Entlang der Westküste

West Coast - Krebsfang (Werner Bayer CC BY 2.0)

West Coast – Krebsfang (Werner Bayer CC BY 2.0)

Nördlich von Kapstadt beginnt die Westküste (West Coast), ein von den meisten Touristen ignoriertes Gebiet, welches aber äußerst facettenreich ist. Hier finden Urlauber noch die Ruhe, die ihnen an anderen Stränden Südafrikas nicht mehr gegeben werden kann. Idyllische Fischerorte, einsame Strände, leckere Meeresfrüchte, ein bisschen San-Kultur und während des Frühlings eine unvergessliche Blumenpracht, all dies finden Besucher hier vor.

Die Entfernung zwischen Kapstadt und Paternoster beträgt etwa 200 Kilometer. Wer in Ruhe die Naturschönheiten der Westküste betrachten möchte, sollte daher wenigstens eine Übernachtung in dieser Region einplanen.

Der berühmte Ausblick auf den Tafelberg

Erster Stop auf der Fahrt entlang der Atlantikküste ist der Kapstädter Stadtteil Bloubergstrand. Von hier hat man den phantastischen Blick auf den Tafelberg mit dem blauen Meer im Vordergrund. Das Motiv ist eines der bekanntesten Südafrikabilder. Anschließend führt eine relativ gut ausbaute Landstraße R27 immer weiter nach Norden.

Unterwegs bieten sich verschiedene Orte für einen Halt an. Wer keine Möglichkeit hatte, ein Weingut in den Winelands bzw. in Constantia zu besuchen, kann in der Weinkellerei „Groote Post Cellar“ einen der berühmten südafrikanischen Weine verkosten.

Westküste, Buschleute

Traditionelles San Dorf West Coast

Kulturzentrum der San

Kurz vor Yzerfontain befindet sich auf einer Farm ein Kulturzentrum der südafrikanischen Ureinwohner, der San. Hier können Interessierte die Geschichte der San kennen lernen, Fotos betrachten und ein traditionelles Dort besichtigen. Ein Führt zeigt auch einige der Techniken, mit denen die Buschleute bei den harten Umweltbedingungen überleben konnten.

West Coast (Abspires40 CC BY 2.0)

West Coast (Abspires40 CC BY 2.0)

West Coast Nationalpark

Nach etwa 1,5 Stunden Autofahrt von Kapstadt aus ( ohne größere Unterbrechungen ) erreicht man eines der größten und schönsten Feuchtgebiete Südafrikas. Der West Coast Nationalpark umfasst die Lagune von Langebaan, Tausende Hektar Salzmarschen und große Flächen Strand.

Das Naturreservat ist etwa 33.000 Hektar groß. Jedes Jahr versammeln sich hier im Herbst über 50.000 Wasservögel aus Sibirien, um hier zu überwintern. Für Vogelfreunde ist der Ort mit über 250 verschiedenen Vogelarten ein Paradies. Kormorane, Pinguine, Flamingos und Kaptölpel können beobachtet werden. Im Süden führt ein insgesamt 16 Kilometer langer Rundwanderweg durch den Nationalpark. Während der Wildblumenblüte im Frühling präsentieren sich Teile des Parks in einer grandiosen Farbenpracht.

Wildblumenmeer nördlich von Kapstadt

Die Vegetation entlang der West Coast ist mangels ausreichender Niederschläge gering. Nach den Winterregenfällen zwischen Juni und August vollzieht sich hier jedoch ein einmaliges Naturspektakel. Im Boden befindliche Wildblumen beginnen nach dem Regen in vielfältigen Farben zu blühen.

Südafrika Reiseangebot

Aus der trostlosen Halbwüste entwickelt sich ein Blumenmeer, das in jeder Landesgartenschau einen Preis gewinnen würde. Abhängig vom Standort, dem Wasservorkommen und dem Boden finden sich verschiedene Wildblumen vor. In den verschiedenen Touristeninformationen werden Urlauber über die besten Standorte informiert.

Die Blumenblüte lockt jedes Jahr Tausende Urlauber an. Orte wie Darling und Caledon organisieren immer besuchenswerte Blumenfestivals. Das Namaqualand weiter nördlich ist eine andere Region, die für ihre Wildblumenblüte bekannt ist.

Paternoster (Andrew Moore CC BY-SA 2.0)

Paternoster (Andrew Moore CC BY-SA 2.0)

Langebaan an der West Coast

Der Ort an der gleichnamigen Lagune ist ein prosperierender Ferienort, der für Wassersportler und Sonnenliebhaber optimal ist. Langebaan wird vorrangig von südafrikanischen Touristen frequentiert.

Neben Freizeitmöglichkeiten wie Angeln, Wasserski, Segeln, Kitesurfen und Tauchen lockt ein Casino die Urlauber. Ein im griechischen Stil errichteter Ferienklub namens „Club Mykonos“ bietet sich als Übernachtungsplatz an.

Das berühmte Open – Air Fischrestaurant „Strandloper“

In Langebaan bekannt sich ein Open – Air Seafood Restaurant, welches bereits legendär ist. Für Liebhaber von Meeresfrüchten ist die „Strandloper“ ein Pflichtbesuch.

Das Restaurant befindet sich direkt am Strand der Lagune und präsentiert sich im urigen Ambiente. Holzhütten mit Strohdächern, Bänke, Netze und allerlei Zeugs, was man als Strandgut bezeichnen kann, prägen den Ort.

In einer etwa vierstündigen Esstour kann man etwa 10 verschiedene Meeresgerichte zu einem Festpreis probieren. Das Essen wird alles am offenen Feuer zubereitet. Am Ende der Schlemmerei gibt es dann die besten Fische und als Abschluß Hummer. Besucher sollten bei einem Besuch also großen Appetit mitbringen und trotzdem am Anfang nicht zu viel essen.

Im Strandloper ist es erlaubt, seine eigenen Getränke mitzubringen. Es gibt auf dem Restaurantgelände genügend Platz, um sich zu sonnen und ein Verdauungsschläfchen zu halten.

Strandkneipe, Sea Food Restaurant

Strandloper in Langebaan

Saldanha – der südafrikanische Industriehafen

Der Saldanha ist der größte Erzhafen Afrikas und äußerst wichtig für die südafrikanische Wirtschaft. Eine knapp 1000 km lange Bahnstrecke für den Erztransport aus dem Landesinneren endet hier.

Südafrika will den Hafen massiv ausbauen. Der Ort ist kein touristischer Ort, aber man kann hier die riesigen Frachtschiffe betrachten.

Paternoster an der West Coast

Eine weitere Autostunde nördlich von Langebaan befindet sich der idyllische Fischerort Paternoster. Die Architektur der Gebäude, die alle relativ lein und weiß verputzt sind, ist noch typisch für einen authentischen Fischerort an der Atlantikküste. Baugesetzte verbieten den Neubau von nicht typisch lokalen Gebäuden.

Der Ort ist der perfekte Platz zum Ausruhen.

Außer Spaziergängen am kilometerlangen Sandstrand und guten Seafood gibt es keine weiteren Freizeitoptionen. Zwischen November und April ist Langusten-Saison, dann kann man die fangfrischen Tiere direkt von den Fischern erwerben. Paternoster wir zum großen Teil von den Khoi – Ureinwohnern bewohnt. Im nahe gelegenen „Cape Columbine Nature Reserve“ kann man auch die Wildblumen betrachten.

Während meines Sprachschulaufenthaltes hörte ich den Namen Paternoster das erst Mal, als wir im Sprachkurs den Film „Forgiveness“ anschauten. Ein Ex-Polizist besucht nach dem Ende der Apartheid den Fischerort, um die Angehörige eines von ihm getöteten Widerstandskämpfers um Verzeihung zu bitten.

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