Ich reiste mit einem Overland-Truck bis nach Mozambik, eine Möglichkeit Land und Leute zu sehen, nicht eine Riesenmenge Geld zu bezahlen und nette Mitreisende kennenzulernen. Gebucht hatte ich eine Rundreise beim größten afrikanischen Overland Tour-Anbieter: Nomad in Kapstadt. Die Firma hat einen guten Ruf in Südafrika, Qualität und Preis passen.
Bewußt entschied ich mich für die Campingtour: aus finanziellen Gründen, aber auch, um etwas Neues zu erleben. Die Gruppe bestand aus 22 Mann, erstaunlicherweise 15 Deutsche, obwohl es keinen deutschsprachigen Reiseleiter gab. Üblicherweise ist es aber durchmischter, die Deutsche stellen aber meistens den größten oder wenigsten zweitgrößten Block. Hier ist es halt die klassische SA-Tour.
Startend in Kapstadt mit kurzen Stop auf dem Signal Hill fuhren wir durch die Winelands nach Stellenbosch, der idyllischen burischen Stadt im kapholländischen Stil. Man hat ca. 2 Stunden Zeit, um durch die Innenstadt zu schlendern. Selbst die Fahrt durch die grandiose Landschaft der Kleinen Karoo ist ein absoluter Genuß. Man muß nach Stellenbosch diverse Pässe überqueren, die Aussicht von dort ist schon herrlich. Übernachtet wurde in Swellendam, einer idyllischen Stadt zu Fußen der Langeberge. Nächstes Ziel war Oudtshoorn, die Stadt der Strauße und der Cango Caves – Höhle. Nach Besuch einer Straußenfarm muß man sich entscheiden: ob man die bequeme Höhlentour unternimmt oder als sportlichere Variante die Abenteuerversion: Kriechen durch 40 cm flache Röhren und klaustrophobische Enge einbegriffen. Unser Reiseleiter berichtete, dass einige Tage vorher einen Frau steckenblieb, inklusive der restlichen Gruppe hinter ihr, da man nicht umdrehen kann. Es dauerte einen halben Tag, bevor die Frau gerettet werden konnte. Ich habe die easygoing – Variante gewählt, auch meiner Größe von 2 m geschuldet. Knysna ist nächster Haltepunkt. Berühmt ist der Ort für seine Lagune mit den schroffen Felsen als Zugang zum Meer und der Austernzucht. Früher gab es hier auch mal die berühmten Elefanten, dummerweise wurden alle jedoch gewildert. Die Waterfront ist bedeutend kleiner als in Kapstadt, besitzt jedoch eigenen Charme. Hier in Knysna bekam ich endlich die Mglichkeit, eine neue Kamera zu kaufen, da meine am Abreisetag kaputt ging. Daher gibt es Fotos ab Knysna.
Der Tsitsikamma Nationalpark ist das nächste Ziel. Unvergeßlich bleibt die Wanderung an die Mündung des Storm River mit der Hängebrücke und entlang der idyllischen Küstenlandschaft zu einem kleinen Wasserfall. Dieser erste Abschnitt ist bereits Teil des weltbekannten Otter Trails. Die WArtezeit für eine Wandergenehmigung beträgt Monate. Auf dem Weg zum Addo Elephant Park bekommt man die Möglichkeit, den höchsten Bungee-Sprung der Welt von der 216 m hohen Bloukrans River Brücke zu machen. 3 Mitreisende haben es gewagt, ich jedoch nicht. Man schmiedet vor Ankunft leicht Pläne, das Springen ist ja so einfach, aber wenn man die Brücke dann sieht, wow. Der Addo Park ist berühmt für seine Elefanten, die in dieser großen Anzahl nicht zu übersehen sind. Die Landschaft entspricht jedoch nicht den klassischen Vorstellungen, es ist viel Dickicht und Grün vorhanden, somit teilweise gar keine Fernsicht möglich. Neben den Elefanten gibt es noch diverses Rehwild und kleinere Tiere zu sehen, im großen und ganzen ist der Park jedoch kein Must. Wobei er stufenweise auf einen Big 7 Park erweitert werden soll, inklusive Haie und Wale. Coffee Bay in der Transkei ist nächster Stop. Für den Erstbesucher in Afrika eröffnen sich hier nun neue Eindrücke und Bilder, denn man erreicht das Xhosa-Gebiet mit den typischen Rundbauten. Die Landschaft ist grandios, überall wahrnehmbar ist jedoch die extreme Armut. Hauptaktivität hier ist Baden, am Strand liegen, Surfen und eine Wanderung zum Hole-in-the-Wall, einen berühmten Fels in der Brandung mit einem riesigen Loch, durch das die Brandung strömt. Außerdem besteht die Möglichkeit zum Reiten. Ab hier kamen wir jedoch in ein penetrantes Regengebiet, welches uns die nächste Woche begleitete. Regen in der Transkei, Regen in Lesotho und Regen in Kwazulu Natal. Dort war es sogar so heftig, dass wir außer der Reihe in Bungalows übernachten durften, da nach den ersten Tagen die Zelte schon klamm waren und der letzte Guß in der Nähe des Amphietheaters denen den Rest gab.
Nach der Transkei fährt man nun querbeet durch das Eastern Cape nach Lesotho. Die Straßenverhältnisse sind sehr bescheiden, die Landschaft z. T. eintönig und von den immer gleichen kleinen Dörfern durchzogen. Das Bergkönigreich Lesotho liegt größtenteils auf einem Niveau von über 1500m. Die Fahrt bis zum Camp ist selbst ein Erlebnis. Die Malealea Lodge selbst ist der Ausgangspunkt für Ausritte und Wanderungen in die Umgebung. Die Armut ist schon bedrückend, die Freundlichkeit der Menschen jedoch hoch.
Den zweiten Teil der Reise gibt es im nächsten Bericht.
Da bei Reiseantritt meine Kamera kaputt ging, kann ich erst mit Fotos ab Knynsa dienen.
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