Kapstadt gilt als Schmelztiegel aus hippen Cafés, quirligen Märkten und schicken Einkaufszentren, wo scheinbar alles möglich ist. Doch wer glaubt, sein Portemonnaie dort wie selbstverständlich zücken zu können, ohne sich vorher ein paar Gedanken über die passenden Zahlungsmittel zu machen, könnte schon beim ersten Marktstand ins Staunen geraten.
Obwohl Südafrika wirtschaftlich hoch entwickelt ist, existieren beim Thema Bezahlen einige Eigenheiten, die schlichtweg dazugehören wie der Tafelberg zum Stadtbild.
Kartenzahlung in Kapstadt – wie verbreitet sind Kreditkarten und EC-Karten wirklich?
Im südlichen Afrika regiert ganz offiziell der Rand, abgekürzt ZAR, der sich in Kapstadt mit seinen Münzen und Scheinen zwar noch immer wacker hält, allerdings längst nicht mehr überall dominiert.
Kreditkarten wie Visa oder Mastercard haben sich fest in den Alltag eingeschlichen, ob in modernen Shopping Malls, Restaurants mit Blick auf den Hafen oder bei größeren Tankstellen. Sie funktionieren im Grunde so reibungslos wie in europäischen Metropolen und sobald man sich einmal daran gewöhnt hat, möchte man diesen Komfort kaum missen.
Allerdings sind nicht alle Karten gleich beliebt bei den Händlern, was weniger am Willen als vielmehr an den Gebühren liegt, die die Anbieter verlangen. American Express oder Diners Club werden nämlich deutlich häufiger abgelehnt, weil die Provisionen den Ladenbesitzern schlicht zu hoch erscheinen. Reisende, die auf diese Marken setzen, stehen deshalb gelegentlich ratlos an der Kasse, während Visa und Mastercard triumphieren.
Die EC-Karte, wie sie in Deutschland so geläufig ist, zeigt in Kapstadt ein etwas komplizierteres Gesicht. Maestro oder V-Pay lassen sich meist nur an Geldautomaten nutzen und seltener direkt im Geschäft. Ein Symbol auf dem Terminal weist den Weg, jedoch garantiert auch dieses nicht immer einen reibungslosen Ablauf, weil manche Geräte schlicht veraltet sind.
Obwohl kontaktloses Zahlen grundsätzlich möglich ist, stößt dieser Trend in kleineren Läden oder bei Straßenhändlern schnell an seine Grenzen. Dort heißt es weiterhin, nur Bares ist Wahres. Beträge ab ungefähr 300 Rand sollten besser mit Karte beglichen werden, weil große Bargeldsummen in der Tasche ein eher unbehagliches Gefühl hinterlassen. Gerade an Orten mit vielen Touristen lässt sich mit der Plastikkarte entspannter leben.
Mobile Payment, Prepaid und digitale Lösungen – was funktioniert in Kapstadt?
Der Trend zum mobilen Bezahlen macht auch vor Kapstadt nicht Halt, obwohl längst nicht jeder Händler mit dem neuesten Technikspielzeug ausgestattet ist. Apple Pay sowie Google Pay funktionieren in größeren Supermärkten oder Touristengegenden durchaus, versagen aber schnell, sobald es hinaus in kleinere Betriebe oder aufs Land geht.
Dafür hat sich in Südafrika eine eigene Zahlungswelt entwickelt, in der Apps wie SnapScan oder Zapper eine Hauptrolle spielen. Diese Anwendungen erlauben schnelle Zahlungen per QR-Code und sind in trendigen Cafés, Hipster-Burgerläden oder Designerboutiquen kaum noch wegzudenken. Ohne südafrikanische Telefonnummer bleibt Reisenden jedoch der Zugang verwehrt, weshalb diese Möglichkeit meist ungenutzt bleibt.
Am Rande lohnt ein kurzer Blick auf Paysafe, das vor allem bei Online-Buchungen von Touren oder Unterkünften nützlich sein kann und zudem wird Paysafe für Casino Zahlungen bevorzugt genutzt. Allerdings ist diese Methode im stationären Handel nahezu chancenlos. Märkte, Straßenstände oder kleine Handwerksbetriebe winken ohnehin ab, sobald jemand digitale Zahlungsmittel anbietet.
Bargeld oder Karte – weshalb Kleingeld trotz moderner Systeme noch immer unverzichtbar bleibt
Südafrika wäre nicht Südafrika, wenn nicht auch die klassische Barzahlung nach wie vor eine gewichtige Rolle spielen würde. Gerade das Kleingeld sorgt dafür, dass ein Cappuccino in einem kleinen Café, ein paar handgefertigte Armbänder auf dem Greenmarket Square oder das Trinkgeld für den stets freundlichen Parkplatzwächter problemlos über den Tresen wandern. Wer ausschließlich auf Karte setzt, steht in solchen Momenten schnell mit leeren Händen da.
Taxifahrer sowie Marktstände akzeptieren Scheine und Münzen mit einem selbstverständlichen Nicken, lehnen jedoch zu große Scheine häufig ab, denn Wechselgeld ist oft knapp und gerade bei kleinen Summen kann eine 200-Rand-Note zur Hürde werden. Es empfiehlt sich daher, einen kleinen Vorrat an Zehnern und Zwanzigern griffbereit zu haben, um weder Händler noch sich selbst in Verlegenheit zu bringen.
Die Geldautomaten in Kapstadt sind gut verteilt, finden sich in Einkaufszentren, Tankstellen und Banken. Allerdings kommt es vor, dass einzelne Geräte streiken oder schlicht kein Bargeld mehr ausgeben. Wer sich also bereits am Flughafen mit ein paar Scheinen eindeckt, erspart sich unangenehme Überraschungen. Gerade für Trinkgelder im Servicebereich, wo meist etwa 10 bis 15 Prozent üblich sind, lässt sich kaum vermeiden, auf Bargeld zurückzugreifen.
Vorsicht ist besser als Nachsicht – Sicherheit beim Geldabheben und Bezahlen
Niemand muss in Panik verfallen, doch ein waches Auge beim Bezahlen in Kapstadt schadet keineswegs. Skimming, also das illegale Auslesen von Kartendaten, kommt vor, weshalb Geldautomaten im gesicherten Umfeld wie Banken oder Einkaufszentren grundsätzlich die bessere Wahl darstellen. Freistehende Automaten an schlecht beleuchteten Straßenrändern können schnell zur Falle werden, besonders nachts oder in menschenleeren Gegenden.
Das alte Prinzip, dass die Karte immer im Blick bleiben sollte, hat auch hier Gültigkeit, denn in Hektik oder Unachtsamkeit kann sie schon mal verschwinden. Wer zusätzlich seinen PIN-Code konsequent schützt und keine fremde Hilfe zulässt, reduziert das Risiko deutlich. Ein gesundes Misstrauen kann auch den eigenen Geldbeutel vor Taschendieben bewahren, denn in der Menschenmenge von Waterfront oder Long Street finden sich durchaus geschickte Langfinger.
Gebühren, Wechselkurse und Spartipps – wie Reisende ihre Kosten im Blick behalten
Wer nach Kapstadt reist, tut gut daran, nicht nur die atemberaubende Aussicht im Blick zu behalten, sondern auch ein Auge auf Gebühren und Wechselkurse zu richten. Kreditkarten können Auslandsgebühren zwischen einem und drei Prozent verursachen, abhängig vom Vertrag mit der Heimatbank. Außerdem verlangen viele Automatenbetreiber eigene Gebühren, die gerne einmal 50 bis 100 Rand pro Abhebung betragen.
Reisekreditkarten ohne Fremdwährungsgebühr können hier viel Ärger ersparen und helfen, dass das Reisebudget nicht unbemerkt schwindet. Ebenso sinnvoll ist es, größere Summen abzuheben statt immer wieder kleine Beträge, weil jedes Mal neue Kosten entstehen.
Der Wechselkurs zwischen Rand und Euro schwankt nicht selten, weshalb ein Blick vor der Abreise spätere Überraschungen verhindern kann. Meist bietet der Automat übrigens einen besseren Kurs als die klassische Wechselstube, wodurch sich Kartenzahlung lohnen kann.
Auf lokalen Märkten sind Preisverhandlungen gang und gäbe, ein fester Preis ist dort eher die Ausnahme. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich der Betrag für eine Holzschnitzerei oder einen bunten Stoff gut aushandeln. Bei Kartenzahlung empfiehlt es sich dringend, in Landeswährung zu bezahlen statt in Euro, um teure Umrechnungsaufschläge zu vermeiden.