Schulalltag im Township

Township_Schulklasse

Schulklasse im Township

Seit 2009 beschäftigt mich das Thema Schule in den Townships von Kapstadt.
Durch meine Freundin Roseline, die als Kindergartenleiterin und
freiwillige Sozialarbeiterin seit 20 Jahren in Mandalay (einem Township
Nahe des Kapstädter Flughafens
) Kinder und Jugendliche betreut, bin ich
auf die harten Umstände an den Schulen in Mandalay, Mitchells Plain und
Umgebung aufmerksam geworden.

Am Anfang hörten sich ihre Erzählungen über das Schulwesen am Kap wie
unglaubwürdige Geschichten an, bis ich selbst mit einigen Lehrern, Eltern,
Schülern und Rektoren sprach.

Klassenstärken von 50 Kindern, demolierte Fensterscheiben und Türen,
Drogengangs und Teenage-Schwangerschaften begleiten Kinder und Jugendliche
durch ihren Schulalltag in den Armenvierteln.

Man berichtete mir von Kindern denen es nicht erlaubt war Schulbücher mit
nach Hause zu nehmen. Geschweige denn sie sich auszuleihen um in den
Ferien zu lernen oder zu üben. Kinder deren Eltern die jährlichen
Schulgebühren nicht bezahlt hatten, wurden in der Schule öffentlich
ausgegrenzt. Sie durften nicht an Schulausflügen und Veranstaltungen
teilnehmen, Zeugnisse wurden einbehalten oder die Schüler wurden völlig
vom Unterricht suspendiert. Ich spreche hier von einem Schuljahresbeitrag
von 30 EUR für die Grundschule oder 70 EUR für die High School.

Das so hochgelobte freie Schulessen gab es an vielen Schulen gar nicht, da
die Direktoren der Meinung waren, dass es viel zu viel Papierkramm sei,
sich für kostenloses Brot und Erdnußbutter (diese beiden Lebensmittel
werden frei zur Verfügung gestellt vom Staat) zu bewerben. Andere
Rektoren verkauften Lebensmittel, die ihnen von Supermärkten wie
Woolworths gespendet wurden, um ihr eigenes Taschengeld aufzubessern. Dies
hatte zur Folge dass mir Lehrerinnen berichteten, dass viele Kinder
mittags schon so erschöpft vor Hunger waren, dass sie auf der Schulbank
einschliefen.

Südafrika Reiseangebot

Diese Berichte erschütterten mich sehr und ließen mir keine Ruhe. Seitdem
arbeite ich an meinem Projekt „No more excuses“ – sprich keine Ausreden
mehr – warum Kinder nicht zur Schule gehen können oder wieso ihnen das
Leben unnötig schwer gemacht wird, weil ihre Eltern nicht genug Geld
haben. 2009 hatten wir die Chance für 25 Kinder die Schulgebühren zu
bezahlen.

Wir bildeten Lerngruppen und stellten einen Raum zur Verfügung, so dass
alle sich dort treffen konnten um in den Ferien gemeinsam zu lernen. Dies
hatte den positiven Effekt, das sich einige Kinder extrem verbessern
konnten und endlich motiviert waren bessere Noten zu schreiben.

Spende Dankesbrief

Desweiteren organisierte ich einen Ausflug zur „Youth in Construction“
Expo im April 2009, wo Berufe und verschiedene Bildungswege vorgestellt
wurden. Viele Kids waren total überrascht, zwischen wievielen
verschiedenen Berufen man wählen kann. Ihnen waren bis dahin nur 2 Berufe
für Frauen bekannt – Putzfrau oder Krankenschwester. Im April 2010 bekamen
wir Freitickets für das Kapstädter Aquarium, was für viele der 1. Ausflug
ihres Lebens war.

Um weiter kleine Veränderungen in kleinen Kapstädtern zu bewirken, brauche
ich eure Unterstützung.

Bitte helft diesen Kindern ein sorgenfreiers Leben zu bereiten.

Danke fürs Lesen,

Maria

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2 thoughts on “Schulalltag im Township

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