Mietwagenrundreise Südafrika

Individualreisen sind die Möglichkeit, Südafrika auf eigene Faust zu erkunden. Einen Mietwagen zu nehmen und dann ohne Rücksicht auf andere Mitreisende das Land zu befahren – dies ist der Traum vieler Urlauber. Südafrika bietet sich hervorragend für eine Mietwagenrundreise an. Die Verkehrsinfrastruktur ist hervorragend, die Straßen sind fast überall makellos, es gibt immer Benzin zu kaufen und im Pannenfall steht ein Notdienst zur Verfügung. Praktisch im ganzen Land sind Unterkünfte verfügbar, entweder als Hotel, Bed & Breakfast oder als Campingplatz.

Wer gern solch eine Mietwagenrundreise absolvieren will, muß praktisch 3 Entscheidungen treffen:

a) Welche Region will ich bereisen?
b) Möchte ich eine durchgeplante Rundreise über einen Veranstalter buchen, der die Hotels bucht? Oder möchte ich auf eigene Faust fahren und mir ständig Gedanken machen, wo ich die nächsten Nächte schlafe?
c) Welche Mietwagenkategorie soll ich buchen? Ein größerer Mietwagen kostet mehr, aber brauche ich ihn wirklich?

Zu jeder dieser Kategorien geben wir jetzt eine Antwort.

a) Streckenplanung der Mietwagenrundreise

Südafrika ist ein riesiges Land. Vom Krügerpark im Norden des Landes bis nach Kapstadt sind es beispielsweise über 1.800 Kilometer. Mit dem Auto benötigt man mehr als 2 Tage für diese Strecke. Dies soll nur die Grundproblematik verdeutlichen, mit denen Südafrikareisende bei ihrer Planung konfrontiert werden. Möchte ich so viel wie möglich sehen und daher einen Großteil meiner Urlaubszeit im Auto verbringen oder entscheide ich mich bewußt für ein oder zwei Regionen, die ich dann entspannter bereise?

Mit dem Mietwagen in Südafrika unterwegs

Mit dem Mietwagen in Südafrika unterwegs
Quelle: Chris Eason (CC BY 2.0)

Persönlich finde ich, daß bei einem zwanzigtägigen Urlaub eine tägliche Durchschnittsfahrzeit von 3 Stunden ( ohne Pausen ) noch akzeptabel ist. Die Gesamtfahrzeit von 60 Stunden wird in der Praxis dann jedoch ungleichmäßig verteilt sein. An einzelnen Tagen ist man 8 Stunden im Mietwagen unterwegs, dazwischen sollte es aber immer wieder autofreie Tage geben. Die Reisegeschwindigkeit sollte mit etwa 60 – 70 Kilometer je Stunde kalkuliert werden, da es in vielen Gegenden keine autobahnähnlichen Strecken gibt. Hier finden man für einzelne Regionen Streckenvorschläge mit Entfernungen und Fahrzeiten, um eine erste Planung zu erstellen.

Südafrika Reiseangebot

b) Vorbuchung der Unterkünfte

Außer in der südafrikanischen Hochsaison von Mitte Dezember bis Mitte Januar ist es eigentlich immer möglich, ein Zimmer ohne Vorabbuchung zu bekommen. Hat man keinen exakt durchgetakteten Reiseplan und ist bei der Zimmerauswahl nicht so wählerisch, sollte man diese Variante wählen. Es sollte einem jedoch bewußt sein, daß man praktisch jeden 2. Tag sich Zeit für die Vorabplanung nehmen muß. Soll man 1 Tag vor Ankunft am nächsten Reiseziel in verschieden Hotels anrufen und sich ein Zimmer reservieren? Oder fährt man einfach drauflos und schaut sich vor Ort um? Ist man in einer sehr touristischen Region mit vielen Zimmerangeboten, dann kann man so verfahren. Sicherheitshalber sollte man jedoch checken, ob dort nicht gerade eine Großveranstaltung stattfindet. Mir ist es einmal passiert, daß aufgrund eines Radrennens die gesamte Stadt ausgebucht war. Erreicht man die Gegend erst nach Einbruch der Dunkelheit und man kennt sich dort überhaupt nicht aus, hat man ein Problem.

Die entspanntere Variante ist daher die vorgeplante Mietwagenrundreise eines Veranstalters. Die Reiseetappen haben sich in der Vergangenheit bei anderen Urlaubern bewährt, die Zimmer sind reserviert. Man muß sich keine Gedanken dazu machen. Jedem Südafrikaanfänger würde ich diese Variante empfehlen.

c) Mietwagengröße und Mietwagentyp

In den meisten Fällen ist die Buchung über einen deutschen Veranstalter die günstigste Option. Erfahrene Südafrikareisende können zwar vor Ort bessere Mietpreise finden (dies hängt aber auch vom aktuellen Währungskurs ab), aber die Versicherungsbedingungen und die enthaltene Kilometeranzahl sind bei deutschen Verträgen fast immer vorteilhafter. Wie schon erwähnt, sind die zu fahrenden Reisestrecken groß. Wer einmal 8 Stunden in einem Kleinwagen gesessen hat, wird sich für seine Sparsamkeit verfluchen. Als Minimalgröße sollte man für eine größere Rundreise die Golfklasse buchen, besser noch eine Klasse höher. Die Mehrkosten erlauben dann einen viel entspannteren Urlaub. Eine Klimaanlage und Navigationsgerät gehört auch zur Pflichtausstattung. Einen Geländewagen benötigt man nur für ganz wenige Gebiete, z.B. Lesotho oder Teile von Botswana. Weitergehende Informationen für die Automieter finden sich in diesem Artikel. Die Nationalparks können mit normalen Autos befahren werden, einzelne 4&4 Strecken in den Nationalparks sind halt dann tabu.

Mit welchen Kosten muß man rechnen, wenn man eine Mietwagentour absolviert?

Ein Mietwagen in der Golfklasse kostet bei einer dreiwöchigen Mietzeit etwa 700 Euro, also etwa 35 Euro je Tag. Dazu kommen die Kosten für Benzin (4.000 km = 300 Liter a 1 Euro/ Liter) und evt. Mautgebühren und Parkgebühren. Für die Übernachtung rechnet man für ein Doppelzimmer pro Nacht mit etwa 100 Euro. Normalerweise kosten gebuchte Mietwagenrundreisen bei Veranstaltern etwas mehr, dies muß im Einzelfall jedoch geprüft werden.