Wunder-Weihwasser heilt Aids: Bischof verkauft Lügen

Bischo Hamilton Nala

Das südliche Afrika hat die weltweit höchste Rate an HIV-Infizierten. Ein fünftel der südafrikanischen Bevölkerung ist mit dem tödlichen Virus infiziert. Insgesamt gibt es in Südafrika knapp 6 Millionen Krankheitsfälle. Damit steht das Land am Kap unangefochtenen auf Platz 1 dieser traurigen Liste. Das allein ist schon tragisch genug, doch was nun in der südafrikanischen Presse zu lesen ist, lässt einen wirklich am Glauben zweifeln.

Ein Priester aus Durban hat sich offenbar am Leid seiner gläubigen Schäfchen bereichert, in dem er Weihwasser für 10 Rand pro Flasche verkauft hat mit dem Versprechen, dass dieses HI-Viren zerstören und Aids heilen könne.

In seinen Predigten spricht Bischof Hamilton Nala immer wieder davon, dass geweihtes Wasser die folgenschwere Immunschwächekrankheit heilen könne. Seiner Gemeinde stellt er deshalb Weihwasser zur Verfügung. Aber natürlich ist sein heiliger Dienst nicht ganz kostenfrei. Pro Flasche Weihwasser verlangt er bis zu 15 Rand von den gläubigen HIV-Infizierten.

Die NGO „Treatment Action Campaign“ (TAC), die sich der Unterstützung von HIV-Infizierten und Aids-Kranken verschrieben hat und Aufklärungsarbeit leistet, warnt die Käufer des Wassers davor, ihre antiretrovirale Medikamente zur Behandlung der HIV-Infektion abzusetzen. Dies könne zum Ausbruch der Aids-Krankheit führen. Zudem fordert die Gruppe klinische Tests, um die Wirksamkeit der angeblichen Wundermedizin zu untersuchen. Sollte sich das „heilige Wasser“ als wirkungslos erweisen, müsse Nala verhaftet werden, so ein Sprecher von TAC.

Der Bischof findet das jedoch unsinnig und meint, derartige Tests würden für seine Gemeindemitglieder keinen Unterschied machen:

„Aus medizinischer Sicht müssen sie natürlich sagen, dass Aids nicht geheilt werden kann. Ich bin aber davon überzeugt, dass durch Gebete, den Glauben und Wasser, das ich im Namen Gottes geweiht habe, eine Heilung möglich ist.“

Südafrika Reiseangebot

Es ist traurig, aber wahr! In einem Land in dem der amtierende Präsident behauptet, die Risiken einer HIV-Infizierung könnten nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr durch eine Dusche minimiert werden, wo sein Vorgänger Aids gar als Erfindung des weißen Mannes und der Pharmaindustrie abtat oder wo Menschen Muti trinken, um sich unverwundbar für Pistolenkugeln zu machen, spielt der (Aber-)glaube und die traditionelle Medizin eine noch immer herausragende Rolle. Das mag für uns unverständlich und schlicht naiv sein, doch in Südafrika, wo ein Großteil der schwarzen Bevölkerung noch auf die Heilkräfte der Sangomas vertraut, sind solche Meldungen fast alltäglich.

Und so verwundert es auch nicht, dass die Warnungen der TAC so manchen Anhänger des Bischofs nicht überzeugen können:

„Sollen sie uns doch alle festnehmen. Lasst Vater Nala einfach allein. Wir haben uns freiwillig dazu entschieden, ihm zu folgen, er hat uns zu nichts gezwungen“, sagte einer der Anhänger Nala’s.

„Wir werden bis zum bitteren Ende kämpfen, sollten sie jemals versuchen, ihn zu verhaften. Nala ist unser Gott!“, fügte ein anderer gläubiger Südafrikaner hinzu.

Immerhin hat Bischof Nala mittlerweile seine Gefolgschaft dazu aufgerufen, weiterhin die ARV-Medikamente einzunehmen. Nicht jedoch, um den Ausbruch von Aids zu verzögern, sondern um ihm Ärger mit den Gesetzeshütern zu ersparen…

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