Oscar Pistorius: Wegen Angststörung geringeres Strafmaß?

Der unter Mordanklage gestellte Paralympics-Star Oscar Pistorius muss sich seit gestern in einer psychiatrischen Klinik insgesamt 30 Tage lang untersuchen lassen. Die Mediziner sollen beurteilen, ob Pistorius an einer massiven Angststörung leidet, die seine Schuldfähigkeit in Frage stellen könnte.

Oscar Pistorius muss für die nächsten 30 Tage in die Psychatrie

Oscar Pistorius muss für die nächsten 30 Tage in die Psychatrie
Bildquelle: Lwp Kommunikáció (Flickr CC BY 2.0)

Leidet Pistorius an einer Angststörung?

Am gestrigen Montag traf der Südafrikaner erstmals im Weskoppies Psychiatric Hospital in Pretoria als Tagespatient ein. In der Einrichtung soll der des Mordes an seiner Freundin angeklagte Profisportler für die nächsten 30 Tage psychiatrisch untersucht werden. Da sich Pistorius gegen Kaution in Freiheit befindet, darf er jeweils am späten Nachmittag wieder nach Hause zurückkehren. Die Untersuchung des Angeklagten wurde durch Richterin Thokozile Masipa angeordnet, nachdem eine von der Verteidigung bestellte Psychiaterin ihm eine „allgemeine Angststörung“ attestierte. Die Diagnose soll nun von unabhängigen Experten überprüft werden.

Dazu wird Pistorius jeden Werktag zwischen 9 und 16 Uhr von vier Psychiatern eindringlich begutachtet. Ihn erwarten Persönlichkeitstests, neuropsychologische Untersuchungen und mehrstündige Interviews. Außerdem soll ausgeschlossen werden, dass der Sprintstar sein Krankheitsbild nur vortäuscht, um das Strafmaß zu drücken.

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Dem beinamputierten Profisportler wird vorgeworfen, das südafrikanische Model Reeva Steenkamp vorsätzlich ermordet zu haben, die am 14. Februar 2014 mit mehreren Schusswunden tot in Pistorius Anwesen aufgefunden worden war. Oscar Pistorius selbst beteuert in dem seit März laufenden Verfahren seine Unschuld im Sinne der Mordanklage und behauptet, seine Freundin versehentlich durch eine geschlossene Tür erschossen zu haben, da er dahinter fälschlicherweise einen Einbrecher vermutete. Die Feststellung einer Angststörung könnte seine Version untermauern.

Schuldfähigkeit entscheidet über Knast oder Klapse

Sollten auch die Mediziner des Weskoppies Psychiatric Hospitals zu dem Schluss kommen, dass der 27-Jährige an einer Angststörung leidet, könnte dies erheblichen Einfluss auf seine Schuldfähigkeit, den weiteren Prozessverlauf und das Strafmaß haben. Auch eine Einstellung des Mordverfahrens wäre möglich, sollte das Gutachten eine Schuldunfähigkeit feststellen. In diesem Fall würde Pistorius vermutlich dauerhaft in eine geschlossene Einrichtung eingewiesen werden. Falls die Experten Pistorius jedoch für mental gesund und damit voll schuldfähig halten, droht ihm lebenslange Haft. Der Prozess soll am 30. Juni fortgeführt werden.

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