Südafrikanische Währung Rand abgestürzt, was sind die Folgen 6 Monate später?

Südafrikanische Währung Rand

Südafrikanische Währung Rand

Den Dezember 2015 werden viele Südafrikaner nicht so leicht vergessen. Aufgrund der Entlassung des erfahrenen Finanzministers Nhlanhla Nene, ersetzt durch einen „Hinterbänkler“ und den 4 Tage späteren erneuten Austausch des Finanzministers hatte Präsident Jacob Zuma Südafrika einen Bärendienst erwiesen.

Der in vielen Jahren erarbeite Status eines zuverlässigen Finanzpartners wurde in kürzester Zeit komplett zerstört. Die Börsen reagierten entsprechend, der Kurs der südafrikanischen Währung stürzte von ca. 15 Rand je Euro auf in der Spitze 18 Rand.

Aktuell beträgt der Währungskurs Euro / Rand 1:17.

Betrachtet man den 10 Jahres – Zeitraum, in dem der Kurs zwischen 8 und 18 Rand schwankt, kann man die Dramatik verstehen.

Welchen Folgen hat nun der Währungsverfall für die Südafrikaner?

Man würde vermuten, dass es positive Einflüsse auf Tourismus und Export hat, die Kosten für Import von Gütern und Materialien und damit die Preise aber steigen werden.

Nachfolgend werden einige Aussagen aus südafrikanischen Medien aufgeführt, die die Folgen des Währungscrashs veranschaulichen.

Der schwache Rand wird Südafrika Schmerz bringen“,

wurde am 8. Januar 2016 in der Times Live angekündigt. Die Folgen sind zweischneidig, so die Zeitung. Die Preise von Konsumgütern, aber auch Benzin, werden steigen. Weizen und Mais werden bedeutend teurer, im Prinzip viele Grundnahrungsmittel. Die arme Bevölkerung wird darunter besonders leiden, da ein Großteil ihrer Ausgaben aus Lebensmitteln besteht. Exporteure, wie Minen und die Tourismusindustrie sollten von dieser Entwicklung profitieren.

Aber dies sollten schon die ganzen positiven Nachrichten sein.

2016 wird ein hartes Jahr für die Südafrikaner“, so das Fazit.

Südafrika steht kurz vor der Rezession,

so der Eyewitness news am 8. Juni 2016

Südafrika stehe nach 7 Jahren Wachstum kurz vor der Rezession. Der Vorteil des niedrigen Währungskurses werde durch die schwachen Weltmarktpreise der Rohstoffe mehr als konterkariert. Im Quartalsvergleich fiel die Produktion der Minen um mehr als 18 Prozent.

Die Ernteerträge fielen aufgrund der extremen Dürre dieses Jahr um mehr als 6,5 % geringer aus als im Vorjahreszeitraum.

Südafrikas Wirtschaft schrumpfte im 1. Quartal um 0,2%. Und die Experten erwarten die nächsten Quartale keine Verbesserung.

Wir erwarten, dass sich das Kreditrating des Landes weiter verschlechtert.“

Der schwache Rand verhindert die Neueinstellung von Beschäftigten in Südafrika

titelte der Mail & Guardian am 9. März 2016

Südafrika Reiseangebot

Gemäß der im Artikel zitierten “Manpower Employment Outlook” Umfrage verringerten sich im Jahresvergleich die Chancen für eine Neuanstellung um 6 Prozent. Eine Kombination aus verringerten Rohstoffpreisen und erhöhtenBetriebskosten durch importierte Waren reduzieren das Budget der Unternehmen für neue Arbeitsplätze.

Der größte Nachfragerückgang nach Arbeitern wurde im Western Cape gemeldet, wo Kapstadt die Hauptstadt ist.

Der schwache Rand ist kein Katalysator für den südafrikanischen Export,

so die Business day am 20. Juni 2016

Nach 5 Jahren schwachen Wachstums ist 2015 das Produktionswachstum im größten Industrieland Afrikas zum Stillstand gekommen. Südafrikas Anteil am weltweiten Export fiel im Zeitraum von 2011 zu 2015 um 15 Prozent.
Bis letztes Jahr hinein quälte sich das Land mit immer wiederkehrenden Stromengpässen.

Obwohl dieses Problem nicht mehr aktuell ist, hat es eine starke negative Wirkung auf die Produktionszahlen gehabt. Immer höher steigende Löhne der Arbeiter hatten ebenfalls ihre Wirkung auf die Exportzahlen.

Beim wichtigen Exportgut Auto verringerte sich der Export um 21 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Die Vorteile des niedrigen Währungskurses werden zum Teil durch die hohe Inflation wieder aufgefressen, so im Artikel.

Die Zahlen spiegeln den unaufhaltsamen Niedergang der südafrikanischen Wirtschaft wieder, so das Fazit.

Sonne, Safaris und eine schwache südafrikanische Währung locken mehr ausländische Touristen ins Land,

titelt Timeslive am 29.05.2016.

In den ersten 3 Monaten des Jahres 2016 erreichten 18,7 % mehr ausländische Touristen Südafrika. Laut dem Tourismusministerium kamen die meisten Touristen aus China, Indien und den USA.

Nach dem Ebola Ausbruch in Teilen Afrikas und verschärften Visabedingungen im vergangenen Jahr befinde sich der Tourismus wieder im starken Aufwind. Diese Aussage beziehe sich jedoch nur auf die ausländischen Touristen, die Südafrika besuchen.

Die lokale touristische Nachfrage aus Südafrika leide unter den härteren wirtschaftlichen Bedingungen. Das Ministerium arbeite an Plänen, wie die Reisekosten für Einheimische preiswerter werden können.

Zum Beispiel werde es für bestimmte Gruppe Sonderpreise für Unterkünfte oder Sehenswürdigkeiten geben.

Ohne Zweifel gibt es für ausländische Touristen nur Vorteile durch die aktuelle wirtschaftliche Situation des Landes. Die oben erwähnten Punkte zeigen jedoch, dass dies für die Einheimischen nicht zutrifft.

Es sieht im Moment nicht gut aus für das Land.

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