Orange River Rafting

Kanutour auf Orange River

Kanutour auf Orange River

Wer nach mehreren Tagen Kapstadt Lust auf ein kleines Abenteuer mitten in der (Halb-)Wüste hat, sollte sich einmal mit dem Thema Rafting Tour auf dem mächtigen Orange River beschäftigen. Der Orange River ist der längste Fluss Südafrikas. Seine Quelle hat der „Oranje“ in den Bergen Lesothos, fließt dann über das Plateau der Provin Free State, durch die nördliche Halbwüste Südafrikas, bis zum Atlantik bei Alexander Bay. Im westlichen Teil ist der Orange River Grenzfluss zwischen Südafrika und Namibia. Hier durchfliesst der Orange River den etwa 1600 Quadratkilometer grossen Richtersfeld-Nationalpark, eine spektakuläre Steinwüste, die Aehnlichkeit mit einer Mondlandschaft hat, dennoch aber abwechslungsreich ist, seien es Berge, Täler oder grüne Oasen mitten in der kargen Landschaft. Das Klima hier ist extrem, im Sommer steigen die Temperaturen auf über 40 Grad, im Winter kann es empfindlich kühl werden.

Eine mehrtägige Raftingtour auf dem Orange River

Diverse Raftinganbieter operieren von einem Camp etwa 20 km westlich des Ortes Vioolsdrift. Der Ort liegt direkt an der Autobahn zwischen Kapstadt und Windhoek. Da die Kanuten am Ende der mehrtägigen Raftingtour auf der namibischen Seite auschecken, müssen sie vor Antritt der Tour aus Südafrika ausreisen. Die damit verbundene Fahrerei wird von den Raftinganbietern übernommen.

Interessenten können sich zwischen einer zweistündigen Schnuppertour und einer bis zu 6 Tage langen Paddelexkursion entscheiden.

Richtig spannend sind aber nur die mehrtägigen Touren, da es dann zum einen tief in die Gebirgswüste hineingeht und man zum anderen auch unter freien Himmel übernachtet. Bei der längsten Tour können unter optimalen Bedingungen bis zu 140 km absolviert werden. Die Strecke ist abhängig vom Wasserstand und den Windbedingungen, die manchmal das Vorankommen beeinträchtigen.

Die Raftingtour wird üblicherweise in 2-Mann-Schlauchbooten absolviert. Diese Boote sind sehr stabil und kentern nur unter extremen Bedingungen. In den Booten werden sowohl die persönlichen Habseligkeiten als auch notwendige Lebensmittelvorräte und Kochuntensilien für die einzelnen Tage untergebracht. In einer wasserdichten Tonne können alle wichtigen persönlichen Sachen deponiert werden.

Die Anforderungen an die Teilnehmer bzgl. Raftingkenntnisse sind gering. Ausser einigen Wochen nach dem Ende der Regenzeit in Lesotho plätschert der Orange River gemächlich dahin mit vereinzelten Stromschnellen. Bedenken sollte man jedoch, dass eine mehrtägige Raftingtour stark an der Kondition zehrt. Nach dem ersten Tag merkt man schon etwas in den Armen, dass es ganz schön anstrengend ist. Die meisten bekommen einen leichten Muskelkater.

Eine neue Bootsetappe beginnt

Eine neue Bootsetappe beginnt

Tagesablauf der Raftingtour

Jeden Tag wird in der Regel in 2 Abschnitten von etwa 3 bis 4 Stunden gepaddelt. Unterwegs gibt es immer mal wieder Stromschnellen, die aber den untersten Klassen entsprechen und von Anfängern einfach befahren werden können. Es besteht jederzeit die Möglichkeit, im Orange River zu baden, da es keine gefährlichen Tiere oder Parasiten gibt. Die Landschaft ist umwerfend schön, ziemlich surreal, eine Steinwüste, durchschnitten von einem Fluss mit einem grünen Band, vielleicht 100m bis 300m breit. Der Fluss schlängelt sich auch durch Canons, in die man einfährt während die Berge sich mayestätisch mehrere hundert Meter erheben. Wahnsinn!

Mittags gibt es immer eine längere Pause und abends wird eine Sandbank oder das Ufer angefahren, wo man das Camp errichtet. Dies besteht hauptsächlich aus dem Lagerfeuer, wo das Essen zubereitet wird, ein paar Bierchen und netten Gesprächen mit den anderen Reisenden. Geschlafen wird unter freien Himmel auf Isomatten und ggf. in Schlafsäcken – ein unvergessliches Erlebnis. Hier erkennt man dann erstmal wieder, wieviel Sterne am Himmel stehen. Solch einen atemberaubenden Sternenhimmel kennt man in Europa aufgrund der Lichtverschmutzung gar nicht mehr. Allein dieses Erlebnis ist die Reise in die Wüste wert.

Gebirgslandschaft am Orange River

Gebirgslandschaft am Orange River

Anreise zum Basiscamp am Orange River

Der zu befahrene Streckenabschnitt des Orange River liegt etwa 6 Fahrstunden nördlich von Kapstadt. Die Tourangebote beinhalten immer die Anreise mit einem Minibus von Kapstadt. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, individuell anzureisen. Das bietet sich vor allem dann an, wenn man sich mit mehreren Leuten ein Mietauto teilt. Als weitere Option kann man mit dem Linienbus bis nach Vioolsdrift fahren und sich dann abholen lassen.

Unser Basiscamp befand sich ungefähr 20 km stromabwärts vom Grenzübergang nach Namibia. Nach der Ankunft musste man erstmal aus Südafrika ausreisen, jedoch dann wieder zurückkehren. Einfacher Grund: am Ende der Kanutour betritt man den Boden Namibias, da es auf südafrikanischer Seite keine Straßen gibt und reist dann wieder nach Südafrika ein.

Im Camp gibt es eine Bar, Grillplätze und einen Swimmingpool. Somit kann man dort erstmal auf afrikanische Weise relaxen. Natürlich kann man auch direkt im Fluss baden. Geschlafen wird unter freien Himmel, Zelte gibt es nicht (kann man auf Wunsch jedoch mieten).

Es bietet sich an, die Raftingtour auf dem Orange River mit einer Namibiareise oder einer Wanderung in den Cederbergen kombinieren.

Kosten einer Raftingtour

Eine viertägige Kanutour kostet etwa 250 – 300 Euro, 6 Tage etwa 300 – 350 Euro. Darin enthalten ist auch der Transport und die Verpflegung.

Anbieter

http://www.raftingorangeriver.co.za/

http://www.riverrafters.co.za/index.htm

http://felixunite.com/

Südafrika Reiseangebot

 

Touren werden das ganze Jahr über angeboten, aber sie sind eher in den Sommermonaten beliebt (November bis März). Während des Winters kann es sehr kalt sein.

Weitergehende Informationen zum Orange River und der Region

 

Touren für Fliegenfischer

Fliegenfischer können eine Tour vom „Augrabies Falls“ Nationalpark aus machen. Dauer dieser Option reicht von einer Halbtagestour bis zu einer 4-Tages-Expedition. Diese Touren bieten Zugang zu den wilderen, exklusiveren Abschnitten des Flusses und wenn Sie Glück haben, könnten Sie dort die scheuen gelben Fische fangen, die bis zu 4 kg wiegen.

Einige Fakten zum Orange River

Der Orange River ist mit knapp 2.200 km der längste Fluss im südlichen Afrika. Er erstreckt sich von den Bergen Lesothos über die nördliche Halbwüste Südafrikas, bevor er bei Oranjemund als südafrikanisch-namibischer Grenzfluss in den Atlantik mündet. Die Bezeichnung Orange River ist die englische Version, in Afrikaans wird er als Oranje bezeichnet, ein weiterer Name ist Gariep. Im Bergkönigreich Lesotho ist er auch unter dem Namen Senqu bekannt. Im Hochland von Lesotho fallen das ganze Jahr über reichliche Niederschläge, die sicherstellen, dass der Orange River trotz seines Verlaufes durch die Halbwüste genügend Wasser mit sich führt. Im Quellgebiet beläut sich der jährliche Regenfall auf etwa 2000 mm, an der Mündung sind es nur 50 mm. Etwa 200 km westlich von Lesotho vereinigt sich der Orange River mit seinem weitaus größeren Nebenfluss Vaal. Das Einzugsgebiet beläuft sich auf fast 1 Million Quadratkilometer. Durch die alljährlichen Regenfällen in Lesotho dient der Orange River als Lebensader im trockenen Norden Südafrikas. Aus der Luft betrachtet erkennt man ein grünes Band, welches durch die Halbwüste des Northern Cape fließt.

Orange River

Orange River

Wirtschaftliche Bedeutung des Orange River

In der staubtrockenen Halbwüste des Northern Cape ist der Fluss die einzige Bewässerungsquelle. Ohne das Wasser des Flusses könnte nicht die Viehwirtschaft und der Bergbau betrieben werden, wie es der Fall ist. Im gesamten Unterlauf des Orange River gibt es ein grünes Band entlang des Flusses, wo Gemüse, Obst und sogar Wein angebaut wird.

In den vergangenen Jahrtausenden hat der Orange River riesige Mengen Geröll mit sich geführt, die sich im Unterlauf ablagerten. Hier wurde im vergangenen Jahrhundert eine Vielzahl von Diamanten gefunden. Das Gebiet um Oranjemund gilt immer noch als Diamantenabbaugebiet. Jedoch hat sich der Schwerpunkt der Diamantensuche auf die Gewässer vor der Flussmündung verlagert.

Im oberen Teil dient der Orange River auch als Trinkwasserversorgung für den Großraum Johannesburg.

Neues Wirtschaftsfeld: Solarenergieerzeugung am Orange River

Aufgrund der Bemühungen der südafrikanischen Regierung, den Anteil der erneuerbaren Energien zu erweitern, kommt dem Fluss eine Schlüsselstellung zu. Die Regionen entlang des Flusses um die Stadt Upington eignen sich hervorragend für die Erzeugung von Solarenergie. Es gibt genügend preiswerte und ebene Flächen, eine hervorragende Infrastruktur, industrielle Abnehmer des Solarstromes und das ganze Jahr über eine hohe Sonneneinstrahlung.

Geplant sind Solarenergieparks, die die Größenordnungen von mehreren Atomkraftwerken haben. Erste Solaranlagen werden schon gebaut. Einziger Mangel beim Aufbau in dieser Region ist Wasser, das nur vom Orange River kommen kann und vorrangig für die Landwirtschaft benötigt wird.

Wuestenlandschaft am Orange River

Wuestenlandschaft am Orange River

Landschaft am Orange River

Im östlichen Bereich fließt der Orange River durch den Free Staate und versorgt riesige Bewässerungsflächen mit dem teuren Nass. Je weiter westlich der Fluss vorstößt, umso arider wird die Landschaft, bis nur noch ein grünes Band in unmittelbarer Nähe des Flusses bewässert wird. In und um die Stadt Upington wird viel Wein angebaut.

Wahrscheinlich ist dieses Weinanbaugebiet das einzige, welches in einem Wüstengebiet in Größenordnung Weinanbauflächen vorweisen kann.

Etwa 100 km westlich von Upington liegt der Nationalpark Augrabies Wasserfälle. Hier stürzt der Orange River auf 150 m Breite etwa 60 m in die Tiefe, bevor er dann durch eine etwa 10 km lange und 200 m tiefe Felsenschlucht fließt, die er sich in Jahrtausenden gegraben hat. Der über 200 km² große Nationalpark bietet in felsiger Wüstenlandschaft einen ersten Eindruck vom nördlich beginnenden Kalaharipark.

Die letzten 500 km fungiert der Orange River als Grenzfluss zwischen Namibia und Südafrika. Westlich des Grenzüberganges Viooldrif muss sich der Orange River wieder durch Felsmassive schlängeln. Hier hat sich der Fluss wieder ein Bett durch die Sandsteine erkämpft. Der hier beginnende Richtersfeld-Nationalpark ist etwa 1600 km² groß und gilt noch als richtig ursprünglich und wild. Das Klima hier ist extrem heiß und trocken, im Sommer können es über 50 Grad werden, im Winter fallen die Temperaturen teilweise bis auf Null Grad.

Augrabi Falls

Augrabi Falls

Tourismus am Orange River

Upington gilt als das touristische Tor zur Kalahari. Von hier starten die Touristen in den riesigen Kalahari – Nationalpark im Grenzgebiet Südafrika / Namibia / Botswana. Der Nationalpark Augrabies Wasserfälle etwa 1 Autostunde westlich von Upington ist auch ein lohnendes Ziel.

Obwohl die Stadt Upington jetzt nicht das ultimative touristische Reiseziel ist, gibt es hier auch einiges zu sehen, u. a. die längste Palmenallee Südafrikas. Übrigens ist die etwa 100.000 Einwohner zählende Stadt eines der teuersten Pflaster in ganz Südafrika.

Baden im Oranje

Baden im Oranje

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