Warum nur Kapstadt ?

KapstädterJedes Jahr kommen sie wieder. Ab Dezember erreichen Tausende Kälteflüchtlinge auf dem hohen Norden die mother city am anderen Ende von Afrika. Aufgrund der geschichtlichen Verbindung schaffen es die Deutschen nur auf den zweiten Platz, nach den Briten. Da sowieso alle in Kapstadt ( Jedenfalls wo sich diem meisten Touristen aufhalten) Englisch sprechen, fallen sie nicht so auf. Die Deutschen umso mehr. Dies ist nicht negativ gemeint. Als Deutscher hörst Du, wenn nur 50 m entfernt jemand etwas in der eigenen Muttersprache flüstert.

Run der Sprachschüler nach Kapstadt

Ab Ende Januar wird es dann extrem. Zusätzlich zu den Winterflüchtlingen, den normalen Reisenden, welche die 2 Wochen Rundum-Sorglos-Rundreise Südafrika gebucht haben und 2 Tage in Kapstadt verbringen, kommen die Sprachschüler. In den 6 – 8 Wochen Semesterferien müssen die Sprachkenntnisse verbessert werden. Entscheidungskriterium bei den meisten Studenten sind die Kosten und die Temperaturen. Die Sonne scheint, das Meer ist aber eiskalt dank der Antarktis. Und dann sitzt man mit zwanzig anderen Landsleuten in einem Sprachkurs und büffelt 4 Stunden lang Vokabeln. Wenigstens hat man dann von 14 Uhr an Zeit, Kapstadt zu erkunden.

Was erwartet einen eigentlich hier in Kapstadt?

Als Einleitung und Erinnerung, dass man in Afrika ist, erstmals Tausende Wellblechhütten der armseligsten Art, die so genannten Townships. Armut und Trostlosigkeit pur. Dann plötzlich den Tafelberg und davor ein Stadtzentrum, dass zwar irgendwie nach den 1960er Jahren aussieht mit den Hochhäusern, aber auch europäisch. Stadtautobahnen, die im Nichts enden und daher bevorzugt bei Filmaufnahmen für Actionfilme genutzt werden. Ein modernes Stadion, Supermärkte, die den Vergleich mit deutschen Läden überhaupt nicht scheuen müssen, ultrastylische Bars, eigentlich Alles, was man aus Italien und Spanien her kennt.

Kapstadt

Kapstadt

Wer sich vorher nicht intensiv damit befasst hat, wird überrascht. Es gibt kaum etwas Afrikanisches in dieser Stadt. Die Stadt ist zwar nicht ganz so modern wie Frankfurt, aber nicht zu vergleichen mit Molochs wie Kairo. Von so Offensichtlichen wie der Hautfarbe spreche ich mal nicht. Wobei ich ehrlich gesagt kaum Regionen in Europa kenne, wo es so viele blonde Frauen gibt.

Laissez faire a la Kapstadt

Für uns Deutsche ist ein Punkt extrem verlockend am Leben in Südafrika. Auf neudeutsch sagt man „laidback“ und dies ist die Philosophie der meisten Kapstädter. Wäre es nicht genial, den relaxten Way of Life der Kapstädter anzunehmen? Warum hetzen, Kapstädtermorgen ist auch noch ein Tag. Urlauber und Auswanderer geniessen diese Einstellung und finden es für den eigenen Alltag so verlockend. Es ist echt was dran an der Aussage, dass man in dieser Stadt nicht zum Arbeiten geboren wird. Die Freizeitmöglichkeiten sind zu vielfältig. Ein Bewohner von Johannesburg lebt, um zu arbeiten. Ein Einwohner der mother city arbeitet nur das Nötigste, um zu leben. Die Antwort, dass heute etwas erledigt wird, bedeutet nicht, dass es innerhalb von 24 Stunden fertig gestellt wird.

Somit ist der gemeine Deutsche hin- und hergerissen. Auf der einen Seite will er vor Ort auch gerne laidback sein, aber trotzdem soll ein vereinbarter Termin auch fix sein. Eine sichere Zeitplanung geht folgendermassen: Geschätzte Dauer in Deutschland für irgendeine Sache z.B. 2 Monate. Dann rechnen wir in Kapstadt mal mit dem Doppelten und legen sicherheitshalber noch mal einen Monat drauf. 5 Monate erscheinen einen erstmal utopisch lang, aber ….

 

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