Steht Südafrika am Abgrund?

SüdafrikaEs sind gerade mal 3 Wochen vergangen, dass eine Demonstration von Bergarbeitern außer Kontrolle geriet. Am Ende blieben über 40 getötete Sicherheitsleute, Polizisten und Demonstranten zurück. Das Ereignis wird in Südafrika und in der ganzen Welt als schlimmster Vorfall seit dem Ende der Apartheid bewertet. Es deutet sich jedoch immer mehr an, dass Südafrika unruhige Zeiten bevorstehen. Das Land steckt in einer Sackgasse: Die Versprechen nach dem Ende der Apartheid wurden nicht eingehalten, die Unzufriedenheit der Masse der Bevölkerung steigt stetig, die Politiker verlieren den Rückhalt der Massen. Schuldzuweisungen an ausländische Kapitalgeber helfen auch nicht weiter, verschärfen jedoch nur die Lage.

Ausweitung der Unruhen auf südafrikanische Goldminen

Nach den Unruhen in den Platinminen weiter sich die Streiks jetzt auf die Goldförderer aus. Der Bergbau gilt als Rückgrat der südafrikanischen Industrie, die bereits durch die weltweite Krise in Schwierigkeiten geraten ist. Der Preisverfall der Rohstoffe stößt auf extrem steigende Förderkosten in Südafrika, welche von steigenden Stromkosten, höheren Sicherheitsauflagen und höheren Löhnen der Arbeiter herrühren. Von den Bergwerksbetreibern wurden bereits Tausende Bergleute entlassen. Die Regierungspartei ist von ihrem Ziel, der Schaffung von Millionen neuer Arbeitsplätze, weit entfernt. Im Moment kann niemand abschätzen, in welche Richtung sich Südafrika bewegen wird. Es gibt sowohl Bestrebungen, größere Teile der Industrie zu verstaatlichen als auch den Richtungswechsel zu noch mehr wirtschaftlicher Freiheit. Bis zur Parteikonferenz des ANC im Dezember dieses Jahres wird es jedoch weiter bei Spekulationen bleiben.

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Die Folgen für Südafrika

Die Folgen sind jedoch an den Märkten klar erkennbar: Die südafrikanische Währung Rand verlor seit dem Streik über 6 Prozent ihres Wertes gegenüber dem Euro. Analysten erwarten aufgrund dieser Gemengelage eine weitere Schwächung der südafrikanischen Währung. Die Ratingagenturen haben den Ausblick von Südafrikas Ratings von stabil auf negativ gesenkt. Die Ereignisse haben dem Wirtschaftsstandort massiv geschadet, die genauen Folgen werden jedoch erst mit der Zeit erkennbar sein.

Die Touristen als Profiteure der Situation

Wie überall im Wirtschaftsleben gibt es neben den Verlierern auch Profiteure dieser wirtschaftlichen und politischen Entwicklung. Eine dieser Gewinner sind ausländische Touristen, die von dem Kaufkraftgewinn des Euro gegenüber der Landeswährung profitieren. Außerdem wird über kurz oder lang der Tourismussektor noch weiter an Bedeutung gewinnen. Hier lassen sich mit relativ wenig Kapital in kurzer Zeit die meisten Arbeitsplätze schaffen. Und mehr Angebote für Urlauber können nur von Vorteil sein bei der Buchung des nächsten Südafrikaurlaubs.

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