Südafrikas Minen in Schwierigkeiten

SüdafrikaSüdafrika ist ein rohstoffreiches Land. Gold, Diamanten und Erze halfen beim industriellen Aufstieg im vergangenen Jahrhundert. Was auf der einen Seite ein Segen für das Land ist, ist gleichzeitig aber auch eine große Bürde. Südafrika hat es nie geschafft, sich aus der Abhängigkeit der Rohstoffindustrie zu befreien. Die Folge ist, dass das Land auf Gedeih und Verderb von der Weltnachfrage nach  Rohstoffen abhängig ist. Bester Indikator für diese Abhängigkeit ist die Schwankung der südafrikanischen Währung Rand. Geht es der Weltwirtschaft gut, ist die südafrikanische Währung extrem stark. 208 nach der Lehmankrise war die Weltwirtschaft am Boden, genauso wie die südafrikanische Wirtschaft und damit die südafrikanische Währung. Nachdem sich in den letzten 3 Jahren alles etwa beruht hat, geht es jetzt wieder in diese Richtung. Seit Monaten schwächelt die südafrikanische Währung aufgrund diverser Faktoren.

Seit Jahren bringt die südafrikanische Regierungspartei immer wieder einen Plan von der Verstaatlichung der südafrikanischen Minen ins Spiel. Obwohl es nicht sehr wahrscheinlich ist, dämpft dieses Damoklesschwert doch die Investitionsbereitschaft. Jetzt schlägt die Regierungspartei eine Art Sondersteuer vor, um den Großteil der Gewinne abschöpfen zu können. Auch dieser Vorschlag kann von den Bergbauunternehmen nicht als positiv aufgenommen werden.

Die meisten dieser Unternehmen kämpfen bereits an mehreren Fronten. Seit Jahren gibt es Strommangel in Südafrika und an Tagen mit hoher Nachfrage müssen sie ihre Produktion stoppen oder drosseln. Die Bergwerke werden auch durch anhaltende Streiks unter Druck gesetzt. Die Gründung neuer Minengewerkschaften hat eine Art Wettbewerb ausgelöst, wer die größeren Vorteile für die Bergarbeiter bringt. Standorte wie Rustenburg in der Nordwestprovinz sind von wochenlangen Streiks betroffen. Die Bergwerke in Südafrika zählen mit zu den gefährlichsten Arbeitsplätzen der Welt. Jedes Jahr kommen Tausende Kumpel bei Unglücken ums Leben. Seit letztem Jahr greift jetzt die Regierung viel strikter durch. Die Anforderungen wurden massiv erhöht und bei Unglücken wird das betroffene Bergwerk erstmal mehrere Tage geschlossen. All dies verursacht beträchtliche Mehrkosten.

Südafrika Reiseangebot

Und zu guter Letzt sind aufgrund der weltweiten Krise einige Metallpreise bereits beträchtlich eingebrochen. Letzte Wochen verkündeten die ersten Betreiber von Plantinminen, Bergwerke komplett zu schließen, da ein wirtschaftlicher Betreib nicht mehr möglich ist. Der Preis liege jetzt unter den Förderkosten.

Südafrika muß sich also wieder auf harte Zeiten einrichten. Bei einem Anteil von etwa 15 % des BIP bedeuten diese Erschütterungen keine guten Nachrichten für die gesamte südafrikanische Wirtschaft. Einzig Touristen können von dieser Entwicklung profitieren, da mit hoher Wahrscheinlichkeit die südafrikanische Währung schwächer tendieren wird und somit ein Urlaub in Südafrika noch preiswerter zu bekommen sein wird.

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