Robben Island – Kapstadts Mythos

Robben Island

5 Kilometer vor Kapstadts City liegt eine Insel, welche der gesamten Menschheit ein Begriff ist – Robben Island. Diese Insel gilt heute als Symbol des Kampfes gegen die Unterdrückung der Apartheidzeit, die von einem Namen geprägt wird – Nelson Mandela. Seit 1997 ist Robben Island ein Museum. Die Unesco verlieh dem Ort 1999 den Status eines Weltkulturerbes. Außerdem ist Robben Island eine südafrikanische Kulturerbestätte.

Start einer Robben Island Tour

Nelson Mandela Gateway

Ausgangspunkt eines Ausfluges nach Robben Island ist die Victoria & Alfred Waterfront. Hier wurde neben dem Clock Tower ein ultramodernes Abfertigungsgebäude für die Besucher eingerichtet. Zu Ehren des bekanntesten Insassen von Robben Island wurde es Nelson Mandela Gateway benannt. Hier finden sich auch erste Informationen und Fotos über diese Insel. Alle Besucher besteigen hier die modernen Fähren, welche in etwa 30 Minuten im kleinen Inselhafen einlaufen. Unterwegs ergeben sich herrliche Aussichten auf die Kapstädter Skyline mit dem grandiosen Tafelberg im Hintergrund.

 Rundfahrt auf Robben Island

Nach der Ankunft besteigen die Touristen einen Bus, der dann in einer etwa einstündigen Rundfahrt alle wichtigen Punkte von Robben Island anfährt. Ein Führer erläutert die einzelnen Stationen, die gesehen werden. Es befindet sich aus der Zeit als Leprakolonie noch ein Friedhof

Robben Island

Robben Island

hier, man erblickt die Kirche von Sir Herbert Baker und einige Wohnhäuser der früheren Wärter. Außerdem erkennt man aus den Zeiten des 2. Weltkrieges einige Geschütztürme. Aufgrund der Isoliertheit konnten sich auf Robben Island eine reichhaltige Flora und Fauna entwickeln. Ein Stopp der Rundreise ist der Kalksteinbruch, wo die Insassen in gleißender Hitze arbeiten mussten. Am Ende der Tour können die Urlauber die Überreste des Hochsicherheitsgefängnisses besuchen, wo die Insassen zum Teil jahrzehntelang eingesperrt waren. Hier betreten die Besucher durch das berühmte Tor, was millionenfach fotografiert wurde, die Gefängnisanlage. „We serve with pride“ steht darauf. Ein ehemaliger Gefängnisinsasse erzählt aus diesen Tagen, als hier die Gegner des Apartheidsystems eingesperrt wurden. Aus der damaligen Zeit ist nur ein Trakt übrig geblieben. Beim Anblick der kleinen Zelle, wo Nelson Mandela über 20 Jahre eingekerkert war, erschauert man unwillkürlich. Der Innenhof kann auch betreten werden. Hier wurde das Foto der Steine klopfenden Insassen gemacht.

Geschichte von Robben Island

Kurz nach Gründung von Kapstadt wurde Robben Island bereits als Gefängnisinsel benutzt. Erste Insassen waren Sklaven, Kriegsgefangene und die Khoikoi. Mit der englischen Expansion ins Landesinnere kam es immer öfters zu Konflikten mit den dort lebenden Stämmen. Ihre Führer wurden nach der Unterwerfung ebenfalls nach Robben Island gebracht. Ab 1840 erfolgte dann eine Umwidmung in eine Krankenstation, später eine Leprastation und ein Ort für geistig Behinderte. Während des 2. Weltkrieges diente Robben Island als Verteidigungsposten von Kapstadt. Ab 1959 erfolgte die Übernahme durch das Justizministerium, welche hier ein Hochsicherheitsgefängnis sowohl für politische Gefangene als auch für gewöhnliche Kriminelle einrichteten. Es wurden in den folgenden Jahren immer mehr politische Häftlinge interniert, vorrangig Führer des Afrikanischen Nationalkongresses ANC und des Panafrikanischen Kongresses PAC. Bekanntester Häftling war jedoch Nelson Mandela. Weitere eingesperrte bedeutende politische Führer waren Jacob Zuma (amtierender Staatspräsident von Südafrika), Kgalema Motlanthe (Staatspräsident 2008/2009), Walter Sisulu (Generalsekretär des ANC) und Robert Sobukwe (Präsidenten des PAC).

Robben Island

Robben Island

Der Alltag der Insassen auf Robben Island

Nach der Ankunft wurden die politischen Gefangenen registriert und gemäß Apartheidlogik in Kategorien eingestuft. Es gab schwarze, farbige und asiatische Gefangene. Gegner der Apartheid, welche weißhäutig waren, wurden in anderen Gefängnissen untergebracht. Dann erhielten sie eine Registrierungsnummer. Die letzten 2 Zahlen bedeuteten das Ankunftsjahr, die ersten Zahlen gaben an, der wievielte Gefangene es in demjenigen Jahr war. Nelson Mandela kam als 466. Häftling im Jahre 1964, also 46664. In den ersten Jahren waren die Bedingungen hart. Geschlafen wurde auf dem kalten Boden, als Unterlage diente nur eine dünne Strohmatratze. Ein Eimer wurde als Toilette genutzt. Die Zellengröße betrug ca. 4 m². Abhängig von der Kategorie gab es mehr oder weniger Essen und Kleidung. Schwarze Gefangene hatten auf Robben Island den niedrigsten Status. Anfang der 1970er Jahre wurden aufgrund des internationalen Drucks humanere Bedingungen eingeführt.

Ein Großteil der Häftlinge arbeiteten täglich 4 Stunden in den Steinbrüchen. Das gleißende Sonnenlicht, welches durch den weißen Kalkstein extrem blendete, schädigte die Augen vieler Insassen. Wie sah der Tagesablauf aus? Aufstehen um 5.30 Uhr, dann ein Maisbrei als Frühstück. Von 7 Uhr bis 11 Uhr Arbeiten im Steinbruch, danach Mittag. Von 12 Uhr bis 14 Uhr gemeinsame Freizeit im Pausenhof. Nach diesen 2 Stunden gab es Abendessen und den Rest des Tages hatten die Insassen in ihren Einzelzellen zu verbringen. Diese Zeit nutzten dann die meisten, um zu lesen und zu studieren. Viele der Inhaftierten auf Robben Island belegten Kurse an Fernuniversitäten und erlangten im Laufe der Jahre zu akademischen Graden.

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Comments

  1. Rene says:

    Ich wollte auch eine Tour nach Robben Island machen. An der Anlegestelle auf der Waterfront teilte man mir aber mit, dass Tickets erst fuer die kommende Woche erhaeltlich sind, also eine Wartezeit von 7 Tagen. Wer also nach Robben Island will, sollte zeitig buchen.
    Rene

Trackbacks

  1. Robben Island | Kapstadt entdecken! - Kapstadt entdecken! sagt:

    [...] Lesen Sie mehr unter  über Robben Island. [...]

  2. Robben Island 3 - Im Hafen - Kapstadt entdecken! sagt:

    [...] Überfahrt von der Kapstädter Waterfront nach Robben Island ist bereits ein Erlebnis. Auf der linken Seite ist eine weitere Robben Island Fähre erkennbar, [...]

  3. Robben Island 4 - Zum Gefängnis - Kapstadt entdecken! sagt:

    [...] der Robben Island Rundfahrt mit einem Bus nähert sich die Reisegruppe nun dem ehemaligen Gefängnistrakt auf der [...]

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