Walbeobachtung in De Kelders bei Hermanus

Hallo Reinhard. Ihr lebt in Gansbaai, Heimat der Haie und der Wale. Erfreut Ihr Euch noch an deren Anblick, wenn man sie schon so oft gesehen hat?

Oh ja, absolut. Es mag Leute geben, bei denen das nicht so ist – aber für uns wäre das kaum vorstellbar. Auch nach insgesamt über 15 Jahren ist es stets etwas Besonderes – oder sogar Erhebendes – diese fantastischen, friedlichen Tiere zu sehen.

Die Haie sieht man nun ja nicht ständig; dazu muss man mit dem Boot raus. Aber die Wale sogar von der Lodge aus praktisch täglich zu spotten ist jeden Tag aufs neue begeisternd. Und das trifft gleichermaßen auf die gesamte Natur zu; der Blick auf die Walker Bay mit dem Ort Hermanus gegenüber und dahinter der Bergkette ist einfach spektakulär.

Klar wird es irgendwann auf eine Art zur Normalität. Aber dennoch schätzen wir uns immer noch glücklich, dies als Normalität zu haben, quasi einen Traum zu leben. Es wird für uns wohl nie zu einer Selbstverständlichkeit.

Wale in De Kelders

Wo ist denn nun der beste Platz, um Wale zu beobachten? Auf Eurer Seite der Walker Bay Bucht in De Kelders oder doch in Hermanus?

Grundsätzlich ist die gesamte Walker Bay perfekt zur Walbeobachtung.

Zwar halten sich die Tiere in der Saison entlang der gesamten südlichen Küstenline Südafrikas auf, aber die Walker Bay hat offenbar die perfekte Größe und Ausrichtung um sowohl Schutz als auch Raum zu bieten. In der Tat ist der Küstenbereich entlang unserer Seite in aller Regel mehr von Walen frequentiert als die Hermanus Seite. Das hängt damit zusammen, dass die Tiere sich gerne in ruhigen Gewässerbereichen aufhalten und das ist dort der Fall, wo es ablandigen Wind gibt – was wiederum mehrheitlich bei uns ist, denn die vorherrschende Windrichtung ist Südost und damit für uns ablandig.

Dieser Wind „bügelt“ quasi die Meeresoberfläche glatt, und da die Wale sich gerne in Ufernähe aufhalten, bietet das die perfekten Bedingungen. Man kann über die Zeit hinweg gut beobachten, dass an den Tagen mit stärkerem Nordwestwind (meist verbunden mit schlechterem Wetter) die Wale zur Hermanus-Seite tendieren. Natürlich trifft das alles nicht auf ALLE Wale zu, lediglich auf die Mehrheit.

Walbeobachtung

Hermanus hat durchaus auch fast immer Wale, nur eben nicht so viele und meist auch nicht so nahe wie hier in De Kelders.

Und ja – es gibt hier den so genannten ‚Duiwelsgat Hiking Trail‘ (Duiwelsgat) bedeutet to viel wie „Teufelsloch“, einer Höhle mit Öffnung nach oben, in der früher immer wieder Schafe verschwunden sind. Da es in der Höhle auch einen Gezeitenstrom gibt, wurden diese unglücklichen Tiere ins Meer gespült, verschwanden also spurlos. Da wähnte man dann gleich den Teufel im Spiel…).

Das ist ein ausgewiesener Küstenwanderweg, der sich über sieben Kilometer vom Hafen in Gansbaai über die Küstenlinie von De Kelders bis hinein in das ‚Walker Bay Nature Reserve‘ hinzieht. Immer an der Küste entlang – und tatsächlich sind Walsichtungen entlang dieses Wanderwegs z.T. spektakulär. Die Tiere sind manchmal so nah, dass man den Eindruck hat, man bräuchte nur etwas Anlauf und könnte auf den Wal regelrecht draufspringen.

Wanderung auf dem Duiwelsgat Hiking Trail

Es handelt sich immer noch um einen Geheimtipp; Hermanus hat ebenfalls einen Wanderweg – der jedoch viel kürzer ist und in der Hochsaison schon fast von Touristen überlaufen. Hier ist man über weite Strecken hinweg fast alleine, was die Walbeobachtung zusätzlich enorm aufwertet – insbesondere auch wegen der meist höheren Anzahl der Tiere.

Die Crayfish Lodge befindet sich fast genau in der Mitte, mit direktem Zugang auf den Weg. Wir sind unmittelbar oberhalb der Stanford’s Cove, mit dem einzigen kleinen Sandstrand entlang der ansonsten felsigen Küstenlinie. Erst im Naturreservat gibt es dann wieder Sandstrände – da aber gleich kilometerlang, meist unberührt – ein weiteres, wunderschönes Highlight unserer Region und perfekt für einen romantischen Sundowner.

Welche Walarten können denn gesichtet werden? Und zu welcher Jahreszeit?

Bekannt ist unsere Ecke für den Südlichen Glattwal oder auch Südkaper (Southern Right Whale). Das ist genau der, welcher in der Saison von ganz grob Juli bis Dezember (Hauptmonate Ende August mit Mitte November) von den kalten Gewässern der Antarktis kommend die wärmen Bereiche entlang der Südküsten Südafrikas (und z.T. auch Australiens/Neuseelands) aufsucht, um sich zu paaren und die Kälber zur Welt zu bringen. Auch die Kühe mit den einjährigen Kälbern kommen wieder mit. Interessant ist, dass die Tiere während ihres Aufenthalts hier praktisch nicht fressen; denn sie ernähren sich von Krill und der kommt bei uns so gut wie nicht vor, sondern nur in kalten Gewässern.

Interessant ist auch der englische Name ‚Southern Right‘. Der kommt aus der Walfangzeit – denn es war für die Walfänger der perfekte Wal für die Jagd – eben der ‚richtige‘. Das hängt damit zusammen, dass die Tiere anders als andere hier vorkommende Walarten weder scheu sind (im Gegenteil, sie sind eher neugierig), noch viel tauchen. Sie halten sich  bevorzugt in Ufernähe und an der Oberfläche auf. Dazu kommt, dass ihre Blase V-förmig ist, also aus zwei „Fontänen“ besteht, was ihn leicht zu spotten lässt. Für die Walfänger war es daher die ‚Right Whale‘. Den Zusatz ‚südlich‘ hat er lediglich, da es das genetisch identische Äquivalent auch in der nördlichen Hemisphäre gibt, wo er dann logischerweise als „Northern Right Whale“ bezeichnet wird.

Walbeobachtungstour

Praktisch das gesamte Jahr über gibt es auch immer wieder Sichtungen von Buckelwalen (Humpback Whale) und Brydewalen (Bryde’s Whale). Letzterer ist sehr scheu und kommt lediglich zum Atmen an die Oberfläche und ist daher eher schwer zu beobachten. Beide Arten sind in geringeren Zahlen unterwegs und daher unmöglich geplant zu sehen – man muss da schon etwas Glück haben. Darüber hinaus gibt es auch immer wieder Sichtungen von Delfinen und seit kurzem sogar manchmal Schwertwalen (Orcas). Letztere sind natürliche Feinde der Großen Weissen Haie, was in den letzten beiden Jahren die Sichtungen etwas vermindert hat.

Und wie sieht es denn mit Haien aus? Da liest man auch diverse Geschichten.

Ich weiß nicht, welche Geschichten das sind; Fakt ist, dass Gansbaai weltweit der mit Abstand beste Ort ist, um Haie zu beobachten. Bekannt durch den Großen Weissen Hai, aber auch der Bronzehai (Copper- oder Bronzeshark) kommt in großer Zahl vor.

Sichtungen sind ganzjährig möglich. Wichtig zu erwähnen ist auch, dass häufig kontrovers über das so genannte ‚Shark Cage Diving‘ berichtet wird und sehr oft mit falschen Behauptungen, wie z.B. dass die Tiere angefüttert würden und damit an den Menschen gewöhnt und somit die Gefahr von Haiangriffen gesteigert würde. Das ist definitiv nicht korrekt, aus mehreren Gründen. Die Haie werden mit einer „Suppe“ aus Fischblut und -öl angelockt. Am Boot schließlich verwenden die meisten Anbieter einen großen Fischkopf als Köder, um den Hai nahe ans Boot zu locken. Gefüttert werden die Tiere aber nicht. Eine Gewöhnung gibt es auch nicht; dazu wäre eine hohe Anzahl an täglichen Wiederholungen nötig. Man weiß aber, dass die Haie sich meist nur wenige Tage an einem Ort aufhalten, praktisch nur um zu fressen. Danach ziehen sie weiter – sie legen auf ihren Routen dabei riesige Strecken zurück.

Tauchen mit Hai

Bekannt wurde ein weiblicher Großer Weißer, dem man den Namen ‚Nicole‘ gegeben hat. Das war das erste Tier, welches, mit einem Satellitentracker versehen, über eine Strecke von rund 11.000km verfolgt werden konnte. Den Sender konnte man dem Hai hier in Gansbaai im November 2003 anlegen. Im Februar 2004, nur 99 Tage danach, war das Tier in West-Australien. Tatsache ist, dass die Lizenzen für die Hai-Ausflugsboote streng kontrolliert werden und unter der Voraussetzung erteilt werden, dass Wissenschaftler mit an Bord können. Tatsächlich ist Gansbaai das Zentrum weltweit für die wissenschaftliche Erforschung der Haie. Shark Conservation spielt für alle hier eine zentrale Rolle.

Gibt es für Kapstadturlauber die Möglichkeit, vorab zu prüfen, ob an dem Tag auch tatsächlich Wale vor Ort sind?

Selbstverständlich kann man immer bei uns anrufen und fragen. Aber offen gesagt ist das nicht nötig; zumindest in der erwähnten Hauptzeit von Mitte August bis Mitte November sind Wale immer da. Natürlich handelt es sich um wilde Tiere und obwohl niemand Sichtungen garantieren kann, ist es in aller Regel eher so, dass man schon die Augen schließen muss, um keinen Wal zu sehen…

Ein Tagesausflug von Kapstadt aus zur Walbeobachtung ist zwar möglich (Fahrzeit je nach Verkehrslage gut zwei Stunden), aber unbedingt empfehlenswert ist da viel eher ein Aufenthalt von wenigstens zwei Nächten. Nur dann hat man auch einen vollen Tag, um zusätzlich zum Küstenweg z.B. auch eine Bootstour zu machen (häufig sind die Wale so neugierig und verspielt, dass sie sprichwörtlich mit dem Boot spielen, indem sie darunter hinweg tauchen, sich den Rücken daran „kratzen“ und die Leute darauf beobachten.

Walker Bay

Zwar darf man aus Tierschutzgründen nicht näher als 50m an die Tiere heranfahren – aber wenn ein Wal von selbst entscheidet sich zu nähern, darf man ihn gewähren lassen.

Ebenfalls ein spektakulärer Weg, sich einen Eindruck von den Tieren und besonders ihrer Größe und Anzahl zu verschaffen, ist ein Flug mit unserem lokalen Piloten und seiner viersitzigen Cessna.

Die Highlights sind ja die besonderen Aktionen der Wale, wie aus dem Wasser springen oder Fontäne machen. Als Bewohner von De Kelders (Gansbaai) hast Du bestimmt dies alles schon gesehen. Was ist für Dich das beeindruckendste Walverhalten?

Das Blasen der Wale ist optisch der beste Weg, die Tiere auf dem Meer zu finden. Doch bei Nacht ist es besonders faszinierend, das auch zu HÖREN. Obwohl keine Walgesänge, hat das Atmen der Wale doch einen beeindruckenden Effekt – nicht nur aufgrund der Tatsache, dass man es häufig überhaupt hört, wenn man zu Hause im Bett liegt, sondern auch, weil es irgendwie beruhigt. Ansonsten ist selbstverständlich das Springen der Tiere aus dem Wasser immer noch das wirklich beeindruckendste Verhalten.

Wale

Man ist sich selbst heute noch nicht sicher, warum die Wale das tun; es gibt drei Theorien: Kommunikation, Revierverhalten und schlicht Lebensfreude. Nach all den Jahren der Beobachtung erscheint jedem hier in De Kelders das letztere als das wahrscheinlichste – denn für die anderen beiden gibt es doch einige Gegenargumente… Ebenfalls spektakulär ist es, das Paarungsverhalten zu beobachten (im wesentlichen während des Zeitraums Mitte August – September). Da kocht das Wasser, wenn sich einige Bullen um eine Kuh bemühen…

Gibt es Cafes oder Restaurants, von wo man eine gute Sicht auf die Wale hat?

Da gibt es eigentlich nur das Café Coffee on the Rocks. Toll für Frühstück, Lunch oder Kaffee & Kuchen. Es ist auch nur tagsüber geöffnet und schließt um 17 Uhr. Man muss dazu verstehen, dass Gansbaai anders als Hermanus ein gewachsener Fischerort ist, mit nur relativ wenig Fokus auf Tourismus. Und für gleichermaßen Fischer wie all die anderen alteingesessenen Locals ist Meerblick bei einem Restaurant das wohl unwichtigste Argument. Und in unseren Regionen ist es ohnehin auch im Sommer um 20 Uhr dunkel, da ist Meerblick auch nicht mehr sehr wichtig.

De Kelders

Welche Restaurants kannst Du für den Abend empfehlen?

Im Wesentlichen können wir drei Restaurants im Hauptort Gansbaai empfehlen: Rosemary’s, die auch traditionell-südafrikanische Gerichte wie Bobotie (eine Art Hackfleischauflauf, ähnlich einer griechischen Moussaka) oder Bredie (ein slow-cooked Eintopf) auf der Karte hat oder die Blue Goose.

Beide sind etwa auf demselben Niveau einer sehr guten Hausmannskost (wenn auch sehr unterschiedlich vom Erlebensfaktor her gesehen, mit Rosemary’s Ambiente erinnernd an Großmutter’s Wohnzimmer und Blue Goose eher modern-jugendlich, was sich auch in der jeweiligen Anrichteweise auf den Tellern bemerkbar macht).

Südafrika Reiseangebot

Dann gibt es noch Mama Rita’s – die südafrikanische Version eines einfachereren italienischen Ristorante, und dafür erstaunlich gut und lecker.

Strand in De Kelders

Wer etwas gehobenere Küche zu schätzen weiß, für den gibt es noch Benguela  – sehr persönlich, mit einem festen 6-Gang-Menü. Inklusive Aperitif, Wein, Kaffee, Brandy etc für derzeit R 600 pro Person. Man sitzt zusammen ein einem großen Tisch, praktisch ein Table d’Hôte Konzept.

Und dann natürlich echtes Fine Dining: das ‚Springfontein Eats’ auf dem Weingut Springfontein in Stanford, unserem Nachbarort. Zwar etwa 25 Minuten Fahrzeit entfernt, dies aber absolut wert. Betrieben von Jürgen Schneider, einem ehemaligen Michelin-Sternekoch aus der Nähe von Mannheim (‚Strahlenberger Hof‘ – in SA gibt es kein Michelin-System) und seiner Frau Susanne, einer Sommelière. Daher erstklassige Küche und für nicht-SA Verhältnisse mit einem geradezu unglaublichen Preis-Leistungs-Verhältnis.

Last but not least: wer bei uns für mindestens drei Nächte bucht, den laden wir zu unserem Dinner Paket am Ankunftsabend ein – es ist dann also bereits als kostenfreie Zusatzleistung im Preis enthalten. Dazu sind wir eine Kooperation mit dem nahegelegenen Grootbos Private Nature Reserve eingegangen (bekannt aus der TV Reihe ‚Sing meinen Song‘); es handelt sich dabei um ein mehrgängiges Gourmet Menü, welches im dortigen Chaîne des Rôtisseurs Restaurant serviert wird, kaum 10 Min. von uns entfernt – exklusiv für unsere eingeladenen Gäste und ansonsten nicht buchbar. Es ist das mit Abstand beste Restaurant hier in Gansbaai – ausgezeichnete Küche, sehr schönes Ambiente und aufmerksamer Service.

Gutes Seafood bekommt man in allen Restaurants.

Um Hermanus herum gibt es auch einige Weingüter – vermarktet als Hermanus Wine Route. Was sollte man sich ansehen?

Diese Weingüter gibt es nicht nur um Hermanus herum (genau genommen nicht drum herum, sondern entlang eines Tales, des so genannten ‚Hemel en Aarde Valley‘ – das Himmel und Erde Tal. Denn auch wir hier in Gansbaai gehören noch zur Kap-Weinregion namens Walker Bay oder Overberg.

In unserer Ecke Gansbaai ist das oben bereits erwähnte Weingut Springfontein sicherlich das hochwertigste. Aufgebaut von Dr Johst Weber, einem Deutschen, und betrieben von Geschäftführer und Winemaker Tariro Masayiti bietet es die besten Weine, die unser Terroir hervorbringt, mit Kalksandstein als Boden und dem kühlen Meeresklima als den dominierenden Elementen: Chenin Blanc und Pinotage, welches die Flagship Weine des Gutes sind.

Doch ebenfalls besuchenswert ist Stanford Hills, ebenfalls in Stanford – besonders für einen al-fresco Lunch mit Blick ins Stanford Valley, unter schmackhafter Begleitung deren sehr leckeren Bubbly (der Kosename für die hiesigen MCC, Methode Cap Classique – Flaschengärung nach Champagner Art) oder einem der andern dort produzierten Weine. Schliesslich Raka Wine, etabliert von einem ehemaligen Fischer aus Gansbaai, mit z.B. hervorragedem Shiraz.

Näher bei uns direkt und ganz offiziell zu Gansbaai gehörend ist Lomond und etwas weiter südlich Black Oystercatcher Wines mit Restaurant und der angeschlossenen Micro Brewery Fraser’s Folly.

Hermanus und damit auch die dortigen Weingüter sind da wesentlich kommerzieller – aber deshalb nicht weniger gut und/oder empfehlenswert. Das für uns mit Abstand beste Gut ist Creation – Jean-Claude Martin, ein gebürtiger Schweizer, uns seine Frau Caroline mischten die alt-eingesessenen Marken wie Bouchard Finlayson (Caroline ist eine geborende Finlayson), Hamilton Russel oder Newton Johnson richtiggehend auf, als sie 2002 das Weingut sprichwörtlich aus dem Nichts aufgebaut haben und heute die wohl besten Weine des Tales produzieren, die man im Zuge eines hervorragenden Food & Wine Pairings in deren Restaurant verkosten kann. Doch auch die anderen genannten Weingüter sind absolut einen Besuch wert, denn sie alle produzieren hervorragende Weine, die sie weit über Südafrika hinaus bekannt gemacht haben.

Im September gibt es ja immer das Walfestival in Hermanus. Kannst Du mal aufzählen, was Besucher hier erleben können?

Ja, das stimmt – das Hermanus Whale Festival ist eine bekannte Attraktion, die jedes Jahr viele Touristen anzieht. Um aber ganz ehrlich zu sein, empfehlen wir das nie. Denn letzten Endes ist es nicht recht viel mehr als eine Ansammlung an Essensständen mit Rahmenprogramm (siehe Link).

Die Wale spielen dabei eine eher untergeordnete Rolle, es ist recht touristisch-überlaufen und die Qualität der Speisen kann nicht mit den „normalen“ Angeboten mithalten. Nach einigen Besuchen haben wir für uns entschieden, dass es uns nicht gefällt und wir es auch nicht aktiv empfehlen. Das Feedback der Gäste von uns, die dort waren, bestätigt uns das jedes Jahr aufs neue. Wer wirklich Wale sehen möchte, sollte das eher außerhalb dieses Wochenendes tun. (Mir ist klar, diese Einschätzung ist kaum zum Veröffentlichen geeignet, dann wir wollen der Veranstaltung ja schliesslich nicht schaden und sie hat ja auch ihre Berechtigung. Dennoch möchte ich ehrlich sein und nicht etwas promoten, wohinter wir nicht stehen).

Blick auf De Kelders & Crayfish Lodge

Was sonst kann man in oder um Gansbaai noch erleben bzw. besichtigen?

Hier in Gansbaai dreht sich alles um die Natur. Besichtigungen beschränken sich auf unsere lokale Halbinsel Danger Point, die Berühmtheit erlangt hat durch die HMS Birkenhead, ein Name den man hier häufig wiederfindet. Das britische Truppentransportschiff lief dort 26.2.1852 auf eine Felsformation auf, die in keiner Karte dieser Zeit verzeichnet war und der Kapitän und Erste Offizier praktizierten damals erstmalig was bis heute als der „Birkenhead-Drill“ in die internationale Schifffahrtsausbilidung Einzug gefunden hat, und wovon wohl jeder schon einmal gehört hat: Frauen und Kinder zuerst von Bord.

Tatsächlich haben damals alle 25 Frauen und 31 Kinder dank der Rettungsboote überlebt, während 445 der restlichen 624 Mann starken Besatzung entweder ertranken oder von Haien getötet wurden. Eine Gedenktafel erinnert daran und bis heute kommt an jedem Jahrestag eine Delegation aus dem UK zu einer Gedenkfeier mit Kranzniederlegung auf See nach Gansbaai.

Strand an der Walker Bay

Auch der Leuchtturm auf Danger Point ist zu besichtigen.

Ausserdem gibt es noch das African Penguin and Seabird Sanctuary, wo verletzte oder z.B. durch Öl verschmutzte Pinguine behandelt und nach Möglichkeit zur Wieder-Auswilderung aufgepäppelt werden. Der hier endemische African Penguin ist stark gefährdet, weshalb man jede nur mögliche Anstrengung unternimmt, selbst einzelne Tiere zu retten.

Daneben gibt es Panthera Africa – eine Rettungstation für Großkatzen aller Art, mit geführten Touren –äußerst informativ und interessant.

Doch wie erwähnt geht es hier mehr um die Natur – und damit auch um Aktivitäten, die in der Natur stattfinden. Neben des beschriebenen Duiwelsgat Hiking Trails gibt es Reiten, Fatbike Touren und Quadbiking. Rundflüge, Rivercruise mit Birdwatching auf dem Kleinriver in Stanford, Sunset 4×4 Touren in das Walker Bay Naturreservat mit Picnic und Sundowner, Wine-, Beer- & Cheese-Tastings (zwei Käsefarmen im Stanford Valley produzieren einige der besten und sogar international prämierten Käsesorten Südafrikas: Kleinriver Cheeses mit Picnic Möglichkeit und Stonhouse Cheese) komplettieren das Angebot. Im Haus bei uns direkt bieten wir eine Auswahl an Health & Beauty Behandlungen an.

Gibt es auch Ziele, wo Familien mit kleinen Kindern Station machen können?

Natürlich sind die meisten der genannten Aktivitäten, besonders die Bootstouren oder die beiden Animal Sanctuaries auch sehr gut für Kinder geeignet. Die Unterkunft die sich auf Familen einstellt und hervorragende Kinderbetreuung hat mit Fokus auf Erleben & Lernen ist unser Partner Grootbos.

Nun zu Euch. Wie seid Ihr nach Gansbaai gelangt?

Wir haben Südafrika im Rahmen mehrerer Urlaube intensiv bereist und uns schlicht in das Land und die Lebensart verliebt. Eine Lebensweise, die man sehr gut mit der mediterranen vergleichen kann. Tatsächlich wirkt besonders das Western Cape insbesondere in den südlichen Küstenregionen sehr europäisch-mediterran, aber eben gepaart mit afrikanischem Twist, was uns ausgesprochen gut gefallen hat.

Reinhard & Sandra

Dazu kommt uns als hoffnungslose Foodies die ausgezeichnete Küche und die hervorragenden Weine sehr entgegen – und alles mit einem Preis-Leistungs-Verhältnis, das international nicht leicht zu finden ist. Im November 2003 haben wir dann unser Grundstück erworben und im Mai 2004 nach intensiver Planungsarbeit mit unserem Architekten Marcus Smit den Bau begonnen. Offiziell eröffnet haben wir die Crayfish Lodge schließlich im September 2005.

Dort habt Ihr eine schöne Lodge direkt am Meer. Beschreibt Sie mal.

Die Crayfish Lodge ist am treffendsten als kleines, feines Boutique-Gästehaus zu beschreiben.

Crayfish Lodge

Mit fünf Zimmern in zwei Kategorien und maximal zehn Gästen klein genug um einen wirklich persönlichen Kontakt zu den Gästen zu pflegen – ausgezeichneter Service ist zusammen mit dem Fokus auf ein gesundes und umfangreiches Frühstück eine der tragenden Säulen unserer Philisopie, wozu auch Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein gehört.

Das alles gepaart mit der spektakulären Lage der Lodge, etwas erhöht in der ersten Reihe an der Walker Bay gelegen und von allen Zimmern mit unvergleichlichem Meerblick bietet unseren Gästen die Chance auf ein unvergessliches Erlebnis entlang der Garden Route.

Blick von der Crayfish Lodge

Zwei Stunden von Kapstadt entfernt (und nur etwa 1:45 Std vom Flughafen) ist die Walker Bay der perfekte erste Stopp auf dem Weg nach Knysna und Plettenberg Bay und dann weiter nördlich zu den zu den großen Safari-Erlebnissen. Umfangreiche Information zur Lodge, der Region und Aktivitäten findet man jederzeit auf unserer Webseite www.crayfishlodge.com – auch Verfügbarkeitscheck und Buchung ist da jederzeit über unser real-time Buchungssystem möglich.

Kontaktdaten

2+4 Killarney Street
De Kelders, Gansbaai 7220

Cape Whale Coast, Walker Bay, Overberg

Western Cape, SOUTH AFRICA

fon:         +27 / (0)28 / 384 18 98

fax:         +27 / (0)86 / 622 1611

cell:         +27 / (0)72 / 658 98 91

mail:        rk@crayfishlodge.com

web:        www.crayfishlodge.com

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