Kapstadt im Dezember & Januar

Die Jahreswende mit den angrenzenden Monaten Dezember und Januar sind aus Wettersicht perfekte Reisezeiten. Während in Europa der Winter vorherrscht, scheint jetzt in Kapstadt in Sonne. Einziges Manko an diesem Zeitraum ist die südafrikanische Feriensaison, die insbesondere Kapstadt hohe Preise, ausgebuchte Hotelzimmer und überall lange Warteschlangen beschert.
Dezember & Januar am Strand

Dezember & Januar am Strand

Wetter & Temperaturen im Dezember & Januar in Kapstadt

Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius können um die Jahreswende vorkommen, im Durchschnitt sind es jedoch 25 Grad. Die Sonne scheint meistens. In der Nacht fallen die Temperaturen selten unter 20 Grad. An weniger als 5 Tagen regnet es und dann meistens auch nur kurz. Aufgrund der Lage am Meer herrscht immer eine frische Brise vor, die den Aufenthalt im Freien auch bei sommerlichen Temperaturen angenehm erscheinen lässt.

Was sollte man im Dezember & Januar tun?

Die Besichtigung der wichtigsten Sehenswürdigkeiten steht jetzt praktisch auf jeder Besucherliste. Zu den Topzielen gehören der Ausflug zum Kap der guten Hoffnung, der Aufstieg auf den Tafelberg und ein Besuch auf Robben Island. Als Ausgleich zu den Ausflügen gehört eine Auszeit an einen der zahlreichen Strände in Kapstadt. Hier sind die Strände in Camps Bay und Clifton besonders beliebt. Badende sollte aber vor dem eiskalten Wasser nicht überrascht sein, selbst im Hochsommer übersteigt die Wassertemperatur selten 15 Grad. Falls es dann doch etwas zu heiß ist, bietet sich eine Pause im Schatten des Companies Garden an. Alternativ kann man auch einen Kurzbesuch in einen der Museen einlegen, um etwas Abkühlung zu bekommen. Am Abend sitzt man dann in einem der zahlreichen Restaurants im Außenbereich und genießt den Sommer. Besonders beliebt ist hier die Waterfront, wo außerdem noch diverse Unterhaltung angeboten wird.

Ferienzeit in Südafrika

Von Anfang Dezember bis Mitte Januar (etwa 6 Wochen lang) sind in Südafrika Sommerferien. Dann reisen alle Einheimischen, die es sich leisten können, in die Küstenregionen, also nach Kapstadt, die Garden Route oder KwaZulu Natal. Es ist daher wichtig, in diesem Zeitraum Mietwagen und Unterkunft zeitig genug zu buchen.

Festivals im Dezember & Januar in Kapstadt

Jetzt finden überall in Kapstadt und im Lande Festivals statt. Praktisch auf jedem Weingut gibt es nun Veranstaltungen, wo neben der reinen Weinverkostung noch Unterhaltung angeboten wird. Im Stadtteil Observatory wird alljährlich das berühmte Obs Art Festival ausgeführt. In der 1. Januarwoche feiern die Coloureds mit ihren Straßenumzug, den man sich unbedingt ansehen sollte. Und jeden Sonntag gibt es im Botanischen Garten von Kirstenbosch ein wirklich empfehlenswertes Konzert im Freien. Silvester wird entweder in einem der Bars oder Clubs, zum Beispiel auf der Long Street gefeiert. Ausserdem werden diverse Musikfestivals abgehalten. Fazit: Bestes Wetter, ein umfangreiches Angebot, aber leider absolute Hochsaison im Dezember und Januar mit allen damit verbundenen Nachteilen Die Meinung unserer Facebookleser zur Reise im Januar
………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………… Und hierzu noch ein passender Artikel für den Dezember. Wir veröffentlichen ihn auf dieser Seite mit, da er ansonsten nicht mehr gefunden wird. Ursprünglich war dies ein mehr persönlich geführter Blog, wo wir über unsere Zeit in Kapstadt berichtetet. …………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………..

Mein erstes Weihnachten in Kapstadt

Ich kann mich an die Berichte ueber das naechtliche Kapstadt im deutschen Fernsehen erinnern, wie gefaehrlich Fahren in der Nacht sei. Heute ist es fuer nichts Besonderes mehr. Unterwegs bin ich einmal verkehrt abgebogen und auf der falschen Stadtautobahn gelandet, da ich aber die ungefaehre Richtung kannte, kostete es mich nur einige Kilometer Umweg. In Goodwood selber begann dann jedoch das Drama. Ich hatte mir ein Gebaeude gemerkt, wo ich abbiegen musste, konnte es aber trotz mehrmaligen Befahren der Hauptstrasse nicht entdecken. Passanten konnte ich nicht fragen, da es um diese Zeit keine mehr gab. So fuhr ich einige Kilometer, bis ich eine Tankstelle fand. Dort stand eine Polizeistreife, die sich erstmal ueber mich lustig machte. Ich sagte, dass ich die Holland Street suchte und der Polizist grinste nur und fragte, ob ich denn ein Hollaender waere. Dann setzten sie sich jedoch in ihren Wagen und fuhren voraus zum Haus. Vor dem Haus warteten sie, bis ich sicher hinter dem Eingang verschwand. Echt freundliche Kapstaedter Polizisten am Ende.

Heiligabend in Kapstadt – Weihnachten

Bisher verbrachte ich immer meinen Urlaub in Kapstadt im Februar. Umso mehr freute ich mich dieses Jahr darauf, das erste Mal ein südafrikanisches Weihnachtsfest zu erleben. Richtig vorstellen konnte ich es mir nicht. Ich war zwar schon einmal Weihnachten in Suedafrika, verbrachte aber damals in einem Backpacker in der Transkei, ohne irgendwelchen weihnachtlichen Schnickschnack. Und hier in Kapstadt gab es diverse Ueberraschungen…..
Weihnachten in Südafrika (Rusty Clark / Steve Jurvetson (CC BY 2.0))

Weihnachten in Südafrika (Rusty Clark / Steve Jurvetson (CC BY 2.0))

Vortag vor Heiligabend in Kapstadt

Wie bereits erwaehnt, besitzt Mark jetzt eine Bar im Kapstaedter Stadtteil Sea Point. Den Sonntagabend verbrachte ich dort mit einigen Gaesten. Am Morgen dieses Tages sagte mir Mark, dass ich ab heute einen eigenen Wagen zur Verfuegung habe. Das Auto stand in Sea Point, geschlafen habe ich aber im 10 Kilometer entfernten Stadtteil Goodwood. Ich bin zwar schon oft in Goodwood gewesen, es ist aber trotzdem ein Unterschied, ob man selbst faehrt oder nur Beifahrer ist. Jedenfalls bin ich dann gegen Mitternacht gestartet, mit einer ungefaehren Idee, wo das Haus ist. Heiligabend feiert man in Suedafrika nicht. Eigentlich ist es ein ganz normaler Tag. Am fruehen Nachmittag machte ich mich mit Liza auf den Weg, um die Weihnachtseinkaeufe zu erledigen. Neben Lebensmitteln benoetigte ich 4 Geschenke fuer die Kids. Nach 5 Stunden und ewigen Anstehen hatten wir alles erledigt. Stress wie Zuhause in Deutschland. Gegen 20 Uhr waren wir zurueck. Eigentlich wollte die ganze Grossfamilie abends zusammenkommen, wie so oft wurde der Plan aber geaendert. Wir beschlossen dann, am Heiligabend Plaetzchen zu backen. Das letzte Mal hatte ich das vor 20 Jahren gemacht, in Kombination mit unbekannten Rezepten und fehlenden Zutaten eine Herausforderung.
Weihnachten in Kapstadt

Weihnachten in Kapstadt

Gegen 22 Uhr waren wir fertig und goennten uns als Weihnachtsmal einen selbstgemachten Hamburger. So, dass war jetzt mein erster 24. Dezember in Kapstadt, dachte ich mir. Ich schnappte mir noch einen Drink und machte es mir vor dem Fernseher bequem. Kurz vor 24 Uhr klingelte es. Marks Schwester und ihre Familie mit 3 Kindern stand vor der Tuer. Sie waren vollbepackt mit Tueten, die sich als Geschenke erwiesen. Alles wurde unter dem weissen Weihnachtsbaum verstaut (einen gruenen gab es nicht) und man erwartete Mitternacht. Punkt 12 Uhr beglueckwuenschten wir uns alle mit “Merry Christhmas” und die 3 Kleinen stuerzten sich auf die Geschenke. Jedes Paket wurde in Bruchteilen von Sekunden aufgerissen. Nach 10 Minuten war alles voller Papier und etwa 20 Pakete geoeffnet. Gegen 0.30 Uhr verabschiedeten sich unsere Besucher und der Heilagabend in Kapstadt war definitiv zu Ende.

Weihnachtstag (25. Dezember)

Der 25. Dezember ist der suedafrikanische Weihnachtstag. Wie in vielen Familien begann er mit einem Kirchenbesuch. Wir besuchten eine Freie Kirche, die “Life Church” in Kapstadts Stadtteil Sea Point. Das Gebaeude entspricht nicht einer typischen Kirche, eigentlich kann man es als normale Stadthalle bezeichnen. Der Gottesdienst fand dort im grossen Zuschauersaal statt. Erste Ueberaschung fuer mich war die Kinderbetreuung. Es gab mehrere Raeume, wo die Kinder gemaess ihrem Alter betreut wurden. Sowas hatte ich noch nie vorher erlebt. Die Besucher waren alle festlich gekleidet, jedoch eher in formeller Partykleidung. Auf dem Podium stand eine Band, es gab einen riesigen Bildschirm und im Saal waren mehrere TV-Kameras aufgebaut, genauso wie bei Fernsehshows. Nachdem die Band einige Lieder gespielt hatte, wurden diverse Filme eingespielt. Zuerst praesentierte man die Angebote der Kirche (Kinderbetreuung, Obdachlosenbetreuung etc.), dann erfolgte ein Film ueber ein Kinderprojekt in Mosambik mit anschliessenden Spendenaufruf. Der Priester, ganz leger in Jeans und mit Headset, hielt eine echt gute Rede. Dann erfolgte ein weiterer selbstgedrehter Einspielfilm ueber menschliches Verhalten, was der Priester dann entsprechend kommentierte. Zu guter Letzt sang man noch einige Lieder zusammen, die Texte wurden ganz modern auf die Leinwand projiziert. Immer mal wieder erschien auch die Nachricht, dass die Eltern von Kind ABC bitte schnell mal nach unten zur Kinderbetreuung kommen sollten. Fuer einen Atheisten wie mich war der gesamte Gottesdienst ein besonderes Erlebnis. Die Kombination aus eingesetzter moderner Technik, ungewoehnlicher Umgebung,Einspielfilmen, Popmusik und mitreisender Rede des Priesters lies mich verstehen, warum der Gottesdienst in Afrika solch eine Bedeutung fuer die Menschen hat. Es glich einer Unterhaltungsshow mit Ratschlaegen zur Bewaeltigung des Alltages. Nach dem Gottedienst kam jedoch der wichtigste Teil des Weihnachtsfestes, das Essen. Wir erwarteten 15 Personen und alle brachten etwas mit.
Weihnachtsfestmahl

Weihnachtsfestmahl

Auf dem Tisch tuermten sich dann 4 verschiedene Fleischsorten, diverste Gemuesebeilagen und Salate. Ausserdem gab es Desserts und entsprechende Getraenke. Soviel wie an diesem Nachmittag hatte ich lange nicht mehr gegessen. Den restlichen Nachmittag verbrachten wir am Swimmingpool. Es ist zwar irgendwie komisch, den Weihnachtstag bei 30 Grad Hitze zu feiern, aber am Ende sollte man es mal erlebt haben. Sobald die Sonne jedoch untergeht, kann es in Kapstadt ganz schoen frisch werden, wenn der Wind etwas blaest. Ab 20 Uhr war dann mein erstes Kapstaedter Weihnachten endgueltig vorbei, als unsere Gaeste nach Hause fuhren.

Boxing Day (26. Dezember)

Boxing Day ist in Suedafrika kein richtiger Weihnachtsfeiertag mehr. Viele haben zwar arbeitsfrei, nutzen den Tag aber zum Relaxen. Wir machten den zweiten Weihnachtstag zum Entertainmenttag. Zuerst schauten wir uns ein Kindermaerchen an, spaeter den neuesten James Bond Film “Skyfall”. Der Eintritt fuer das Kino belief sich auf 30 Rand pro Person und Film. Am Abend schauten wir uns noch eine Show eines suedafrikanischen Comedystars an. Seine Show bewies, das Suedafrika am Ende doch modern und rechtsstaatlich ist. Wie der Comedian ueber den aktuellen Praesidenten, Korruption, Rassismus und andere aktuelle Ereignisse herzog, war schon bemerkenswert. Selbst in Deutschland wuerde wahrscheinlich nicht alles unter dem Schlagwort Meinungsfreiheit abgedeckt werden. Aber Suedafrika hat nicht umsonst die modernste Verfassung der Welt, das Beste aus England, USA, Frankreich und Deutschland. Und so endete mein erstes Weihnachten in Kapstadt. Es war anders, aber trotzdem schoen.

Einmal um die Welt mit Stop in Südafrika

Ein Interview mit Bolle und Marc, die im Moment auf Weltreise sind.

Stellt Euch bitte vor

Wer wir sind? Wir sind zwei Weltenbummler, die verrückt nach dem Leben sind und ihr Herz am rechten Fleck tragen. Im September 2015 haben wir den Entschluss gefasst, endlich in ein neues Leben zu starten. Wir wollten nicht mehr länger nur für andere arbeiten. Endlich wollten wir es selbst anpacken, unser Leben selbst gestalten und mit eigenen Inhalten füllen. Schnell hatten wir begriffen, dass das Leben doch so viel mehr zu bieten hat, als 40 Stunden die Woche oder mehr im Büro zu sitzen.
Bolle und Marco in Mauritius
Bolle und Marco in Mauritius

Erzählt mal, wie der Entschluss zur Weltreise bei Euch gereift ist.

Im Februar 2015 lernten wir uns über eine Dating App kennen, trafen uns ein paar Mal und verliebten uns. Klingt nach einem kitschigen Film, aber genau so war es. Irgendwann erfuhr ich von Marcos Plänen. Er hatte bereits Wohnung und Job gekündigt um die Welt zu bereisen. Da musste ich erstmal schlucken. Ich wollte nicht, dass alles schon wieder zu Ende war, bevor es richtig beginnen konnte. Doch schnell steckte er mich mit seinem Optimismus und seiner Abenteuerlust an. Nun hatte ich die Wahl: mitgehen oder Zuhause bleiben. Aber was hatte ich schon zu verlieren? Was hatten WIR zu verlieren? Nichts außer Zeit! Und so stürzten wir uns schon 8 Monate später ins Ungewisse, in unser persönlich größtes Abenteuer.

Wie waren die Reaktionen der Familie und Freunde auf Euren Plan?

Unsere Familien haben uns von Anfang an unterstützt. Natürlich ist es besonders für eine Mutter sehr schwer, Ihr Kind gehen zu lassen. Alle wussten aber, dass es genau das Richtige für uns ist. Daher waren Reaktionen wie: „Es war ja klar, dass du es irgendwann mal machen wirst!“ oder „Das passt zu Euch! Ihr macht das richtig!“ nur eine Bestätigung für uns. Und auch knapp 550 Tage nach dem Start stehen alle hinter unseren Plänen und unterstützen uns, wo sie nur können. Wir telefonieren viel, machen Live-Chats und können uns dank der heutigen Technik immer sehen – egal wo wir sind. Das macht vieles wesentlich einfacher.

Was waren die größten Hindernisse?

Das größte Hindernis ist man meist selbst. Der Entschluss und den Mut aufzubringen, ist die größte Hürde. Danach ist alles verhältnismäßig einfach. Anfangs erscheint alles wie ein riesiger Berg voll Arbeit. Man weiß gar nicht wo man anfangen soll. Auch wird es nicht einfacher, wenn man z.b. nach dem Gespräch mit drei Mitarbeitern der Agentur für Arbeit insgesamt vier verschiedene Angaben bekommt. Aber mit der Zeit bekommt man alles recht gut gemeistert. Da wir beide aber komplett überzeugt von unserem Vorhaben waren, haben wir alle Dinge mit sehr viel Power und Freude erledigt. Das Schlimmste war der Abschied von allen. Das schmerzt schon sehr. Als wir aber das erste Land betraten, war all der Kummer weg. Dort merkten wir: „Okay – jetzt gehts los! Liebes Leben – da sind wir. Und wir sind sowas von bereit!“

Wie plant man solch eine Reise?

Wir haben viel im Netz recherchiert und zu anderen Weltenbummlern Kontakt gesucht. Sei es in Facebook Gruppen, über Facebook oder andere Foren. Im Netz findet man ja alles, was man wissen muss. Nun mussten wir uns mit Themen auseinandersetzen wie Krankenversicherung, Jobs, Kündigung der Wohnung, Visa, Impfungen und und und. Wir haben uns eine To-Do-Liste angelegt, welche mit der Zeit immer länger wurde. Dennoch erledigten wir alles rechtzeitig. Was wir nicht geplant haben war eine Reiseroute. Einfach One-Way Ticket buchen, das erste Hotel und schauen, wo es einem gefällt. Im Nachhinein lachen wir oft über die Planungsphase, da sie am Ende viel einfacher war, als wir es anfangs gedacht hatten.

Wie habt Ihr die Finanzierung gestemmt?

Wir haben direkt nach unserem Entschluss damit begonnen, eisern zu sparen. So ganz ohne Geld sollte man so ein Abenteuer natürlich nicht wagen. Wir haben das Auto verkauft, Möbel verkauft, die letzten Fotojobs angenommen, Minijobs gemacht und versucht, so viel wie nur möglich von unseren Gehältern zu sparen. Auch ist es wichtig, Ausgaben zu hinterfragen und entsprechend zu vermeiden. Also keine Shopping-Touren mehr, keine Parties, selbst kochen statt Essen zu gehen usw. So kamen nach 6 Monaten knapp 12.000€ zusammen. Damit kommt man in (Südost-) Asien mindestens ein Jahr lang gut über die Runden. So hatten wir auch genügend Zeit, um neue und eigene Projekte anzugehen und Einnahmequellen zu erschließen. Vor Beginn der Reise starteten wir unseren eigenen Reiseblog. Natürlich sollten Freunde und Familie stets auf dem Laufenden gehalten werden. Relativ schnell entwickelte sich der Blog in eine andere Richtung, wir bekamen viel Aufmerksamkeit von fremden Leuten, immer mehr Leser verirrten sich auf unsere Seite. Mit der Zeit wurde unser persönliches „Tagebuch“ zu unserem kleinen „Business“ mit dem wir anfangs ein kleines Taschengeld dazu verdienten. Nebenbei arbeiten wir zudem für andere Firmen als Freelancer, schreiben Texte und kümmern uns um eigene Projekte. Mittlerweile hat auch der Blog eine Größe erreicht, mit der wir nun auch für Firmen interessant werden. Was auch wieder gewisse Möglichkeiten mit sich bringt. Nach fast 2 Jahren nehmen wir nun also konstant Geld mit unserem „kleinen Business“ ein und können so schon einen großen Teil der Ausgaben finanzieren. Und auch unser veröffentlichtes E-Book über Südafrika ist eine weitere Einnahmequelle.

Unter welchen Gesichtspunkten habt Ihr Eure Länder ausgewählt?

Wir sind damals einfach mit einem Oneway-Ticket über Dubai und Sri Lanka nach Bali geflogen. Das war auch schon der „Plan“. Vorab besorgten wir uns ein 2-Monats-Visum, damit wir erst einmal genug Zeit hatten, richtig anzukommen. Spontan entschieden wir dann immer, wie es weiter geht. Mal hat der eine einen Vorschlag, mal der andere. Asien war ein guter Start, da es natürlich vor allem sehr günstig ist, dort zu leben. Man kommt problemlos und sehr einfach in ein nächstes Land. Wichtig war uns nur: Meer, Strand, Internet und gutes Wetter. Und so sind wir die meisten Zeit nach den Klimatabellen der einzelnen Länder gereist. „Gerade ist Regenzeit in Thailand? Na dann fliegen wir erst einmal nach Vietnam.“ Da wir unsere Arbeit online verrichten, sind natürlich komplett abgelegene Orte für uns schwierig zu managen. So haben wir es leider nicht auf die Philippinen geschafft, da man dort auf den Inseln nicht mit stabilem Internet rechnen kann. Aber sowas holen wir dann nach, wenn wir offiziell „Urlaub“ haben und nicht arbeiten müssen.

Warum habt Ihr auch Südafrika ausgewählt?

Ich (Bolle) war bereits 2013 schon einmal in Südafrika und habe dort direkt mein Herz verloren. Nie zuvor hatte ich so ein wunderschönes und vor allem vielseitiges Land gesehen. Ständig schwärmte ich davon, doch leider waren die Flüge von Asien aus einfach zu teuer. Dann flogen wir nach knapp 10 Monaten das erste Mal zurück nach Deutschland, um unsere Familien zu überraschen. Die Hochzeit meiner Schwester stand vor der Tür und dieses Ereignis wollten wir auf keinen Fall verpassen. In solchen Situationen gibt es nichts Wichtigeres, als bei der Familie zu sein. Und das Beste an unserem Deutschland-Urlaub: Wir buchten einen super günstigen Flug (dank Systemfehler der Airline) von Rom nach Johannesburg mit Weiterflug nach Bangkok für nur unglaubliche 280€. Das war perfekt für uns und so zögerten wir keine Minute.

Könnt Ihr kurz den Streckenverlauf vorstellen?

Nach einem schönen Tag in Rom, machten wir uns über Äthiopien auf den Weg nach Johannesburg. Alles was wir vorab gebucht hatten war ein Hostel in Maboneng und ein Mietwagen. Der Rest würde sich schon ergeben – dachten wir uns. Und so fuhren wir anschließend einfach drauf los und ließen uns Treiben. Schon auf den ersten Kilometern verliebten wir uns beide unsterblich in dieses Land. Es ist einfach das „schönste Ende der Welt“. Von Johannesburg aus fuhren wir quer durchs Land bis nach Kapstadt. Ein richtiges Ziel hatten wir so gesehen eigentlich nicht, dennoch wollten wir so viel wie möglich vom Land sehen. Relativ schnell bemerkten wir, dass wir zu wenig Zeit hatten. Und so fuhren wir zu einem Emirates-Büro und verschoben unseren Weiterflug weit nach hinten. Das ist eben das Gute an unserem jetzigen Leben: wir entscheiden stets selbst, wo wir hin wollen und vor allem wann und wie lange. Wir können so lange an einem Ort bleiben, wie wir wollen (es sei denn wir müssen das Land verlassen wegen Visa-Bestimmungen). So fuhren wir also zu den Drakensbergen, weiter Richtung Küste bis nach Kapstadt. Zwischendurch fuhren wir immer mal wieder ins Landesinnere auf die R62, um nicht nur die „Standard-Sachen“ abzufahren. Und wir werden definitiv wiederkommen, da wir noch lange nicht alles gesehen haben.

Gibt es ein Erlebnis (in Südafrika), dass Ihr wahrscheinlich nie vergessen werdet?

Oh ja das gibt es. Spontan fuhren wir an der Bloukrans Bridge Nähe Nature’s Valley vorbei. Wir hielten an und schauten uns die beeindruckende Brücke aus der Ferne an. In dem Moment schauten wir uns beide an und die Sache war klar: Wir werden da auch runterspringen! Ich zitterte am ganzen Körper, sagte zu Marco lediglich: „Okay, kauf die Tickets schnell, bevor ich es mir anders überlege!“ Zu meinem Glück war der Ticketverkauf bereits geschlossen. So konnte ich mich mental auf den nächsten Tag vorbereiten. Diesen Sprung werden wir beide nie vergessen! Es war ein unbeschreibliches Erlebnis. Noch heute kribbelt es im ganzen Köper, wenn wir uns das Videomaterial anschauen. Ich (Bolle) würde es persönlich nie wieder machen, Marco hingegen fand Gefallen daran. Männer eben! Ein weiterer unglaublicher Moment war, als wir mit dem Auto über den Chapman’s Peak Drive fuhren, an den Zwölf Aposteln vorbei und uns Camps Bay näherten. Die Abendsonne ließ die Bucht in eine umwerfende Atmosphäre tauchen. Wir parkten das Auto am Straßenrand, blickten auf die Bucht und die Bergkette. Wir blickten auf das Meer und lagen uns mit Tränen in den Augen in den Armen. Vollkommen zufrieden und glücklich erreichten wir nach 3500 Kilometern Kapstadt. Hinter uns lag einer der schönsten Roadtrips unseres Lebens.

Ihr wart ja auch in Kapstadt. Könnt Ihr nachvollziehen, warum so viele Deutsche Kapstadt – süchtig sind?

Das können wir sehr gut nachvollziehen. Kapstadt hat so ein wunderbares und ganz eigenes Flair. Wir könnten uns sehr gut vorstellen, eines Tages dort für eine längere Zeit zu leben. Die Stadt ist bunt, modern, multikulturell, hip, trendy und eben so ganz eigen. Marco verliebte sich sofort in die Metropole und ich konnte es absolut nachvollziehen. Der Mix aus Natur, Großstadt und das Meer machen Kapstadt zu einem wunderschönen Fleckchen Erde. Das wäre ein Ort für uns, an den wir uns sehr schnell gewöhnen könnten.

Ihr habt ein E-Book zu Südafrika herausgegeben. Warum sollte das Buch jemand lesen, wenn es überall kostenlose Info gibt?

Weil es sehr viel entspannter ist, es sich mit einem schönen E-Book in der Hand auf dem Balkon oder Sofa gemütlich zu machen, als Inhalte von 298 Seiten im Internet zu recherchieren. Das eine ist pure Vorfreude auf Südafrika, das andere ist Arbeit :) Uns fehlte eine Informationsquelle, die so wirklich alles abdeckt und sich trotzdem auf die wesentlichen Dinge fokussiert, die Südafrika-Einsteiger eben wissen sollten. Was muss ich beachten wenn ich ein Auto mieten möchte? Was gibts im Straßenverkehr zu beachten? Welche Alternativen habe ich zu einem Mietwagen? Welche Strecke bzw. Reiseroute ist in zwei, drei, vier Wochen machbar? Und was gibt es in den jeweiligen Orten zu sehen? Mit welchen Kosten muss man rechnen? Welche Camps gibt es rund um den Krüger Nationalpark? Wo kann ich die Big Five sehen? Natürlich kann man alle Informationen irgendwo in den Tiefen des Internets finden, man muss aber eben viel Zeit aufwenden. Auch vor der Konkurrenz verstecken wir uns nicht. In einem Hostel haben wir etwas in einem Lonely Planet nachgeschlagen und fanden das Buch total überladen. Klar findet man entsprechend viel darin, doch jemand der 2-3 Wochen durchs Land reisen möchte, braucht unserer Meinung nach nicht unbedingt 3000 Restaurant-Empfehlungen. Bisher bekamen wir ausschließlich positives Feedback, selbst wenn wir explizit nach Schwachstellen gefragt haben. Das bestärkt uns und das Konzept des E-Books natürlich ungemein. Daher haben wir auch gar keine Angst vor den großen Marken wie Lonely Planet und Marco Polo. Wir haben einfach unsere Erfahrungen mit viel Seele, Herz und Persönlichkeit kompakt verpackt.

Wie lange seid Ihr noch on tour und was habt Ihr nach dem Ende Eurer Welterkundung vor?

Nachdem wir nun 3,5 Monate auf Mauritius verbracht haben (hier haben wir unseren Südafrika Reiseführer fertiggestellt), geht es nun zurück zurück Richtung Europa. Zuerst zur ITB nach Berlin und direkt im Anschluss weiter nach Barcelona, Marrakech und Andalusien. Im Mai werden wir dann 2 Monate durch unser Heimatland Deutschland reisen. Wir kennen einfach viel zu wenig über unsere Heimat und wollen das vor allem in diesem Jahr ändern. Dabei stehen besonders Menschen im Mittelpunkt. Ein „besonderes Gebäude“ ist für uns halb so spannend wie die Geschichten und Erlebnisse die uns von Mitmenschen erzählt werden. Getreu dem Motto: „Gemeinsam mit Euch die Heimat entdecken“, werden wir unsere Leser besuchen und gemeinsam mit ihnen die Hotspots ihrer Stadt erkunden. Die Route und den gesamten Ablauf findet man auf unserer Homepage. Anschließend werden wir dann erst einmal zurück nach Berlin und Zeit mit der Familie verbringen, bevor die nächsten Flugtickets ins Haus flattern werden. Wohin? Lassen wir uns einfach mal überraschen! Ein Ende ist also noch nicht in Sicht :)

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