Die Anfänge der Apartheid

SüdafrikaIn mehrereren Artikeln soll die südafrikanische Geschichte beleuchtet werden, von den frühen Anfängen im 17. Jahrhundert bis zum Höhepunkt der Apartheidzeit.

Die Anfänge der Kaprepublik

Die Besiedlung des heutigen Südafrika

Parallel zu den Ereignissen in der Kapkolonie kam es im Gebiet des heutigen KwaZulu- Natal in den 1820/30er Jahren zu einem Krieg unter den afrikanischen Stämmen mit weitreichenden Einwirkungen. Viele Bantustämme mussten in dieser Zeit ihre angestammten Stammesgebiete fluchtartig verlassen. In dieses Vakuum stießen die Voortrekker, die auf ihrem Zug Richtung der Flüsse Oranje und Vaal fruchtbare, jedoch verlassene Gebiete vorfanden. Viele der Stämme hatten sich entweder in die Drakensberge des heutigen Lesotho oder Richtung Norden zurückgezogen. Je weiter die Buren jedoch ins Landesinnere vorstießen, desto häufiger kam es zu Auseinandersetzungen mit den verbliebenen Bantustämmen. Durch einen Hinterhalt wurde einer der Führer der Voortrekker von Zulus getötet. Die Buren entschlossen sich zu einer Strafexpedition unter Andreas Pretorius. Am Blood River besiegte das kleine Kontigent der Buren die zahlenmäßig haushoch überlegenen Zulus. Diese Schlacht am Blood River ist für die Geschichte der Buren ein entscheidender Wendepunkt, denn sie sahen diesen Sieg als einen von Gott gewollten Sieg. Dieser Sieg gilt als Beginn des Nationalismus unter den Buren, der später in der Apartheid gipfelte. Die Buren fühlten, dass sie eine von Gott gewollte Vormachtstellung gegenüber anderen afrikanischen Stämmen haben sollten. Das Voortrekkerdenkmal bei Pretoria huldigt diesen bedeutenden Tag in der burischen Geschichte. 1852 wurde der Transvaal die erste Burenrepublik. Pretoria wurde im Jahre 1860 dessen Hauptstadt. 1854 wurde der Oranje – Freistaat eine offizielle Burenrepublik.

Südafrika Reiseangebot

Der Burenkrieg zwischen England und den beiden Burenrepubliken

Zwischen 1880 und 1881 kam es zur ersten Auseinandersetzungen zwischen den beiden Mächten. Bereits 1877 annektierte England einen Großteil der Burenrepublik. Als auf politischen Weg keine Einigung mehr möglich war, kam es zur militärischen Auseinandersetzung. Nach einigen Schlachten wollte England den Krieg nicht fortsetzen und vereinbarte mit den Buren einen Friedensvertrag, der eine burische Selbstverwaltung des Transvaal unter formeller britischer Vorherrschaft vorsah.

Anlaß für den Zweiten Burenkrieg waren strategische, politische und ökonomische Gründe: 1869 wurden in Kimberley Gold und Diamanten gefunden. Im Witwatersrand im Transvaal fand man 1886 riesige Goldvorkommen. Durch diese Bodenschätze strömten Zehntausende Menschen in die Burenrepubliken und brachten die Buren wieder in die Minderzahl im eigenen Land. Der Burenpräsident Kruger verweigerte daher den so genannten Uitlanders die politische und rechtliche Gleichstellung mit den Buren. Dies brachte wieder die Briten auf den Plan, da die Mehrheit dieser Ausländer englischstämmige Leute waren. Weitere Aspekte waren die Schaffung eines britischen Kolonialreiches von Kapstadt bis Kairo, dem nur noch diese Burenrepubliken zwischen standen. Irgendwann kulminierte diese Auseinandersetzung im Krieg, der von 1899 bis 1902 dauerte. Nach Anfangserfolgen unterlagen die Buren den zahlenmäßig und waffentechnisch überlegenen Briten. Durch das Prinzip der verbrannten Erde, welches die englischen Truppen hier gegenüber der burischen Bevölkerung anwandten und der Internierung in Konzentrationslagern mit Zehntausenden Toten wurde das Zusammenleben der beiden weißen Bevölkerungsgruppen auf südafrikanischen Boden für Jahrzehnte nachhaltig vergiftet.

Weiterführende Informationen:

Droht ein arabischer Frühling in Südafrika?

Buchempfehlung:

Der lange Weg zur Freiheit: Autobiographie

Diesen Beitrag weitersagen: