Namibia: Windhoek & Lüderitz

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Reiterstandbild in Windhoek

Reiterstandbild in Windhoek

Die namibische Hauptstadt Windhoek

Sofort sah ich typisch deutsche Gebäude, wobei es im Gegensatz zu Swakopmund hier einen starken Mix zwischen kolonialen Gebäuden und modernen Bauten gab. Mit meinen Rucksack schlenderte ich also durch die relativ kleine Innenstadt, das Ziel war ein Backpacker, welcher in einem Reiseführer stand. Die Innenstadt selbst war nicht sehr einladend, eine schöne Fußgängerzone fehlte. Nach ca. 1 Stunde fand ich das Haus und buchte ein Zimmer für einige Tage.Am Nachmittag erkundete ich die komplette Innenstadt, was am Ende auf die Kirche, die kleine deutsche Festung mit Reiterdenkmal und das Parlamentsgebäude hinauslief. Das wars. Was ich noch beeindruckend fand: Es gibt für die Stadt kaum Frischwasserquellen, ein Großteil des Wassers ist aufbereitetes Abwasser.

Eine Townshiptour in Windhoek

Für den nächsten Tag buchte ich eine Tour in die Townships, die Armenviertel am Rande der Stadt. Auch hier kämpft die Regierung mit den Folgen der Apartheidpolitik, welche die Schwarzen in die Außenbezirke in separate Viertel verdrängte. Was ich bis zu diesen Zeitpunkt nicht gewusst hatte: Die südafrikanische Apartheidpolitik wurde in Namibia auch durchgesetzt, da Südafrika das Mandat über Namibia besaß. Das Leben dort ist echt trostlos, das Township lag an den Hängen und hatte kaum Infrastruktur. Den ganzen Tag brannte die Sonne gnadenlos auf die Wellblechhütten. Bei einem Besuch in einem Markt, wo auch Fleisch verkauft wurde, kann einen wegen der schlimmen hygienischen Verhältnisse richtig schlecht werden.

Windhoek

Windhoek

Die deutsche Kommune in Windhoek hier ist sehr aktiv, viele Geschäfte gehören Deutschstämmigen. Es gibt Bier nach deutschen Reinheitsgebot, man bekommt gutes Brot und typisch deutsches Essen. Ein Wohlgenuss, wenn man bereits mehrere Monate darauf verzichten musste..

Eine Zugfahrt in den Süden Namibias

Nach 3 Tagen entschloss ich mich zur Weiterreise, zur Abwechslung mal mit dem Zug. Die meisten haben davon abgeraten, ich tat es trotzdem. Jeden Tag fährt ein Zug Richtung Süden, den ich nahm. Es war mehr eine Bimmelbahn, 50 km/h war die Durchschnittsgeschwindigkeit, ich war aber nicht in Eile. Ich buchte eine Doppelkabine im Schlafwagen bis nach Keetmanshoop. Bettwäsche gab es keine, ich hatte jedoch meinen Schlafsack dabei. Die Fahrt war richtig kurzweilig, dank des Mitreisenden in meiner Kabine. Er erzählte mir einiges aus seinem Leben und aus der Geschichte von Namibia.

Keetmanshoop selbst ist die Hauptstadt des Südens, in Praxis handelte es sich um eine kleine niedliche Stadt mit einem beeindruckenden deutschen Postamt. In der Nähe des Ortes gibt es den berühmten Köcherbaumwald. Mein eigentliches Ziel war Lüderitz, der deutscheste aller deutschen Orte im Lande.

Da ich jedoch keine Weiterfahrt an diesem Tag fand, übernachtete ich im Ort. Es gibt einen riesigen öffentlichen Swimmingpool in  Olympiagröße, und ich war bei 35 Grad im Schatten der einzige Besucher des Bades.

Südafrika Reiseangebot

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Deutsche Geschichte in Lüderitz

Am nächsten Morgen stellte ich mich an den Ortsausgang Richtung Lüderitz und wartete auf ein Fahrzeug, welches mich mitnahm. Da es keine Busverbindung mehr gab, ist das Mitfahren die einzige Möglichkeit. Es klappte. Nach ca. 3 Stunden durch die Wüste, welche hier aber dreckig und steinig ist und nicht so dem Klischeebild entspricht, erreichte ich Lüderitz. Kurz nach Ankunft wurde ich von einem Deutschen angesprochen, der mir eine Unterkunft empfahl. Der Ort selbst ist relativ klein, hat aber noch den Charme einer deutschen Kolonialstadt. Man sieht überall noch Gebäude, welche um die Jahrhundertwende errichtet wurden.

Luederitz

Luederitz

Lüderitz selbst ist ein relativ verschlafener Ort, außer der kleinen Waterfront gibt es kaum touristische Plätze. Man schlendert herum, genießt die Lichtspiele und fragt sich, wie die ersten Bewohner hier vor 100 Jahren leben konnte. Einziger Grund der Existenz ist der Hafen, die goldene Zeit ist jedoch längst vorbei. Die Fischverarbeitung ist nicht mehr gegeben, heutzutage sind auch hier die Meere leer gefischt. Was mich am meisten geschockt hat: Im Laden hier gab es Fischkonserven aus Rügen.

An einen Tag nahm ich mir vor, bis zu einer Landspitze zu wandern, wo im Jahre 1487 der Portugiese Bartholomeo Diaz als erster Europäer seine Fuß auf diesen Teil afrikanischen Bodens setzte. Der Name des Ortes ist Diaz Point und heute ist dort ein Kreuz zum Gedenken an dieses Ereignis zu finden. Die Wanderung war echt anstrengend, mehrere Stunden durch Sand und Geröll.

Ein Segeltörn vor Lüderitz

Am nächsten Tag gönnte ich mir eine Segeltour entlang der Küste. Die ganze Zeit verfolgten uns dabei Delphine. Unser Skipper war ein deutschstämmiger Namibier, der ein Deutsch sprach, was etwa 100 Hundert Jahre alt war. Die nächsten Tage genoss ich das Nichtstun hier am Ende der Welt, lange schlafen, spazieren gehen oder auch nur Baden. Dummerweise ist hier das Wasser auch noch eiskalt, mehr als 13-14 Grad sind es nie.

Kolmanskop

Eigentlich wollte ich noch die verlassene Diamantengräberstadt Kolmanskop anschauen, es klappte jedoch nicht mit der Erlaubnis.

Kolmanskop

Kolmanskop

Zurück nach Südafrika

Nach einigen Tagen ging es per Anhalter wieder zurück nach Keetmanshoop. Von dort nahm ich den Bus nach Upington, um hier die sechstgrößten Wasserfälle der Welt anzusehen. Insgesamt verbrachte ich 3,5 Wochen in Namibia, ein Land, welches ich als Reiseziel nur empfehlen kann.

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3 thoughts on “Namibia: Windhoek & Lüderitz

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