Streit wegen Hauszuteilungen in Kapstadt

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Mit dem Ende der Apartheid versprach die ANC – Regierung allen Südafrikanern ein besseres Leben. Jedes sollte ein Haus bekommen mit fließend Wasser und Strom, außerdem sollten genügend Arbeitsplätze geschaffen werden. Nach 20 Jahren hat die Regierung keines ihrer Versprechen eingehalten. Korruption, Unfähigkeit und wirtschaftliche Schwierigkeiten haben ihren Tribut gezollt.

Ein Vorzeigeprojekt in Kapstadt mit Schwierigkeiten

Das „N2 Gateway Housing Project“ gilt als Vorzeigeprojekt in Südafrika, mit dem die Regierung das Wohnungsproblem in Griff bekommen will. Im Endausbauzustand sollen dort 25.000 Wohneinheiten fertig gestellt sein. Der Standort liegt etwa 40 km östlich des Stadtzentrums von Kapstadt in Delft. Laut Plan sollen etwa 70 Prozent der Mieter Bewohnung der informellen Siedlungen in den Townships sein, die aktuell in Wellblechhütten leben. Die restlichen 30 Prozent sollen an Bewerber der städtischen Warteliste für Wohnungen zugeteilt werden. Das Projekt wurde von Anfang an kontrovers diskutiert. Kritiker sagten, dass hier Kapstadt nur aufgrund der Fußball – WM ein Leuchtturmprojekt an der Autobahn errichten will. Über 10.000 Bewohner des Baugebietes wurden zwangsumgesiedelt mit dem Versprechen, bei der Zuteilung bevorzugt zu werden. In den letzten Jahren gab es immer wieder Berichte über die schlechte Qualität der Häuser. Im Bauabschnitt 1 wurden weniger als 1000 Einheiten fertig gestellt, die aufgrund der Mängel wahrscheinlich wieder abgerissen werden müssen. Von den Zwangsumgesiedelten wurde damals kaum jemand berücksichtigt.

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Streits über Zuteilung für neue Häusern

Knapp 600 Häuser wurden Ende des Jahres an die neuen Mieter in Kapstadt vergeben und wieder gingen die Zwangsumgesiedelten fast komplett leer aus. Etwa 100 Bewohner der Joe Slovo Siedlung im Township Langa, wo viele der ehemaligen Anwohner jetzt leben, marschierten jetzt in einem Protestzug zur Kapstädter Stadtverwaltung. Sie vertreten über 2.000 Betroffene und fordern, dass die Versprechen eingehalten werden und die Leute jetzt ihre Wohnung erhalten sollen. Im Jahre 2013 sollen etwa 3.000 Einheiten übergeben werden. Die ganze Geschichte besitzt noch erhebliches Potential für soziale Unruhen. Nach 20 Jahren fordern die Armen immer ungeduldiger ihren Anteil am Wohlstand, den Südafrika aber nicht geben kann.

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