das Auto selbstverständlich versichert ist, ohne, dass mir dafür noch Kosten entstehen. Aber über kurz oder lang macht es natürlich Sinn, ein eigenes Auto zu kaufen.
  1. Welchen Stadtteil kannst du empfehlen?
Ich liebe Bo-Kaap über alles und bin super glücklich, dass ich dort mit meinem Freund zusammen eine Wohnung ergattern konnte! Das Viertel ist nah an der Innenstadt, ich kann in 20 Minuten zur Arbeit laufen und es ist sehr ruhig, obwohl es so zentral ist. Auch unsere Miete ist für Kapstadt ziemlich günstig, mit 8.500 ZAR für zwei Zimmer. Auf der anderen Seite gibt es direkt in Bo-Kaap keinen Supermarkt und wir müssen zum Einkaufen an die Waterfront fahren, was manchmal etwas nervt. Freunde von mir leben in Tamboerskloof und Vredehoek, das sind auch beides wirklich schöne, ruhige und sichere Stadtteile in Kapstadt. Es gibt dort viele Bars, Restaurants und auch Einkaufsmöglichkeiten. Die Kloof Street ist nie weit. Meistens lebt man dort in einem Komplex aus mehreren Wohnungen. Die Mieten in den beiden Stadtteilen sind allerdings schon etwas teurer. 6.000 ZAR hatte ich in Vredehoek für ein Zimmer bezahlt.
  1. Was gefällt dir an Kapstadt so gut?
Tja, womit soll ich anfangen. Ich könnte erstmal das offensichtliche aufzählen: 3.700 Sonnenstunden im Jahr, die Nähe zum Meer und die tollen, entspannten Menschen. Das Lebensgefühl in Kapstadt ist einfach ein ganz anderes. Ich mag diese Kleinigkeiten, die das Leben so schön machen hier: First Thursdays, die kitschigen Sonnenuntergänge, Joggen an der Promenade in Sea Point, den guten Wein, die Wochenendemärkte, die Rooftop-Bars, die tollen Ausblicke, die Pop-up Clubs, die Vielfältigkeit… ich könnte noch tausend Dinge aufzählen, aber am meisten gefällt mir glaube ich, dass es in Kapstadt immer etwas Neues zu entdecken gibt und niemals langweilig wird.
  1. Was magst du an Kapstadt nicht so gern?
Dass gutes Brot so schwer zu finden ist. Oh ja, das klingt trivial, aber ich vermisse ein gutes Schwarzbrot mit Butter! Davon abgesehen muss jedem bewusst sein, dass die sozialen Unterschiede in Kapstadt riesig sind! Und mit riesig meine ich, dass Leute vor meiner Nase abgebissene Cheeseburger aus dem Mülleimer fischen. Das kann manchmal schon sehr hart sein und ich glaube nicht, dass ich mich jemals daran gewöhnen werde. Genauso schwierig ist es übrigens, sich daran zu gewöhnen, dass man sich in Kapstadt nicht so frei bewegen kann, wie ich es aus Deutschland kenne. Wenn es dunkel ist mal schnell noch 10 Minuten zum Supermarkt laufen? Ist nicht drin. Überhaupt nachts alleine herumzulaufen ist nicht unbedingt empfehlenswert. Außer dem MyCiti-Bus gibt es nicht besonders viele Möglichkeiten für öffentliche Verkehrsmittel. Das heißt ihr braucht ein eigenes Auto oder müsst Uber verwenden. Das ist etwas, was mir immer noch schwer fällt, als leidenschaftlicher Radfahrer und Spaziergänger.
  1. Wie hast du neue Freunde gefunden?
Ich hatte das große Glück dass ich schon ein paar Leute von meinem ersten Aufenthalt kannte. Die anderen Freunde, die ich jetzt habe, habe ich über Couchsurfing kennen gelernt. Couchsurfing ist hier in Kapstadt eine wirklich sehr aktive Community, in der es sich nicht nur um Übernachtungen geht. Wir treffen uns regelmäßig zu Aktivitäten und sind auf Facebook und Whatsapp in Kontakt. Dadurch habe ich nicht nur viele Reisende, sondern auch jede Menge Locals kennen gelernt – und außerdem auch meinen Freund getroffen.
  1. Resumé nach einem Jahr: würdest du es wieder tun?
Ich würde es auf jeden Fall immer wieder tun! Das eine Jahr hat mir unglaublich viel über mich selbst und andere Menschen beigebracht. Ich habe bemerkt, wie wenig ich eigentlich über die Welt weiß. Hier in Kapstadt habe ich Menschen unterschiedlichster Kulturen und Nationalitäten getroffen und über unsere Unterschiede und Gemeinsamkeiten gelernt. Spoiler: Es gibt mehr Gemeinsamkeiten, egal, woher jemand kommt. Mein Englisch ist viel besser geworden – obwohl ich auf der Arbeit Deutsch spreche. Das ist natürlich auch ein sehr angenehmer Nebeneffekt. Sich in zwei Sprachen komplett sicher und fließend zu fühlen, ist schon ein tolles Gefühl. Außerdem habe ich neue Menschen kennen gelernt, die zu einer Familie für mich geworden sind und bemerkt: Man kann sich überall wohlfühlen, wenn man mit der richtigen Gesellschaft umgeben ist. Ich würde also auf jeden Fall wieder nach Kapstadt ziehen, es war eines der besten Jahre, die ich jemals hatte! Kathi schreibt über ihre Kapstadterlebnisse auf ihren Blog http://kathi-daniela.com/

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