Schwule und Lesbische in Südafrika

Südafrika gilt als Land, dass eine der fortschrittlichsten Verfassungen der Welt hat. Die Nachwirkungen der Apartheidpolitik haben bei der Ausarbeitung auch eine Rolle gespielt.  Die Politiker wollten der ganzen Welt beweisen, dass Südafrika jetzt die Freiheiten jedes Bewohners besonders wichtig nimmt.  Ein Baustein in dieser vom Staat garantierten Freiheit ist das Recht der Südafrikaner auf sexuelle Selbstbestimmung. Was für Europäer selbstverständlich klingt, wird in Afrika anders gesehen. In über 30 afrikanischen Staaten ist Homosexualität illegal und wird mit Haft bestraft.  Im einigen Staaten in der Sahelzone droht sogar die Todesstrafe für Personen, die sich als Schwule bekennen. Südafrika hingegen legalisierte als weltweit fünftes Land die Eheschließung unter Homosexuellen.Trotz dieses gesetzlichen Rahmens ist die Lage der Schwulen und Lesbischen in Südafrika nicht so einfach. Liberal sind die Südafrikaner vorrangig in Kapstadt. Dort ist die Hochburg der Schwulen. Je weiter man sich jedoch von Kapstadt entfernt, umso geringer ist die gesellschaftliche Akzeptanz. Dies gilt für die weiße Bevölkerung. Anders sieht es jedoch bei der farbigen und schwarzen Bevölkerung aus. Hier herrschen tiefe Vorurteile gegen Homosexuelle vor, die nicht so einfach abgestreift werden können. Selbst schwarze Politiker der Regierungspartei äußerten sich in der Vergangenheit äußerst aggressiv gegen Homosexualität. Und was sich in den Elendssiedlungen der Armen, den Townships, abspielt, ist für Europäer kaum fassbar. In den Townships der Farbigen und Schwarzen wird versucht, lesbische Frauen durch „ erzieherische Vergewaltigungen“ von ihren falschen Neigungen abzubringen. Männer, die sich als homosexuell outen, werden mal schnell gelyncht. Hier ist das Ideal der Selbstbestimmung noch Lichtjahre entfernt.

Südafrika Reiseangebot

Südafrika wollte jetzt jedoch ein Zeichen setzen und veranstaltete am Osterwochenende in Johannesburg den Wettbewerb „Mr Gay World”. 22 Teilnehmer nahmen an diesem Wettbewerb teil, darunter auch der erste farbige afrikanische Teilnehmer. Einige gebuchte Teilnehmer mussten jedoch kurzfristig aufgrund von familiären bzw. politischen Druck auf ihre Teilnahme verzichten. Und der Gewinner war – ein Deutscher, der in Neuseeland lebt.

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