Südafrika-Wieder Stromanstieg

SüdafrikaNicht nur Deutschland kämpft mit steigenden Strompreisen, die südafrikanischen Haushalte und Unternehmer sind auch mit diesem Problem konfrontiert. Südafrika muß nach Jahrzehnten zu geringer Investitionen in seine Energieindustrie jetzt Milliardensummen aufbringen, um die Stromnachfrage zu bewältigen. Das Land hat es seit dem Ende der Apartheid versäumt, seine Kraftwerke auf den neuesten technischen Stand zu bringen und neue Kapazitäten aufgrund steigender Stromnachfrage zu schaffen.

Strommangel in der Vergangenheit

Negativer Höhepunkt dieser Entwicklungen waren die Jahre zwischen 2008 und 2010, als komplette Stadtteilen planmäßig für einige Stunden der Strom abgestellt wurde und Unternehmen zu Produktionskürzungen gezwungen wurden. Die Bergbauindustrie hat durch diesen Energieengpass in den letzten Jahren Milliardenumsätze verloren und in deren Folge auch an Wettbewerbsfähigkeit verloren.

Milliardeninvestitionen in die Stromindustrie

Um Strom in dieser Größenordnung produzieren zu können, muß der Stromversorger ESKOM Euro-Milliardensummen investieren, welche es kaum aufbringen kann. Als Betrag werden 50 Milliarden Euro genannt, die bis 2017 verbaut werden sollen. Das Land hat sich ein ehrgeiziges Erneuerbare – Energien – Ziel verschrieben. Im Northern Cape werden gerade die ersten Solarkraftwerke erbaut, an der Westküste und an der Garden Route beginnen bald die Arbeiten an den ersten größeren Windparks. Selbst Standorte für Windräder wie der Tafelberg werden in der lokalen Presse schon genannt. Aktuell ächzt ESKOM jedoch unter einem Schuldenberg von etwa 18 Milliarden Euro.

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Strompreise – früher, jetzt und in Zukunft

Aktuell zahlen Stromverbraucher in Kapstadt und ganz Südafrika 6,6 Rand pro Kilowattstunde. Bei dem aktuellen Umrechnungskurs, der extrem schwankt, sind das etwa 6 Euro – Cent. Die südafrikanische Energieüberwachungsbehörde teilte jetzt mit, dass in den kommenden 5 Jahren der Anstieg jährlich 8 Prozent betragen wird. Dies ergibt im Jahr 2018 einen Tarif von 8,9 Rand je kWh. ESKOM hatte einen Preisanstieg von jährlich 16 Prozent beantragt. Für uns Deutsche erscheinen diese Tarife immer noch preiswert. Berücksichtigt man jedoch, dass in den vergangenen 6 Jahren die südafrikanischen Verbraucher bereits jährliche Preiserhöhungen von durchschnittlich 25 Prozent ertragen mussten, kann man die Klagen verstehen. Da neben Strom auch Benzin und in deren Folgen die Lebensmittelpreise anstiegen, betrug die jährliche Inflationsrate fast immer einen zweistelligen Wert. Die Zentralbank hat als Ziel eine Inflation im Bereich von 3 und 6 Prozent definiert.

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