Michael Mittermeier in Kapstadt: Blackout in Südafrika

Michael Mittermeier kommt zurück nach Kapstadt. Nachdem er bereits ein Jahr vor der WM 2010 nach Südafrika reiste, um dort bei einem großen Comedy-Festival aufzutreten, verschlägt es ihn jetzt wieder in die schönste Stadt der Welt. Wie so viele, hat auch Mittermeier das hoch ansteckende Südafrika-Virus befallen (nein, es gibt kein Ebola in Südafrika…), das einen immer wieder an diesen traumhaften Ort zurückkehren lässt.

Michael Mittermeier kommt zurück nach Kapstadt

Michael Mittermeier kommt zurück nach Kapstadt
Bild: Florian Straub (Flickr CC BY-SA 2.0)

Mittermeier wird mit seiner Familie in Kapstadt Silvester feiern. Am 29. Dezember hat er einen Auftritt im Jou Ma Se Comedy Club, wo er leicht abgeänderte und an das südafrikanische Publikum angepasste Ausschnitte aus seinem aktuellen Programm „Blackout“ präsentiert. Zum Thema Blackout fallen mir jedenfalls schon einige Witze ein. Ich sage nur Load shedding

Wer sich noch Karten sichern will, kann dies auf computicket.com erledigen. Der Eintritt kostet 95 Rand (ca. 7 Euro).

Mittermeier war vor seinem Auftritt beim Comedy-Festival 2009 bereits zwei Mal privat in Südafrika und habe sich bereits bei seinem ersten Besuch in das Land verliebt, wie er in einem sehr lesenswerten Interview mit der Taz berichtet. Als eine Bekannte – die Konsulin bei der südafrikanischen Botschaft – ihm dann die nötigen Kontakte für einen Auftritt in Kapstadt herstellte, packte er die Gelegenheit am Schopfe. Denn es sei schon lange sein großer Traum gewesen, einmal mit einem englischsprachigen Programm – der Muttersprache der Comedy – auf dem internationalen Parkett aufzutreten.

In Südafrika drehte er dann mit einem kleinen Team eine Dokumentation, die ihn nicht nur bei seinem Auftritt auf dem Festival zeigte, sondern auch das Drumherum mit einschloss. Dabei wurden die Menschen aus Südafrika eng mit in die Dokumentation einbezogen. So traf sich Mittermeier etwa mit Jugendlichen und traumatisierten Waisen aus einem Township, Bauarbeitern der WM-Stadien und auch mit der Premierministerin des Western Capes, der deutschstämmigen Helen Zille.

Südafrika Reiseangebot

Der bayerische Komiker betont, dass es ihm wichtig gewesen sei, in der Dokumentation die Menschen aus Südafrika zu Wort kommen zu lassen. Diese Begegnungen seien allesamt intensive Erfahrungen gewesen, vor allem seine Gespräche mit den Unterprivilegierten im Township und mit den Waisenkindern, von denen einige schon im Babyalter missbraucht worden seien und niemals die Chance gehabt hätten, ihre Kindheit auszuleben. Trotz aller Probleme wie Korruption und Kriminalität warnt Mittermeier vor einer Stigmatisierung Südafrikas, wie es die deutschen Medien nur allzu oft darstellen würden. Er selbst habe nie eine Situation erlebt, in der er sich bedrängt gefühlt habe. Er weist auf das große Potenzial hin, das in dem Land steckt, auf die vielen Talente nicht nur im künstlerischen Bereich. Ihm habe besonders gefallen, dass Comedy in Südafrika die Grenzen sprenge und bei den Auftritten Schwarze, Weiße und Farbige in einem Saal sitzen würden und über dieselben Sachen lachen würden.

Das Bild, das die Deutschen von Südafrika hätten, sei überwiegend falsch. Gerade in der Zeit vor der WM sei die Medienberichterstattung zu negativ gewesen. Das Geschreibe „auf so einem Stammtischniveau“ habe er „zum Kotzen“ gefunden und sei nicht mit der journalistischen Qualität in Einklang zu bringen, die sich einige Magazine auf die Fahnen schreiben würden. Südafrika sei ein vielschichtiges Land, dem man eine Chance geben müsse. Man müsse sich öffnen und dürfe nicht mit einem fertigen Bild im Kopf hinfahren. Nach seinem Besuch in Südafrika wisse er nun, „wie viele tolle Leute da im Kleinen versuchen, etwas zu verbessern. Darüber sollte bei uns viel mehr gesprochen werden.“

Recht hat er!

Hier ein Ausschnitt aus der Dokumentation: Mittermeier in Kapstadt:

(DVD kaufen: Michael Mittermeier in Kapstadt)

Similar Posts:

Nutzer, die hier her fanden, suchten auch:

kinderheim kapstadt michael mittermeyer | 

Diesen Beitrag weitersagen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.