Sansibar, da wo der Pfeffer wächst

Sansibar

Sansibar

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Überraschenderweise war die Fähre ein richtig modernes Boot, keines der Seelenverkäufer, die man von Afrika erwarten würde. Die Überfahrt nach Sansibar verlief ganz ruhig, die Wellen waren kaum zu spüren. Unterwegs sahen wir einige der Dhows, die hier immer noch im Einsatz sind. Diese Segelboote waren über Jahrhunderte die wichtigsten Transportschiffe in diesem Teil der Welt. Heute transportieren sie noch die Waren zu entlegenen Orten, wo sich moderne Schiffe nicht wirtschaftlich einsetzen lassen.

Sansibar mit der Hauptstadt Stone Town

Am Horizont konnten wir dann Sansibar und deren Hauptstadt erkennen. Zanzibar Stone Town ist heute die Provinzhauptstadt der Insel, war aber vor der Unabhängigkeit von Tansania die Hauptstadt der Insel. Schon von weiten konnte man diverse große Gebäude erkennen, die wie Paläste aussahen. Je näher wir dem Hafen von Stone Town kamen, umso deutlicher wurde jedoch, dass die Gebäude in einem erbärmlichen Zustand waren. Die Fassaden waren alle grau und düster. Nach der Anlandung konnten wir direkt zu unseren Hotel laufen, welches sich nur einige Hundert Meter vom Hafen entfernt im alten Zentrum von Stone Town befand. Von außen sah das Hotel auch ziemlich heruntergekommen aus, die Innenausstattung war aber akzeptabel. Wir blieben 1 Nacht in Zanzibar Town, bevor wir Richtung Norden weiterfahren wollten.

Das Arabische Fort in Stone Town

Zeit für eine Erkundung der Stadt hatten wir genug. Unser erstes Ziel war das arabische Fort, eigentlich nur noch eine Ruine. Die Außenmauern standen noch teilweise und im Innenhof fanden manchmal Veranstaltungen statt. Es wurde zwischen 1698 und 1703 von omanischen Arabern erbaut. Diese hatten die Vormacht auf der Insel von den Portugiesen übernommen, welche hier über 200 Jahre regierten.

Ehemalige Deutsche Kolonie Sansibar ?

Meine Kenntnisse der Geschichte über diesen Teil des Kontinents waren bis zu diesem Zeitpunkt relativ bescheiden. Eigentlich wusste ich nur, dass das Deutsche Reich Helgoland im Tausch gegen Sansibar erhalten hatte. Gewundert hatte mich nur, dass die Insel nie unter deutscher Herrschaft stand. Wie konnte also ein Tausch erfolgen? In den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhundert wurde ja bekanntlich Afrika unter den europäischen Mächten aufgeteilt. Diverse afrikanische Häuptlinge unterzeichneten wie im späteren Namibia Schutzverträge mit dem Deutschen Reich. England hatte wegen verschiedener militärischer Auseinandersetzungen in anderen Teilen der Welt kein Interesse an einem größeren Konflikt und unterzeichnete daher 1886 den Vertrag mit dem Deutschen Reich, dass somit die Kolonie Deutsch Ostafrika bekam. Die afrikanischen Stämme verloren damit die Macht im eigenen Land, nur der Sultan von Zanzibar behielt formell seine Unabhängigkeit. 1890 unterzeichneten beide Kolonialmächte einen zweiten Vertrag, der diverse Landansprüche im Landesinneren regelte und den Engländern Sansibar als Protektorat zusprach. Als Ausgleich erhielt das Deutsche Reich dann die Insel Helgoland.

Stone Town

Stone Town

Das Haus der Wunder in Stone Town

Direkt neben dem arabischen Fort befindet sich das “Haus der Wunder“. Es wurde 1883 als Palast für den Sultan erbaut. Da es als erstes Gebäude auf der Insel eine elektrische Beleuchtung erhielt und außerdem noch einen elektrischen Fahrstuhl, wurde es unter den Einheimischen das „Haus der Wunder“ genannt. Heute befindet sich hier ein Museum. Bereits von der Fähre aus ist das Gebäude als Wahrzeichen der Stadt erkennbar.

Eine heruntergekommene Hauptstadt von Sansibar

Ein Spaziergang durch Stone Town ist äußerst faszinierend. Die Gebäude versprühen einen morbiden Charme aus, der in den Bildern gut eingefangen werden kann. Die Stadt und die Bevölkerung wurden durch Sklavenhandel reich. Dies kann man an diversen Gebäuden noch erahnen. Mit der Übernahme von Sansibar durch die Engländer endete jedoch diese Einnahmequelle, da die Engländer den Handel mit Sklaven in ihrem Kolonien verboten. Es begann ein stetiger Verfall der Stadt, der bis heute nicht aufgehalten ist. Ein einheimischer Führer zeigte uns dann einen Keller, wo die afrikanischen Sklaven nach ihrer Ankunft auf der Insel untergebracht und verpflegt wurden, bis sie das richtige Gewicht hatten, um verkauft werden zu können. Man bekommt ein richtig beklemmendes Gefühl, wenn man sich vorstellt, was die Sklaven hier aushalten mussten. Am späten Nachmittag traf sich dann die komplette Reisegruppe auf der Terrasse eines Hotels, um den Sonnenuntergang bei einem Drink zu beobachten.

Gewürzplantage Sansibar

Am nächsten Morgen verließen wir dann Zanzibar Town in Richtung Nungwi im Norden der Insel. Dort befand sich unser Strandhotel, wo wir die letzten Tage auf der Insel verbringen würden. Unterwegs hielten wir an einer Plantage, welche diverse Gewürze anbaute. Die Insel ist bekannt für die Vielfalt an Gewürzen, welche hier wachsen. Bei einem Rundgang auf der Plantage wurden uns die verschiedenen Pflanzen gezeigt, natürlich auch Pfeffer. Die Farbenpracht der verschiedenen Pflanzen ist schon beeindruckend. Verschiedene Gattungen werden auf dem gleichen Feld angebaut, um die Fläche besser auszunutzen, sich gegenseitig Schatten zu geben und Schädlinge abzuhalten. Der Führer erklärte uns, welche Gewürze von welchen Pflanzen gewonnen werden. Am Ende der Besichtigung konnten wir sie natürlich auch kaufen.

Die beste Reisezeit für den Sansibar – Urlaub

Nach diesem Stopp ging es direkt zu unserem Hotel. Die beste Reisezeit ist die Trockenzeit, welche hier von Dezember bis Februar und von Juni bis Oktober vorherrscht. Jetzt war es Regenzeit. Kurz vor Nungwi setzte der Regen ein und hörte den ganzen Tag nicht mehr auf. Die Temperaturen waren jetzt angenehm kühl, immer noch T-Shirt Wetter. Der erste Eindruck von Nungwi war bescheiden. Ein typischer Ort mit kleinen Häusern und überschwemmten Straßen. Glücklicherweise befanden sich die Hotels alle außerhalb des

Strand in Sansibar

Strand in Sansibar

Ortes. Der komplette Strand von mehreren Kilometern Länge war von verschiedenen Resorts, Restaurants und Strandbars bebaut. Unser Hotel stand auf einem Felsen direkt am Strand. Die Umgebung war herrlich, Palmen säumten den Strand und das Wasser war glasklar. Aufgrund der Regenzeit war das Hotel nur von unserer Reisegruppe belegt. Auch in den anderen Hotels war nicht viel los.

Ostafrikanischer Schiffbau – die Dhows

Das Meerwasser war für uns Europäer akzeptabel, jedoch nicht so warm wie gehofft. Der ständige Regen schränkte unsere Aktivitäten stark ein, wir verbrachten einen Großteil der Zeit in den Restaurants mit Kartenspiel und Quatschen. Als einmal das Wetter etwas aufklarte, unternahm ich einen längeren Spaziergang am Strand entlang. Der Ort Nungwi ist das Zentrum des Dhow – Schiffbaus auf Zanzibar. Ich inspizierte den Platz, wo die Einheimischen noch die typischen Segelboote bauten. Am nächsten Tag zog ein kräftiger Wind auf, der meterhohe Wellen mit sich brachte. Eines der vor Ort ankernden Boote wurde dabei zum Kentern gebracht. Mit dem Wetter hatten wir also kein Glück.

Verlassen von Sansibar

Am nächsten Tag ging es nach Stone Town zurück, wo wir die Fähre zum Festland nahmen. Die Wellen waren immer noch so hoch, dass es einigen Passagieren richtig schlecht ging. Auch ich kämpfte die ganze Zeit mit dem Unwohlsein. Doch wir erreichten Dar es Salaam ohne Probleme. Meine Reise ging jetzt dem Ende zu. Die Gruppe fuhr noch zum Serengeti Park und dem Ngorongoro – Krater im Norden Tansanias. Da ich bereits verschiedene Safaris in Namibia, Südafrika und auf dieser Tour erlebt hatte, entschied ich mich gegen die weitere Tour. Hier verabschiedete ich mich von der Reisegruppe und fuhr mit dem Taxi zum Flughafen. Vom dort flog ich zuerst nach London, wo ich noch einige Tage verbrachte. Danach reiste ich dann in die Heimat weiter. Nach 15 Monaten auf dem afrikanischen Kontinent war ich wieder in Deutschland.

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