Am nächsten Tag fuhren wir in den South Luangwa National Park. Der Park ist in etwa 5000 km² groß und zählt zu den ursprünglichsten Nationalparks in ganz Afrika. Der Park war für Jahrzehnte der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Jetzt kann man zwar den Park besuchen, doch seine Abgeschiedenheit verhindert einen Ansturm an Touristen. Der Park bietet eine unerschlossene und ursprüngliche Natur; hier gibt es nur wenige permanente Lodges.
Hier hoffte ich nun, meine Big 5 zu vervollständigen, genau genommen fehlte mir nur noch der Leopard. Das erste, was uns bei der Anreise auffiel: das Wasser war bereits da gewesen. Die Markierungen an den Bäumen deuteten daraufhin hin, dass vor kurzen das Gebiet ca. 1m hoch überflutet war. Das Camp war auch in Mitleidenschaft gezogen wurden, jedoch nicht zu extrem. Es lag direkt am Ufer des Flusses, in dem mehrere Gruppen Flusspferde badeten. Der Nachmittag war zum Relaxen da, bevor die abendliche Pirschfahrt begann.
Plötzlich hörten wir aufgeregte Stimmen von anderen Reisenden, ca. 300m von der Bar entfernt hielten sich Elefanten auf. Das Camp hatte natürlich keinen Zaun und so begaben wir uns in Richtung der Dickhäuter. Verhaltend wie Möchtegern-Ranger, überprüften wir die Windrichtung und schlichen uns bis auf ca. 100m an die Elefanten heran. Ein erhebendes Gefühl.
Am Abend ging es dann auf Safari, nach anfänglicher Erfolglosigkeit liefen uns dann die Tiere der Reihe nach über den Weg. Kurz vor Ende hatten wir dann sogar das unbeschreibliche Glück, Leoparden auf nächtlichen Beutezug zu beobachten. Völlig beseelt gingen wir später zum Schlafen in unsere Zelte, umgeben von den exotischsten Lauten. die ich je gehört hatte. Mitten in der Nacht wurde ich durch einen markanten Laut in Zeltnähe wach. Ich ging hinaus und blickte direkt auf ein Nilpferd, welches ungefähr 10m von meinen Zelt entfernt stand. Der Nachtwächter, welcher das Tier beobachtete, meinte nur, dass ich mich ruhig verhalten sollte.
Am nächsten Morgen dann das nächste Tierschauspiel: vor der Bar erstreckt sich ein etwa 100m breiter Uferstreifen, der bis vor kurzen überflutet war. Erst sah man einen Affen, dann zwei usw., bis plötzlich das ganze Areal von Affen wimmelte, welche Würmer und sonstiges Viehzeug aus dem Boden holten.
Ich hatte bereits die besten Tierreservate in Südafrika und Namibia besucht, doch dieser Park war von der Authentizität her der Beste. Keine Menschenmassen, genau genommen war unsere Reisegruppe mit vielleicht 10 anderen Touristen die einzigen dort, keine Teerstraßen, keine Zäune – Natur pur. Von Sambia ging es dann zum Lake Malawi und weiter nach Zanzibar ….
Artikel in der “Welt” über diesen Nationalpark
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