Mosambik Rundreise

Strand in Mozambik

Strand in Mozambik

Der Name Mosambik selbst ist schon Exotik pur. Nach Südafrika reisen kann jeder, aber dieses Land östlich von Südafrika ist schon eine andere Liga. Es geht schon bei Banalen wie der Sprache los, Portugiesisch spreche ich nicht und ob man mit Englisch überall ankommt, ist so eine Frage. Die Infrastruktur ist auch noch bescheiden, dank eines jahrzehntelangen Bürgerkrieges. Touristische Strukturen gibt es nur an einigen Orten, welche quer über das Land verstreut sind.

Meine Rundreise durch Mozambik

Um jedoch nicht den Komplettschock zu leiden, entschied ich mich für die sanfte Variante. Einreise mit einer Reisegruppe von Nomad , welche ich am nördlichsten Punkt verlassen würde, um mich dann selbst durch das Land durchzuschlagen. Visum zu bekommen war kein Problem, in Kapstadt gab es ein Konsulat. Man gibt seinen Pass ab und zahlt den Obulus, ich glaube 20 Dollar. Nach 2 Tagen hat man das Permit für 1 Monat, verlängerbar vor Ort um einen weiteren Monat. Meine Reise startete in Joburg und via Swasiland reisten unsere Reisegruppe nach Mosambik ein. Maputo wurde elegant umfahren und übernachten nur kurz in einem der Campingplätze bei Xai- Xai. Am nächsten Tag ging es nach Inhambane, einen örtlichen Tourismuszentrum. Die Stadt selbst strahlt noch in ihren kolonialen Charme, es ist ein Vergnügen, einen Spaziergang durch die einzelnen Straße und Märkte zu machen. Übernachtet haben wir in Praia da Barra in der Barra Lodge, einer Anlage mit relativ viel Komfort. Bis zu diesem Platz kommen die Kreuzfahrtsschiffe von Durban, hier wird für einen Tag angelandet ( siehe Fotos ), um ein Picknick zu absolvieren und etwas von der Umgebung zu sehen.

Walhai

Walhai

Tauchen mit Walhaien

Bekannt ist diese Halbinsel für die Walhaie, welche hier zu sehen sind. Mein erster Ausflug war ohne Erfolg, es wurde kein Tier gesichtet. Auf der Rückreise versuchte ich es noch mal, diesmal klappte es. Man muss sich dies so vorstellen: Das Boot fährt kreuz und quer durch die Gewässer und die Guides halten Ausschau nach den Umrissen der Giganten, welche in ca. 2 m Tiefe durch das Wasser pflügen. Wird einer gesichtet, positioniert sich das Boot vor dem Walhai in seiner Bahn. Nun können alle mit Schnorchelausrüstung ins Wasser springen und zu den Tieren hintauchen. Es ist schon ein unvergessliches Ereignis, wenn so ein 20 m Koloss auf dich zurauscht und du nur 10 m Abstand hast. Einmalig.

Bootstour mit Dhows

Bootstour mit Dhows

Der Bazaruto Archipel in der Mitte Mosambiks

Nächstes Highlight war der Bazaruto Archipel. Übernachtet haben wir in Vilankulo, einen kleinen Nest direkt am Meer. Am nächsten Tag ging der Segeltörn auf eine der zahlreichen Inseln in einer Dhow, dem traditionellen Segelboot, los. Bei entsprechenden Wind können sie ganz schön Speed bekommen. Da es jedoch keinen Sonnenschutz gibt, zerfließt man an Bord bei 35 – 40 Grad. An einer der Inseln angekommen, konnten wir nur Schnorcheln. An dieser Küste verlief eine starke Strömung, somit brauchte man nur ins Wasser steigen und konnte sich dahintreiben lassen. Am Ende angekommen, lief man an Land zum Startpunkt und begann vor vorne. Die restliche Zeit verbrachte man mit Dösen und dem Verzehr von leckeren Fisch. Auf dem Rückweg wurde ein anderer Weg eingelegt, somit sah man viel vom Archipel. Von hier sollte jetzt mein eigenes Abenteuer beginnen. Die Reisegruppe fuhr wieder Richtung Maputo, mein Ziel war jedoch die Ihla de Mocambique ganz im Norden. Ich hatte schon viel von diesem Weltkulturerbe gehört, jetzt wollte ich sehen. Die Reise stand jedoch unter einen Unstern. Der Zambezi hatte gerade Hochwasser, was prinzipiell alle Reise erschwert. Ich scheiterte deswegen schon an der ersten Hürde, einer Mitfahrgelegenheit nach Norden. Nach einem halben Tag Wartezeit und keinerlei Infos entschloss ich mich, wieder nach Süden zu gehen.

Kreuzfahrtschiff vor der Küste Mosambiks

Kreuzfahrtschiff vor der Küste Mosambiks

Traumstrände in Praia da Torfo

Angekommen in Maxixe, musste ich die Lagune überqueren, um wieder in Inhambane anzukommen. Die Bootsfahrt darüber erfolgte in einem echten Seelenverkäufer, jedoch angekommen ist angekommen. Mein neues Ziel war Praia da Torfo mit seinen kilometerlangen Sandstränden. Ein richtig schnuckeliger Badeort, der noch ein bisschen Hippi-Atmosphäre versprühte. Hier traf man viele junge Reisende aus aller Herren Länder, vor allen jedoch Südafrikaner. Selbst einige Deutsche traf man, welche hier arbeiteten. Echt zu empfehlen ist Fatimas Nest, wo ich etwa eine Woche in einem eigenen Zelt nächtigte. Hier klappte auch dann das Walhai – Watching. Von hier gab es auch eine Direktbusverbindung nach Maputo, welche ich dann nutzte. Der Hauptstadt sieht man immer noch den Bürgerkrieg an. Neben einigen neuen, wenn auch hässlichen Gebäude sind noch viele verfallene Häuser zu sehen. Aus Touri – Sicht hat die Stadt nicht viel zu bieten, eine Kathedrale, den Bahnhof und ein von Gustav Eiffel entworfenes Metallhaus. Ansonsten kann man gemütlich durch die Straßen spazieren und den morbiden Charme genießen. Die Stadt ist relativ sicher, nicht wie Durban oder Joburg. Was mir auffiel: Man hatte zeitweise das Gefühle, wieder in der DDR zu sein. Man sah viele W50 und die Polizei ist in Armeeuniformen der NVA gekleidet.

Südafrika Reiseangebot

Die Rückreise erfolge dann via Luxusreisebus nach Johannesburg. Eine zweite Reise ist jedoch geplant: die Schmach des Scheitern der Individualreise in den nördlichen Teil muss getilgt werden.

Und hier gleich anschließend der Bericht, was für ein großartiges Erlebnis das Tauchen mit den Walhaien war

Tauchen mit Walhaien vor Mosambiks Küste

Eins der unvergesslichsten Naturerlebnisse ist die Begegnung mit Walhaien. Wenn man im Meer taucht und plötzlich schwebt ein gigantischer Walhai auf einen zu, für die meisten Personen zählt solch ein Ereignis zu den schönsten Zusammentreffen mit wilden Tieren. Um diese Giganten der Meere hautnah erleben zu können, muß man entweder nach Mexiko oder Mosambik reisen.

Warum ist gerade Mosambik solch ein Ort der Walhaie?

Der beste Platz für die Beobachtung der Walhai ist die Region um Tofo etwa 300 km nördlich der mosambikanischen Hauptstadt Maputo. Tofo liegt in der Nähe von Inhambane, einer etwas heruntergekommenen, aber authentischen ehemaligen Kolonialstadt. Der Küstenabschnitt liegt auf der Migrationsroute der Walhaie, die an der Ostküste des afrikanischen Kontinents entlang führt. Die beste Reisezeit zur Walbeobachtung sind die Monate November bis Mai. Das Wasser vor der Küste von Tofo ist besonders planktonreich, deswegen halten sich die gigantischen Walhaie hier bevorzugt auf. In dieser Jahreszeit beträgt die Wassertemperatur etwa 28 Grad. Walhaie halten sich bevorzugt in Meeresregionen auf, wo gerade die saisonale Planktonblüte stattfindet oder wo planktonreiches kälteres Auftriebswasser aufsteigt.

Einige Details zu den Walhaien

Die Riesen der Weltmeere sind zwischen 12 und 15 m lang, wobei es einzelne Prachtexemplare auch auf 18 m Länge bringen können. Das Gewicht der Walhaie kann bis zu 12 Tonnen betragen. Trotz des gefährlich klingenden Namens sind die Walhaie ganz friedfertige Giganten, die sich nur von Plankton oder anderen Kleinstlebewesen ernähren.

Walhaie sind von gräulicher, bräunlicher oder bläulicher Farbe, der Bauch ist hell gefärbt, wobei der Rücken mit hellen Streifen und Flecken überzogen ist. Üblicherweise schweben diese Tiere mit etwa 5 Stundenkilometern 2 bis 3 Meter unter der Wasseroberfläche durch die Weltmeere. Von Booten oder vom Ufer sind die Walhaie nur mit geschultem Auge zu sehen, man sieht aus einiger Entfernung nur einen Schatten unter der Meeresoberfläche.

Walhai

Wie genau erfolgt das Tauchen mit den Walhaien?

In Praia de Tofo gibt es diverse Anbieter, wo man die Walsafaris buchen kann. Von hier starten die Teilnehmer in Schnellbooten auf das offene Meer. Ausgestattet ist jeder mit einer Schnorchelausrüstung, ansonsten benötigt man nur noch Sonnenschutz und etwas zu Trinken. Die Boote fahren dann auf der Suche nach den Giganten in großen Bögen über das Meer. Dazu ist in jedem Schlauchboot ein Guide positioniert, der die Meeresoberfläche nach verdächtigen Schatten absucht. Die Guides können die Tiere schon von weiten erkennen, für uns Touristen ist zu diesem Zeitpunkt nur Wasser zu sehen. Erweist sich solch ein Schatten dann als Walhai, beginnt das Abenteuer. Alle Schnellboote positionieren sich etwa 100 m vor dem Tier in seiner Bahn. Mit kompletter Schnorchelausrichtung springt man ins Wasser und wartet, dass der Walhai näher kommt. Zu dem Zeitpunkt hat man noch keine richtige Vorstellung, was auf einem zukommen wird. Und dann taucht der Gigant plötzlich vor einem auf und wird immer größer. Der Anblick ist einfach grandios. Näher und näher kommend, wird man sich seiner Größe erstmal bewusst. Das riesige offene Maul ist erkennbar, durch das das Meerwasser mit Plankton reinfließt, die Augen, die Flossen, das Muster der Haut, einfach alles. Und dann schwebt der Hai direkt an Dir vorbei.

Es ist erlaubt, ganz nahe an die Tiere heranzukommen. Man kann den ganzen Körper aus unmittelbarer Nähe studieren, nur Berühren ist verboten. Deshalb sollte man aus der Bahn des Walhais schwimmen muss, wenn das Tier nur noch einige Meter entfernt ist. Der Walhai schwebt dann an den Tauchern vorbei und ist nach wenigen Minuten aus dem Blickfeld verschwunden. Die Touristen kehren dann in ihre Schnellboote zurück und der Ablauf wiederholt sich. Hat man Glück, kommt es zu mehreren Zusammentreffen mit den Meeresgiganten. Hat man Pech, dann rast man 2 Stunden über das Meer, ohne ein Tier gesehen zu haben. Natur halt…

Video von einer Walhaisafari in Tofo

Weitere Möglichkeiten, Giganten der Meere zu beobachten

Bildquelle Walhai: Marcel Ekkel (Flickr CC BY 2.0)

Der Tauchgang war eines der beeindruckendsten Tiererlebnisse meines Lebens.

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