5 Interviews

In diesem Artikel haben wir 4 Interviews zusammengefaßt.

Folgende Artikel möchten wir interessierten Lesern empfehlen, die mehr zum Thema Auswanderung erfahren wollen:

Jo Weber lebt seit vielen Jahren im Kapstadt und schreibt in seinem lesenswerten Blog über sein Leben in der Stadt. Im verlinkten Artikel beantwortet er 30 Fragen, die einen zum Thema Auswandern nach Kapstadt einfallen könnten. Ausserdem hat er ein E-Book herausgegeben, welches wir hiermit gerne anpreisen.

Neben Jo haben wir auch mit Dario ein Interview durchgeführt. Er hat sich eine Farm an der Route 62 aufgebaut, wo er Strauße züchtet.

Wie wir unseren Traum einer Farm in Afrika verwirklichten

b) Wie Du gute Fotos machst – Interview mit einem Kapstädter Fotograf

 
 
b) Wie Du gute Fotos machst – Interview mit einem Kapstädter Fotograf
 

Kannst Du Dich bitte vorstellen.

Ich bin Markus Klein, Fotograf aus Wuppertal. Ich habe das Fotografieren nicht beruflich erlernt. Eigentlich komme ich  aus der Kunstszene. Ich fotografiere aber schon seit meiner Kindheit und habe es autodidaktisch gelernt. Damals noch typisch analog ohne YouTube. Für mich ist die Fotografie das beste Medium um meine Kunst zum Ausdruck zu bringen. Deshalb mache ich neben der Hochzeitsfotografie auch die Fine Art Fotografie. Diese Bilder landen dann in Galerien. Für einige der hier gezeigten Bilder habe ich mehrfach Preise gewonnen.

Fine Art von Markus Klein

Ich trenne das. Deswegen auch zwei verschiedene Webseiten:

www.designbyklein.net

www.weddingforever.de

Ich bin nicht der beste Fotograf der Welt, aber ich habe meinen eigenen Stil entwickelt, der zum Glück bei meinen Kunden ankommt. Ich nehme meinen Beruf sehr ernst. Deshalb fotografiere ich meine Kunden, als wären sie meine Kinder oder Partnerin. Da möchte man sich auch keine Fehler leisten.

Vor allem bei der Hochzeitsfotografie bedarf es einer gründlichen Vorbereitung. Das beginnt schon Tage vorher. Ich muss wissen, wie wird das Wetter, wie ist der zeitliche Ablauf. Ich muss die Location vorher besuchen. Ich habe ein Vorgespräch mit dem Brautpaar um die Wünsche zu kennen etc. Auch rufen vorher Freunde der Braut an, um mich in Überraschungen einzuweihen. Eine Hochzeit ist mehr als nur ein paar Fotos zu machen. Du hast nur eine Chance. Deshalb musst du immer 100% geben.

Deshalb auch mein Tipp an alle Hobby Fotografen: Es gibt keine Regeln. Es gibt nur Mangel an Fantasie. Lernt eure Kamera kennen sowie Ihr euren Partner kennt. Ich kann keinen Spaß haben mit jemanden den ich nicht richtig kenne. So ist das mit eurer Kamera. Ich sehe immer wieder Hobbyfotografen die eine Ausrüstung für mehrere tausend Euro haben, aber immer im Automatik Modus fotografieren. Das ist als würde ich einen Porsche kaufen und nur im zweiten Gang fahren und mich beschweren das der Wagen so lahm ist. Fotografieren ist eine Verantwortung. Denn ich zeige meine Bilder anderen Menschen. Also versucht das Beste aus eurer Kamera rauszuholen. Probiert andere Einstellungen. Auf YouTube gibt es Millionen von Turtorials. Ihr werdet erstaunt sein wie schön Bilder sein können wenn Ihr die Einstellungen an eurer Kamera selbst vornimmt.

Aber einen Fehler solltet Ihr vermeiden wenn Ihr eine Hochzeit fotografiert: Niemals Fotos machen beim Essen. Niemand sieht gut aus wenn er gerade einen Bissen im Mund hat. Wenn die Gäste essen, hat auch der Fotograf Pause..

Ich bin schon immer gerne gereist. Deshalb bin ich 2004 nach London gezogen, 2005 nach Miami FL, war kurz in Panama und bin 2017 nach Kapstadt. Ich denke ich werde hier bleiben. Kapstadt hat etwas von jeder Stadt. Die Britische Höflichkeit. Die Sauberkeit von Dubai. Das europäische Flair. Die Gebäude im Kolonialstiel. Die Surfer am Blouberg und Big Beach erinnern mich an die Dudes in Kalifornien. Kapstadt ist für mich 5 Städte in einem. Ich fotografiere hier besonders gerne, da hier fast immer die Sonne scheint, es aber nicht so heiß ist wie in anderen Ländern wo ständig die Sonne scheint. Die Landschaft hier ist einzigartig. Ich habe mich sofort in diese Stadt und deren Menschen verliebt.

Was sind Deine Tipps, um gute Fotos zu bekommen?

Natürliches Licht ist durch nichts zu ersetzen. Die Mutter Natur hat uns den besten Blitz geschenkt den es gibt. Die Sonne. Das Spiel durch Licht und Schatten ist durch nichts zu ersetzen. Aber hütet euch vor der Mittagssonne. Die besten Fotos macht man zur „golden hour“ Da ist der Winkel der Sonne besonders gut.

Beginnt ca. ab 16 Uhr bis 18 Uhr. Zum Üben fangt am besten schon um 14 Uhr an. Und die Blende ist wichtig. Man sagt ja: „Blende 8 wenn die Sonne lacht“. Ist eine Universal Formel. Aber nehmt mal eine große Blende (f1,4 oder f2,8) dann habt Ihr den typischen unscharfen (freigestellt) Hintergrund. Konzentriert euch auf das was Ihr fotografieren wollt. Ich mag keine Bilder wo eine Person fotografiert wird mit dem (z.B.) Tafelberg im Hintergrund.

Der Betrachter weiß nicht was Ihr jetzt eigentlich fotografieren wolltet. Die Person oder den Berg. Wenn Ihr einen Berg als Motiv wählt, dann fotografiert auch den Berg und lasst die Person weg. Wollt Ihr eine Person fotografieren, dann bitte auch die Person zu 90% fotografieren. Also in den Vordergrund stellen, so dass ich den Hintergrund nur zu 10% sehe.

Noch ein Tipp für gute Motive in Kapstadt. Fahrt auf den Signal Hill. Auf halber Strecke kommt links ein kleiner Schotter Weg mit einem Parkplatz. Dort habt Ihr Abends den besten Sonnenuntergang auf der linken Seite und rechts seht Ihr auf die Lichter der Stadt. Einmalig. Wenn Ihr das Meer zu eurer Linken habt, dann geht auf dem kleinen Pfad entlang, dort seht Ihr Sea Point von oben. Dort schaut Ihr euch bei einer Flasche südafrikanischen Wein den Sonnenuntergang an. Damit wäre mein Geheimplatz jetzt auch hinfällig.

Stimmt es, dass das Licht besonders gut in Kapstadt für Fotoshootings ist?

Die Sonne hier lässt die Natur und Farben wie in Florida sehr intensiv aussehen. Deshalb fotografiere ich so gerne hier draußen. Und es geht meistens ein Wind, das erspart mir die Windmaschine. Nicht ohne Grund ist die Stadt im Sommer voll von Mode Fotografen. Es ist aber nicht nur das Licht. Ich habe wie in keiner anderen Stadt der Welt so viele verschiedene Kulissen. In jeden Viertel verschiedene Motive. Das ist einmalig und gibt es nur so in Kapstadt.

Also bitte, wenn ihr Kapstadt besucht bringt unbedingt eure Kamera mit. Immer und überall. Es gibt an jeder Ecke was zu sehen. Die Menschen hier lassen sich gerne fotografieren. Keine Angst.

Mit welcher Kamera arbeitest Du?

Nikon

Lass uns nun über Hochzeiten sprechen. In Kapstadt zu heiraten ist ja der Traum Vieler. Geht das denn so einfach?

Ich fotografiere nächsten Monat eine Hochzeit eines deutschen Pärchens aus Frankfurt. Die sind seit 9 Monaten mit den Papieren beschäftigt. Leider habe ich noch nicht in Kapstadt geheiratet, deshalb kann ich keine genauen Angaben machen. Aber es lohnt sich immer die Hochzeitsfotos hier zu machen, auch wenn Ihr in Deutschland geheiratet habt.

Wie ist der Ablauf solch eines Fotoshootings?

Planung, Planung, Planung. Was möchte der Kunde. Welche Location? Welche Themen? Manchmal fahre ich stundenlang einfach nur so durch die Gegend (auch mit den Bus) um neue interessante Gegenden zu entdecken. Damit ich immer neue Motive habe und Kapstadt ist voll davon. Dann kann fotografiert werden. Die eigentliches Arbeit beginnt am Computer. Das Fotografieren ist nur ein Drittel der Arbeit. Ich mache bei einem Shooting zwischen 500-1000 Fotos. Die müssen alle am Mac gesichtet werden. Dann selektiert man und schließlich werden die Fotos bearbeitet. Ich gebe nur bearbeitete Fotos an meine Kunden. Da ist immer ein Mülleimer der entfernt werden muss, oder auch nur die eine oder andere kleine  Falte die man schmeichelhaft entfernt. Schließlich muss ich mich ja von den Hobbyfotografen unterscheiden. Das sind dann schon mal 1-2 Tage Arbeit zusätzlich. Also ein Hochzeitsshooting sind immer mehrere Tage Arbeit. Das erklärt den Preis.

Ich nehme mal an, dass Strandfotos sehr beliebt sind. An welchen Strand bringt Du gewöhnlich die Frischvermählten?

Geheimtipp: Cosy Bay an der Victoria Rd. Oudekraal. Einmalige Kulisse. Das Spiel mit dem feinen Sand und die unglaublichen Felsen. Da kann man mit Licht und Schatten spielen. Wenn es zu voll ist weiche ich auf Blouberg aus. Genug Platz und immer den Tafelberg im Hintergrund als Bensch Mark.

Llandudno ist auch sehr schön, meist aber überfüllt. Und nicht vergessen: Immer zur „Goldenen Stunde“ am Strand fotografieren.

Welche anderen Locations nutzt Du regelmäßig? (mit Fotos)Kapstadt ist voll mit Locations. Manchmal fällt einem die Wahl schwer. Signal Hill, die alte Bibliothek im Park. Der neue Mojo Market Sea Point ist eine tolle Kulisse. Der botanische Garten von Kirstenbosch, aber auch Woodstock mit den unzähligen kleinen Geschäften und Handwerkern. Nur Bo Kap nicht. Das ist zu Touristenmäßig.

Zum Glück habe ich hier ein paar Freunde die schöne Häuser mit Terrassen haben, wo ich ungestört auch mal ein Aktshooting machen kann.

Sind Deine Kunden mehr Deutsche oder Südafrikaner?

Absolut Gemischt. Letzte Woche hatte ich zwei Pärchen aus den USA gehabt. Ich habe den „deutschen“ Bonus. Die Deutschen buchen mich auch weil sie sich gut aufgehoben fühlen. Nicht jeder spricht perfekt Englisch. Da ist es leichter wenn man sich in seiner Landesprache unterhalten kann. Da ist auch gleich das Vertrauen da. Als Fotograf muss man immer auch ein bisschen „Psychologe „sein um die Wünsche der Kunden umzusetzen.

Was für Unterschiede beim Fotoshooting gibt es zwischen beiden Nationen?

Keine. Die Traditionen der Zeremonie sind durchaus verschieden. Das schriftliche Treuegelöbnis bei den Amerikanern, der Kuss bei den Deutschen. Aber ein Hochzeitsshooting ist „all about the bride“. Es geht um die Braut. 70% der Fotos ist die Braut. Sie ist die, die wie eine Prinzessin aussehen möchte und die Bilder Ihrer Familie und Freunden zeigt. Der Bräutigam würde sich lieber das Geld sparen und seinen Freund bitten die Fotos mit seinem Smartphone zu machen. Es sind die Frauen die am Hochzeitsruder stehen und den Kurs bestimmen. Hier ein großer Dank an alle Frauen.

Wieviel kostet Dein Service?

Eine halber Tag beginnt bei 3000 ZAR / ein ganzer Tag 5000 ZAR. Ein fashion shooting kann schon mal 10.000 ZAR kosten, je nach Aufwand.

Kannst Du einige beliebte Restaurants für  Hochzeitsfeiern nennen?

Ich gehe selten ausswärts essen. Aber ich liebe das HQ da gibt’s Montags zwei Steaks zum Preis von einem und ich liebe das Ocean Basket. Frischer köstlicher Fisch zum sattessen und kleines Geld. Für Hochzeitsfeiern gebe ich keine Empfehlungen das verbrenn ich mir nur die Finger..

Welchen idyllischen Ort kannst Du unseren Lesern empfehlen?

Mein Geheimplatz ist am Signal Hill und ich liebe den Deer Park in Vredehoek. Da muss man mal spazieren gegangen sein. Besonders der Weg wo man über ganz Vredehoek schaut und den Hafen. Wahnsinns Kulisse.

Kontaktdaten

info@designbyklein

+27 (0) 64 6694932

c) Interview mit einer Sprachschule: Kapstadt ist am preiswertesten für Englisch

Viele jüngere Leute kommen aufgrund einer Sprachreise nach Kapstadt. Die Auswahl hier ist riesig, schätzungsweise 20 Sprachschulen bieten ihre Leistungen an. Aufgrund des günstigen Wechselkurses ist Kapstadt im Moment das günstigste Fernreiseziel, wenn man die englische Sprache erlernen möchte. Ich selbst bin damals wegen eines Sprachschulaufenthaltes in Kapstadt gelandet. Heute interviewen wir die Marketingmanagerin einer Kapstädter Sprachschule.

Sprachkurs
Sprachschule Good Hope Studies Newlands (Bild: Good Hope Studies)

1) Kannst Du Dich kurz vorstellen?

Mein Name ist Bianca Obermaier, ich bin seit 4 Jahren bei Good Hope Studies tätig und für den Bereich Marketing zuständig. Die „Mother City“ hat auch mich nach meinem ersten Besuch in Ihren Bann gezogen und ich bin glücklich für eine Sprachschule zu arbeiten, die sich in einer der schönsten Städte der Welt befindet !

2) Eine allgemeine Frage vorab: Wie lernt man am besten eine Fremdsprache?

Es kommt natürlich darauf an, welche Fremdsprache man erlernen möchte. Unserer Meinung nach sollte man sich erstmals Grundkenntnisse aneignen und anschließend das jeweilige Land bereisen um die Sprachkenntnisse in einer Sprachschule zu perfektionieren sowie die Fremdsprache vor Ort zu „leben“ und „erleben“.

3) Die beste Variante für Erwachsene soll ja „Immersion“ sein, also das Eintauchen in den Alltag ohne speziellen Unterricht. Was hältst du von dieser Variante, die ja damit Sprachschulen obsolet machen würde?

Das „Eintauchen in den Alltag“, das Leben und Kennenlernen einer Kultur legen auch wir unseren Kunden sehr nahe, es macht jedoch den Besuch einer Sprachschule nicht obsolet! Zum Erwerb einer Fremdsprache zählt für uns das Gesamtpaket: das Miteinander und der Austausch mit anderen Sprachstudenten, das Leben mit und in einer Gastfamilie sowie das gemeinsame Erleben von Freizeitaktivitäten.

4) Die Herausforderung dürfte ja wahrscheinlich nur sein, genügend englisch–sprachigen Kontakt zu bekommen?

Die Sprachschule spielt in diesem Punkt eine wichtige Rolle. Sie stellt den Kontakt zu anderen Sprachstudenten/Mitschülern sowie zu den Gastfamilien her, organisiert Freizeitaktivitäten und unterstützt bzw. ermöglicht so den Kunden sich rundum in einem englisch-sprachigen Umfeld zu bewegen.

5) Oder noch besser: Die ganze Zeit mit englischsprachigen Gruppen herumreisen? Ich habe dies teilweise anstelle des Schulbesuchs getan.

Unserer Erfahrung nach besitzen Studenten mit geringen Sprachkenntnissen oftmals noch nicht das nötige Sprachniveau um problemlos mit anderen kommunizieren zu können. Hier fungiert die Sprachschule als wichtige Stütze um die Sprachkenntnisse sowie die Kommunikation durch praktische Übungen zu festigen und zu verbessern.

6) Wer hat beim Erlernen von Englisch einen größeren Vorteil aufgrund seiner Muttersprache: der Franzose, der Deutsche oder der Spanier?

Unserer Erfahrung nach hat keiner der genannten Nationalitäten einen Vorteil.

Südafrika Reiseangebot

7) Es gibt ja diverse Onlinekurse zum Erlernen einer Sprache. Wie ist Deiner Meinung nach hier die Erfolgsquote?

Auch wir bieten seit kurzer Zeit Onlinekurse zum Englisch lernen an. Diese Kurse ersetzen zwar nicht den Besuch einer Sprachschule in dem jeweiligen Land, sind aber eine sinnvolle & wichtige Ergänzung zum Festigen der Sprachkenntnisse. Entweder man nützt es als Sprachtraining vor dem Auslandsaufenthalt oder als Nachbereitung wenn man bereits wieder zu hause ist. Onlinekurse sind auch eine tolle Alternative für jene, die keine bzw. wenig Zeit haben um Ihre Sprachkenntnisse im Ausland zu verbessern oder auszubauen. Mit Muttersprachlern und der neuesten Technik steht so einem „realen“ virtuellen Einzelunterricht nichts mehr im Wege.

8) Kannst Du eine Sprach – App empfehlen, die leicht zu handhaben ist?

Leider nein, da wir mit Sprach-Apps keine Erfahrungen haben.

9) Genug philosophiert, wie man lernen kann. Zu guter Letzt entscheiden sich Viele doch für die gute alte Sprachschule. Kommen wir also zum eigentlichen Thema Kapstadt. Warum sollte jemand einen Kurs in dieser Stadt buchen?

Weil Kapstadt wahrhaftig einfach traumhaft und eine der schönsten Städte der Welt ist! Südafrika ist eine, gerade in Europa, exotische Reisedestination mit vielen Vorteilen:
– tolles Preis/Leistungsverhältnis.
– einzige englischsprachige Fernreisedestination mit keiner Zeitverschiebung; also auch ideal für einen kürzeren Aufenthalt von 2 Wochen.
– Ganzjahresdestination aufgrund des warmen und sonnigen Klimas.
– berühmte touristische Attraktionen und eine Vielzahl an Möglichkeiten für Freizeitaktivitäten.
– einzigartige Flora.
– Kapstadt ist eine außergewöhnliche Stadt mit sehr freundlichen und kommunikativen Menschen.
– klares und deutliches Englisch.

10) Laut Statistik sind in Südafrika nur 10 % der Bevölkerung englische Muttersprachler. Macht es da überhaupt Sinn, hier die englische Sprache zu erlernen?

Südafrika ist ein riesiges Land, was einem erst bewusst wird wenn man sich vor Augen führt dass der Flug von Kapstadt nach Johannesburg 2 Stunden dauert! In den Metropolen Südafrikas ist Englisch die Sprache des öffentlichen Lebens. Zeitungen, Fernsehen und Radio berichten hauptsächlich in Englisch. Darüber hinaus wird Kapstadt überwiegend von englischen Muttersprachlern bewohnt.

11) Also spricht man hier British English oder mehr ein South African English?

In Kapstadt wird ein sehr klares und deutliches English gesprochen. Es gibt aber einige südafrikanische Wörter und Redewendungen, die sich in die englische Sprache integriert haben, wie etwa Braai anstatt von Barbecue. Aufgrund der Vielzahl an Sprachen in Südafrika (11 offizielle Sprachen) ist die Bevölkerung sehr sensibel im Hinblick auf Leute, die gerade eine Fremdsprache erlernen und reagiert mit Verständnis und Unterstützung.

12) Aus welchen Ländern kommen die Sprachstudenten vorrangig nach Kapstadt?

Es gibt einen recht guten Nationalitätenmix an Sprachstudenten. Vorwiegend kommen die Studenten aus Europa (Niederlande, Schweiz, Spanien, Deutschland, Frankreich, Italien), Südamerika (Brasilien, Kolumbien, Argentinien), Afrika (Angola, Kongo, Mozambique) und Asien (Korea, China, Japan).

13) Du arbeitest bei GHS? Stelle Deine Sprachschule kurz vor. Wie ist da in etwa die Aufteilung der Nationalität der Sprachschüler?

Good Hope Studies wurde 1995 gegründet und ist eine unabhängige, privat geführte Sprachschule für Englisch in Kapstadt. Den Sprachstudenten stehen 2 Standorte zur Auswahl: eine Sprachschule befindet sich an einer Fußgängerzone direkt im Zentrum von Kapstadt, die andere liegt in dem südlichen Nobelbezirk Newlands. Wir sind Mitglied bei IALC (preisgekrönte Organisation weltweit führender, unabhängiger Sprachschulen) und EAQUALS (Zusammenschluss von Sprachkursanbietern) und unterliegen somit strengen und regelmäßigen Kontrollen vor Ort.

Mehr und ausführliche Infos gibt’s auf unserer Website www.ghs.co.za.

14) In welchen Stadtteilen und was für Unterkünfte habt Ihr im Angebot?

Wir bieten 4 unterschiedliche Unterkunftsarten an:
– Gastfamilien
– Campusunterkunft (befindet sich direkt neben der Schule in Newlands).
– Studentenresidenz (in einem Studentenviertel).
– Studentenhaus (15 Gehminuten von der Schule in Newlands entfernt).

15) Bietet Ihr ein Freizeitangebot an, auch teilweise ohne Entgelt?

Das Freizeitangebot ist ein sehr wichtiger Teil bei einem Sprachaufenthalt. Es bietet den Studenten die Möglichkeit, die touristischen Highlights zu sehen, die Mitschüler besser kennenzulernen, die Lokalszene zu erforschen und vieles mehr. Zusätzlich kann man gleich die neu erworbenen Sprachkenntnisse in die Praxis umsetzen. Die Angebote unseres „Good Hope Studies Social Club“ umfassen Ausflüge und Aktivitäten, die zum Teil kostenlos sind.

16) Die südafrikanische Währung ist in den letzten Monaten massiv abgestürzt. Nebenkosten wie Essen gehen und Ausflüge sind nun für Sprachschüler noch günstiger als vorher. Wie sieht es mit dem Kursgebühren und der Unterkunft aus?

Zurzeit genießen Sprachstudenten in Kapstadt das beste Preis/Leistungsverhältnis. Kapstadt ist im Hinblick auf Sprachkurse und Unterkünfte momentan die günstigste englischsprachige Destination. Längerfristig wirkt sich der schwächere Rand positiv auf die Preise der Sprachschulen aus.

17) In den meisten Sprachschulen gibt es 5 Sprachlevel, vom Beginner bis zum Fortgeschrittenen. Wie lange braucht man aus der Erfahrung im Durchschnitt für die Verbesserung um einen Sprachlevel?

Bei uns gibt es 7 Sprachniveaus. Der Fortschritt hängt sehr stark von der Kursintensität ab (16, 20, 26 oder 30 Wochenstunden), sowie vom Sprachtalent und der Lernbereitschaft des Kunden. Auch machen Anfänger schneller Fortschritte wie bereits Fortgeschrittene. In der Regel benötigt man jedoch 4 Wochen um eine Stufe weiter zu gelangen.

18) Was ist effektiver: 20 Wochenstunden in einer Gruppe von 10 Leuten oder 5 Einzelstunden?

Dies ist von der jeweiligen Person abhängig, in der Regel lernt es sich aber in der Gruppe besser. Am effektivsten ist sicherlich die Kombination von Gruppen- und Einzelunterricht.

19) Sprachschüler dürfen ja mit dem Touristenvisum in das Land einreisen, oder?

Sprachstudenten können bis zu 3 Monate mit einem Touristenvisum einreisen. Das Touristenvisum kann dann einmalig um weitere 3 Monate verlängert werden.

20) Aus meiner Erfahrung her ist es für Sprachanfänger am schwersten, außerhalb der Sprachschule den Kontakt mit Einheimischen aufzunehmen. Hast Du hier Tipps?

Hier ist es von Vorteil wenn man sich bei der Unterkunft für die Gastfamilie entscheidet. Südafrikanische Gastfamilien sind dafür bekannt, dass sie sehr freundlich sind und die Sprachstudenten integrieren. Man verbringt immer wieder gemeinsam Zeit, und man hat die Möglichkeit das authentische südafrikanische Leben kennenzulernen, was dem durchschnittlichen Touristen nicht möglich ist.

21) Nochmal zurück zu Kapstadt: Welche Aktivität sollten Kapstadtbesucher unbedingt machen?

Auf jeden Fall sind die klassischen touristischen Highlights zu empfehlen, wie etwa der Tafelberg, Robben Island, das Kap der guten Hoffnung, die V&A Waterfront, Botanischer Garten Kirstenbosch, Boulders Beach mit seinen Pinguinen und vieles mehr.

Wer etwas mehr Zeit hat, kann Weingüter besuchen, auf den Signal Hill zum Sundowner fahren oder bei sozialen Aktivitäten in Townships mithelfen. Außerdem bieten sich eine Vielzahl von Outdoor- Aktivitäten wie Skydiving, Bungy Jumping, Surfen, Safari Tours, Paragleiten, Sandboarding, Kayak Tours, Tauchen und vieles mehr an.

Wenn nun jemand Interesse an einem Sprachschulkurs hat, dann kann er sich jederzeit beim Interviewten melden. Weitere Infos können dann bekommen werden, z.B. wieviel die einzelnen Kurse kosten.

Interview: Warum ich es keine Sekunde bereue, nach Südafrika gegangen zu sein

Silke, kannst Du Dich bitte vorstellen?

Mein Name ist Silke Rylands. Ich bin 34 Jahre alt und vor 2 Jahren der Liebe wegen nach Südafrika ausgewandert. Ich war für meinen alten Arbeitgeber im Jahr 2014 für ½ Jahr in Johannesburg. In dieser Zeit verliebte ich mich. Nach meiner Rückkehr nach Deutschland führten wir zunächst ein Fernbeziehung. 2015 haben wir geheiratet und im Februar 2016 habe ich alle Zelte in Deutschland abgebrochen.

Silke Rylands

Zuerst wollte ich hier einen normalen Job suchen. Das gestaltete sich aber schwieriger als gedacht und ich merkte mit der Zeit, dass eine Festanstellung auch gar nicht mehr das ist, was ich will. Also belegte ich einen Kurs an der Uni für Gründung und Management von kleinen Unternehmen und setzte das anschließend in die Tat um. Als Ausländerin eine Firma in einem fremden Land zu gründen hat natürlich seine Tücken. Jetzt betreibe ich von hier aus einen Online Shop in Deutschland. Zudem engagiere ich mich ehrenamtlich für ein Kinderheim hier in Johannesburg und tüftele gerade an der Idee eine eigene Charity Organisation zu gründen. In der Zwischenzeit, vor 8 Monaten, kam übrigens auch unser Sohn zur Welt, der natürlich die meiste meiner Zeit in Anspruch nimmt.

Was genau gibt es denn in Deinem Online Shop?

Ich kaufe auf südafrikanischen Märkten Gemälde von lokalen Künstlern, zu fairen Preisen, und verkaufe sie in meinem Shop www.arts-of-africa.de. Somit habe ich mein eigenes kleines Business und eine weitere Art hier die Menschen zu unterstützen. Denn durch den Verkauf der Gemälde an mich haben die Künstler ein kleines Einkommen. Die Gemälde sind alle handgemalte Unikate. Ich habe auch einen Wunschservice. Wenn jemand ein spezielles Motiv, Größe oder Stil haben möchte, versuche ich, diesen Kundenwunsch bestmöglich zu erfüllen. Ich versende die Gemälde an meinen Logistikpartner in Deutschland. Einfach um Lieferkosten zu sparen und um die Lieferzeit für den Kunden in Deutschland geringer zu halten.

Also wer gerne ein original Bild aus Südafrika hätte kann sehr gerne in meinem Shop vorbeischauen.

War es kompliziert eine Firma in Südafrika zu gründen?

Ja, das Gründen der Firma brachte durchaus Schwierigkeiten mit sich. Keine Firmengründung ohne Bankkonto, kein Bannkonto ohne work permit, keine work permit ohne bestehende Firma. Ein Kreislauf… Zum Glück ist mein Mann Südafrikaner und konnte mir aushelfen. Er hat dann z.B. das Bankkonto zuerst in seinem Namen eröffnet und war kurzzeitig Direktor meiner Firma. Anschließend musste das dann natürlich alles wieder auf meinen Namen abgeändert werden. Kompliziert, aber zum Glück hat es letzten Endes geklappt.

Erzähle doch ein bisschen vom Kinderheim, das Du unterstützt.

Das Kinderheim heißt Hugh’s Haven und liegt in Kelvin, Johannesburg. Es beherbergt derzeit 17 Kinder im Alter von 1 – 8 Jahren. Die Kinder sind entweder verwaist oder ihre Eltern können sich aus gesundheitlichen oder finanziellen Gründen nicht um sie kümmern. Ein wichtiges Ziel haben wir erreicht. Das Heim konnte in ein größeres, helleres Haus mit Garten in einer sicheren Gegend ziehen und sie müssen keine Miete zahlen. Die Kosten für die Renovierung wurden komplett von einem deutschen Spender übernommen. Zwei weitere wichtige Dinge stehen noch aus: Wir müssen versuchen genügend regelmäßige Spender zu finden, um die laufenden Kosten zu decken (für Lebensmittel, Strom, Medizin etc.) und wir müssen alle nötigen rechtlichen Voraussetzungen schaffen, damit die Kinder zur Schule gehen können.

Du sagst Du möchtest eine eigene Charity Organisation Gründen. Kannst Du uns mehr darüber erzählen?

Das ist noch ganz im Anfangsstadium. Geplant ist es nicht nur eine einzige feste Einrichtung wie z.B. das Kinderheim zu unterstützen, sondern breiter gefächert. Dies sind Projekte, die ich ins Auge gefasst habe:

-Spender für Schulgelder finden (Paten)
-Nachmittagsbetreuung in sozial schwacher Gegend
-Essen kochen und verteilen
-Medizin, Kleidung, Spielzeug etc. sammeln und an Bedürftige verteilen
-Sportaktivitäten anbieten
-Fun Days für Kids im Township organisieren
-Skills Training für Teenager und junge Frauen

Natürlich ist all dies nur mit Unterstützung von Spendern möglich. Falls jemand Interesse daran hat und gerne spenden möchte (oder in Kapstadt lebt und mit anpacken möchte) meldet Euch bitte. Ich stehe jederzeit für alle Fragen zur Verfügung. Es wäre wirklich toll, wenn wir zusammen das Leben einiger Menschen positiv verändern würden. silke.rylands@arts-of-africa.de

Was magst Du an Südafrika besonders und was nicht so sehr?

Natürlich mag ich das Wetter. Hier wird es einfach nicht so kalt wie in Deutschland. Wobei ich sagen muss, dass ich hier abends im Winter manchmal ganz schon friere. Hier gibt es keine Isolierung wie bei uns oder Zentralheizungen. Die Lebensweise ist einfach ganz anders. Leute sind entspannter, nicht so sehr von Zeit- und Erfolgsdruck geprägt. Die Arbeitsmoral ist ebenfalls größtenteils eine andere, was mich manches mal zur Verzweiflung gebracht hat. Die Leute hier sind offener. Die Landschaft Südafrikas und die Tierwelt sind wunderschön. Hier gibt es alles – Meer, Berge, man kann auf Safaris gehen, unendliche Weiten mit dem klarsten Sternenhimmel, den man sich vorstellen kann.

Woran ich sehr zu knabbern habe ist die Armut hier. Es gibt kein soziales System wie in Deutschland und viele Menschen leben wirklich am absoluten Existenzminimum. Millionen Menschen leben in Blechhütten in Townships, an jeder Ecke sieht man Bettler. Deshalb hatte ich auch das dringende Bedürfnis mich hier für die weniger Privilegierten zu engagieren.

Und auch die Rassendiskriminierung ist doch noch sehr spürbar, von beiden Seiten. Leider herrscht hier auch viel Kriminalität. Mir ist bisher nichts passiert, aber fast jedem, den ich kenne. Das ist schon manchmal ein wenig beängstigend. Das Essen hier ist sehr lecker und in Restaurants essen gehen vergleichsweise günstig.

Resumé nach 2 Jahren: würdest du es wieder tun?

Auf jeden Fall. Ich musste damals eine Grundsatzentscheidung treffen: den Mann, den ich liebe aufgeben oder ein neues Leben auf einem anderen Kontinent starten. Ich hätte es mein Leben lang bereut, wenn ich nicht umgezogen wäre, um bei meinem Mann zu sein. Meinen Sohn, das tollste Geschenk, das man sich vorstellen kann, ein kleines Wunder, würde es nicht geben und ich kann und will mir ein Leben ohne ihn gar nicht vorstellen. Zudem habe ich auch so viele andere neue Erfahrungen gesammelt und auch Einiges über mich selbst gelernt. Natürlich vermisse ich meine Familie und Freunde sehr. Trotzdem würde ich es immer wieder so machen.

 

 

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