Südafrikas Währung stürzt ab – 4 Jahrestief

Südafrika Währung

Südafrika Währung: der Rand

Die schlechten Nachrichten aus Südafrika reißen nicht ab. Der Umtauschkurs der Währung eines Landes kann ja vereinfacht mit dem Aktienkurs eines Unternehmens verglichen werden – je besser es wirtschaftet, umso höher ist der Aktienwert. Dieses Prinzip ist auch auf die Währung eines Landes anzuwenden, je höher der Umtauschkurs der lokalen Währung gegenüber einem Dollar- bzw. Euro – Referenzkurs ist, umso schlechter steht es um das Land. Und dies ist jetzt in Südafrika der Fall. In den letzten 5 Jahren bewegte sich die südafrikanische Währung in einer Bandbreite von 8,5 Rand und 15 Rand. Als Ergebnis der Finanzkrise 2008 stürzte der südafrikanische Rand massiv ab und erreichte 2009 mit einem Wechselkurs von 1 Euro für 15 Rand den Tiefpunkt. Anschließend setzte die wirtschaftliche Erholung Südafrikas ein, die aber seit 2 bis 3 Jahren definitiv wieder vorbei ist. Aktuell hat die südafrikanische Währung mit 13 Rand ein Vierjahrestief erreicht.

Billiges Reiseland Südafrika

Für uns Touristen können es eigentlich keine besseren Nachrichten sein. Bei diesem Umrechnungskurs präsentiert sich das Land am Kap wieder als preiswertes Reiseziel. Am augenscheinlichsten ist es bei den kleineren Dingen, die man als Urlauber so bezahlt. Ein Kaffee kostet in Kapstadt noch etwa 1.20 Euro, ein Abendessen ca. 7 Euro. Wer sich einen Mietwagen nimmt, erfreut sich an den niedrigen Benzinkosten, die aktuell bei ca. ein Euro je Liter liegen. Da die meisten Touristen aber bereits in Deutschland die Unterkunft, die Rundreise bzw. den Mietwagen gebucht haben und die Kosten in Euro bezahlen, ist der Preisvorteil aufgrund des schwachen Rand gering. Backpacker und alle anderen Touristen, die aber vor Ort alle Dienstleistungen wie Zimmer, Transport, Ausflüge und Verpflegung erwerben, können jetzt Schnäppchen bekommen.

Folgen des Währungsverfalls für die Südafrikaner

Des einen Freud ist des es anderen Leid. Wie immer im Leben gibt es neben Denjenigen, die von etwas profitieren auch Personen, die unter einem Zustand Nachteile erleiden. Eine schwache Landeswährung ruft immer höhere Importkosten hervor, da die Importwaren meistens in Dollar oder Euro bezahlt werden müssen. Zuallererst werden die Südafrikaner die Randkrise bei den Energiekosten spüren. Die Benzinpreise werden relativ schnell steigen, auch die Preise von Ersatzteilen und Elektroniksachen passen sich den neuen Gegebenheiten an. Der Tourismus wird durch diese Entwicklung profitieren, wobei die Nachfrage eher mittelfristig steigen wird. Für diese Urlaubssaison sind die meisten Preise schon kalkuliert bzw. verhandelt. Sprachschulen beispielsweise offerieren ihren Service nur in Euro und Buchende haben somit erstmal keinen direkten Preisvorteil. Erweist sich das aktuelle Niveau des südafrikanischen Währungskurses aber als dauerhaft, wird es bald zu Preisreduzierungen kommen. Nachteilig ist der Währungsverfall jedoch für die Energiewende Südafrikas. Die meisten Komponenten für Kraftwerke, Solaranlagen und Windräder müssen importiert werden und in harter Währung bezahlt werden. Die Kosten steigen also extrem.

Südafrika Reiseangebot

Gründe für den Währungsverfall des Rand

Der Niedergang der Währung, aber auch der südafrikanischen Wirtschaft ist ja keine kurzfristige Angelegenheit, sondern hat sich in den letzten 3 Jahren bereits angedeutet. Südafrika ist immer noch eine rohstoffbasierte Wirtschaft, die ganz von der Weltwirtschaft abhängt. Sinkt die Nachfrage nach den einheimischen Rohstoffen, hat das Land weniger Einnahmen. Wird diese Situation mit hausgemachten einheimischen Problemen verschärft, dann hat Südafrika ein richtiges Problem. Und dies ist jetzt der Fall. Die Politik war in den letzten Jahren kaum ein Grund für eine euphorische Wirtschaft. Korruption, Inkompetenz, Bürokratie, Verstaatlichungsforderungen etc. wurden schon immer als eine Bremse für eine prosperierende Wirtschaft genannt. Im Januar dieses Jahres titelte eine große Kapstädter Zeitschrift mit der Schlagzeile, ob in Südafrika ein „Arabischer Frühling“ drohe. Die Gemengelage hat sich seither in die Richtung dieser Negativszenarios entwickelt. Aktuell wird Südafrika von massiven Streikwellen erschüttert, die immer wieder in Gewaltexzessen enden. Die Regierung ist in die Enge getrieben: Werden die massiven Forderungen der Streikenden akzeptiert, wird die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Landes noch weiter unterhöhlt. Zu den bereits angekündigten Massenentlassungen werden noch weitere kommen. Werden die Forderungen durch Polizeigewalt verhindert, steigt das Risiko von Unruhen weiter. Alles in allem keine guten Zukunftsperspektiven für Südafrika.

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