Ein Tag in .. Johannesburg

Stadtzentrum von JohannesburgStadt des Gold, Finanzhauptstadt Afrikas, Stadt der Morde. Einige Namen, die diese Metropole hat. Jede dieser Bezeichnungen ist korrekt. Erreicht man den Großraum Gauteng ( der Bundesstaat, wo Johannesburg die Hauptstadt ist ), sieht man überall die Abraumhalden der Goldbergwerke. Die Gewinnung dieses Edelmetalls ist noch immer ein Stützpfeiler der südafrikanischen Wirtschaft. Alle Banken, einschl. der Börse, haben ihren Sitz in Johannesburg. Die Stadt hat den Ruf, dass nur hier Geschäfte gemacht werden. Kapstadt oder Durban sind nur Urlauberorte. Jeder berichtet, dass das Leben hier viel hektischer verläuft. Es gibt hier ein viel höheres Arbeitstempo als im Rest des Landes. Als Angestellter verdient man doppelt oder dreimal soviel wie im Rest Südafrikas.

Hauptstadt der Kriminalität

Aber wie ist es mit dem dritten Namen, Stadt der Morde? Unbestritten ist Joburg ( übliche Kurzform ) eine der Metropolen der Welt mit dem krassesten Wohlstandsgefälle innerhalb der Bevölkerung. Auf der einen Seite Stadtteile wie Sandton – Villen an Villen, z. T. mit südstaatenähnlichen Palästen und dann nur einige Kilometer entfernt die Townships.Johannesburg

Verschärft wird diese Gefällte durch den Zuzug von Millionen Flüchtlingen aus Zimbabwe, welche dem Elend im eigenen Land entkommen wollen und nun hier illegal leben. Aufgrund der existierenden Gewalt hat sich die Mittel- und Oberschicht regelrecht eingemauert in ihren Stadtteilen. Jeder Haus ist mit einer hoher Mauer inklusive Elektrozaun umgeben bzw. steht in einem umzäunten Compound. Nach Einbruch der Dunkelheit überlegt man sich schon noch, in welche Stadtteile man fahren kann.Apartheidmuseum in SowetoApartheidmuseum in Soweto

Ein Großteil der Mittelschicht hat sich aus den stadtnahen Vierteln und ist in eine der wie Pilze wuchernden Vororte gezogen. Es gab eine Phase in den 1990er Jahren, da wurde jeden Weißen empfohlen, die Innenstadt zu meiden. Dies hat sich jedoch geändert. Die Stadtverwaltung und die ortsansässigen Geschäftsleute haben viel getan, dass man sich in der Stadt wieder aufhalten kann. Es gibt einige wenige Sachen zu besichtigen. Vom ?? Hochhaus hat man eine gute Aussicht auf die Stadt.

Museum Africa in Johannesburg

Der Besuch des „Museum Africa“ ist auch empfehlenswert. Die Ausstellung ist riesig, wer geschichtlich interessiert ist, kommt hier voll auf seine Kosten. Gleich gegenüber dem Museum befindet sich die Ausstellung „World of Beer“ der SAB – Brauerei. Dort kann man die komplette Geschichte der Bierbraukunst kennenlernen und am Ende auch die Produkte verkosten. Auch besuchenswert ist das „National Museum of Military History“, wo die Waffen des SowetoSoweto - Townshipbewaffneten Flügels des ANC, der „Umkhonto we Sizwe (MK) ausgestellt werden. Ein Abstecher nach Sandton in die Shopping Malls oder nach Gold Reef City, dem südafrikanischen Disneyland, rundet das Kontrastprogramm ab.

Das Township Soweto

Wer jedoch genügend Zeit hat, sollte nach SOWETO fahren, einem der größten Townships von Südafrika und auch dem bekanntesten. Hier lebte Nelson Mandela viele Jahre, nachdem er vom Eastern Cape hierher gezogen ist, um als Anwalt zu praktizieren. Sein Haus kann man besichtigen. Viel nachdenklicher macht einen jedoch der Besuch des Apartheid – Museums in Soweto. Das Bild von Hector Peterson, welcher während des Aufstandes in Soweto 1976 umkam, ist weltbekannt. Die Studenten demonstrierten gegen die Einführung von Afrikaans als Unterrichtssprache, welche zum einen ein Zeichen der Unterdrücker war und zum anderen von der Mehrheit nicht einmal verstanden wurde. Die komplette Geschichte der Unterdrückung der schwarzen Mehrheit durch die Weißen wird dargestellt. Die Ausstellung ist so umfangreich, dass man problemlos einen halben Tag hier verbringen kann.

Die meisten Touristen buchen eine mehrstündige Townshiptour, um einen kleinen Einblick in das Leben hier zu gewinnen. Der Abschluß der Tour ist meistens der Besuch bei einer Familie in deren Haus.

Südafrika Reiseangebot

Mit der Inbetriebnahme der Schnellbahnverbindung Gautrain nach Pretoria ist es nun ein Leichtes, einen Tagestrip in die Hauptstadt von Südafrika zu absolvieren.

Palace of lost city in Sun City

Palace of lost city in Sun City

Ein Ausflug in die Casinostadt Sun City

Von Joburg ist es nur eine Zweistundenfahrt nach Sun City, dem Casinokomplex mitten in der Wüste. Während der Apartheidzeit war dort ein sogenanntes Homeland, ein nur von Südafrika anerkannter souveräner Staat. Die gottesfürchtigen Buren, die in ihrer südafrikanischen Heimat keinen Glücksspiel frönen durften, konnten dies hier am Wochenende tun. Außerdem sah man bei gemischtrassigen Paaren großzügig weg.

Die Mutter aller Kasinos im südlichen Afrika befindet sich in Sun City. Ca. 2 Autostunden von Johannesburg entfernt findet man sich in einer surrealen Welt wieder, einer Art Disneyland im afrikanischen Stil oder in einer Episode von Indiana Jones.

Glücksspiel zu Zeiten der Apartheid

Da die Südafrikaner sehr gottesfürchtig sind, trotzdem dem Glücksspiel zugeneigt waren, fand in den 1970 er Jahren der findige Geschäftsmann Sol Kerzner die perfekte Lösung: den Bau eines afrikanischen Las Vegas in einem der Homelands, hier Bophuthatswana.

Hier konnte man ungeniert Pokern, an den einarmigen Banditen spielen und sich mit Personen anderer Hautfarbe treffen, was

Sun City and the Palace of lost city

Sun City

während der Apartheidzeit verboten war. Sun City ist auch heute noch eine Reise wert, wobei von dem Glamour nicht mehr viel übrig ist. Die Fahrt von Johannesburg dorthin führt über ebenes wüstenhaftes Gelände ohne viel Abwechslung. Sun City ist heute ein riesiger Ferienkomplex, das Kasino ist nur ein Teil davon. Es gibt einen Stausee für jedwede Wassersportarten, Golfplätze und Hotels aller Preisklassen. Riesige Hallen mit allen möglichen Spielautomaten sind auch zu finden.

Luxushotel ”Palace of the lost City“

Bekanntestes Gebäude ist jedoch das angeblich einem afrikanischen Herrschaftssitz nachempfundene Luxushotel ”Palace of the lost City” mit diversen Türmen und Tierskulpturen. Aus einiger Entfernung sieht das Gebäude tatsächlich wie ein Palast aus. Der Zugang führt über eine Brücke, auf der Dutzende Elefanten stehen. In regelmässigen Abständen wird ein Erdbeben simuliert. Dann wackelt die Brücke und es steigt überall Rauch auf.

Palace of lost city in Sun City

Der Zutritt zum Palace of lost city ist eigentlich nur Hotelgästen gestattet, aber wenn man so auftritt, als wäre man ein Gast, kann man das Areal betreten. Der Luxus ist schon eindrucksvoll, den ich vorgefunden habe.

Pool in Sun City

Sun City

Ein riesiger Swimmingpool in Sun City

Weiteres Highlight ist ein riesiger Pool mit Wellenmaschine, welche 3m hohe Wellen erzeugt. Die Temperaturen in Sun City sind meistens unerträglich heiß, das Wasser im Pool verschafft auch keine Abkühlung und der Betonboden des Pools ist heiß. Alles kein richtiger Genuß. Aber nach Sun City kommt man ja, um Roulette oder Poker zu spielen oder an einen der Tausenden einarmigen Banditen stundenlang rumzudaddeln. In den meisten Räumen gibt es nicht mal eine Anzugsordnung, jeder kann kommen, wie er es für richtig hält.

Nationalpark Pilanesberg

Neben der Anlage selbst bietet sich in dieser Region noch ein Trip in den Pilanesberg National Park an, einer halbwüstengleichen Landschaft mit einer Vielzahl an Tieren. Die Big 5 können bei einer morgenlichen Pirschfahrt beobachtet werden.

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