Melissa Bachman: Hassobjekt des Internets

Der Name Melissa Bachman ist momentan in aller Munde. Zumindest wer sich auf Facebook, Twitter & Co rumtreibt, wird in den letzten Tagen und Wochen sicherlich schon einmal über den Namen gestolpert sein.

In den sozialen Medien tobt ein wahrer „Shitstorm“, der sich gegen eben jene Melissa Bachman richtet, die sich auf ihrer Webseite selbst als „eine der besten und leidenschaftlichsten JägerInnen“ der Welt beschreibt, die das Jagdfieber bereits im Kindesalter ergriffen hat und immer davon träumte, ihr Hobby einmal zum Beruf zu machen.

Jüngst reiste Bachman für eine Jagdsafari nach Südafrika und stellte später voller Stolz Bilder erschossener Tiere auf ihre Facebook-Seite. Auf dem Foto, das den Anstoß der Empörung ins Rollen brachte, posiert sie mit Jagdgewehr in der Hand und einem breiten Grinsen neben einem erschossenen Löwen:

melissa-bachman-toter-loewe-suedafrika

Der Provokation, die dieses Foto auslöst, scheint sich die Frau aus den USA durchaus bewusst zu sein: ihr Facebook Account, auf dem sie regelmäßig die Fotos ihrer Jagdausflüge online stellt, ist öffentlich. Unter ihren Bildern finden sich jedoch ausschließlich Kommentare ihrer Bewunderer, die sie für ihre „Trophäen“ und ihren Jagdinstinkt beglückwünschen.

Außerhalb dieser frohen, heilen Jagdwelt entlädt sich die Wut über Frau Bachman, die nicht tötet, um kranke Tiere zu erlösen, ihren Hunger zu stillen oder das Ökosystem im Gleichgewicht zu halten, sondern aus Spaß und des Geldes wegen. Das Foto mit dem erlegten Löwen wurde auf Facebook tausendfach geteilt und ruft fast überall die gleichen Reaktionen und Emotionen hervor, die von Unverständnis, Trauer für den Löwen, wüsten Beschimpfungen bis gar zu Drohungen reichen.

Südafrika Reiseangebot

Ihr Geld verdient Melissa Bachman hauptsächlich mit selbst produzierten Jagdvideos, die sie in ihrer eigenen TV-Show „Winchester Deadly Passion“ als adrenalingeladene und abenteuerliche Unterhaltung präsentiert. Sponsorships der Waffen- und Jagdindustrie ermöglichen ihr die teuren Jagdreisen in der ganzen Welt. In den USA zählt Melissa Bachman mittlerweile zu den ganz großen in der Jagdszene und wird von vielen für ihren „Mut“, ihren Lebensstil und ihre Trophäen bewundert.

In Südafrika selbst wird die Problematik des Jagdtourismus zumindest in der örtlichen Presse kaum thematisiert. Ein Gesetz, dass die Jagd reguliert bzw. die Trophäenjagd gänzlich verbietet, gibt es bislang nicht. Erste Tierschützer fordern jetzt eine entsprechende Gesetzesinitiative. Auf der anderen Seite stehen Veranstalter und Lodgebesitzer, die für die reiche Klientel aus dem Ausland Jagdsafaris anbieten und damit argumentieren, dass die Jagd nötig sei, um das Ökosystem vor Überpopulation und der damit einhergehenden Zerstörung der Pflanzenwelt zu schützen.

Dass es Melissa Bachman beim Abschuss des Löwen jedoch um den Schutz der südafrikanischen Flora und Fauna ging, darf man bezweifeln. Sie wirkt auf den Fotos vielmehr als eine Frau, die sich neben dem toten Tier und mit Waffe in der Hand stärker fühlt, als sie in Wirklichkeit ist und diesen Moment sichtlich genießt. Sie kann einem nur leid tun!

Bild Credits: facebook.com/melissabachman

Similar Posts:

Nutzer, die hier her fanden, suchten auch:

Melissa Bachman | melissa bachmann | 

Pin It

2 thoughts on “Melissa Bachman: Hassobjekt des Internets

  1. Sie wirkt auf den Fotos vielmehr als eine Frau, die sich neben dem toten Tier und mit Waffe in der Hand stärker fühlt, als sie in Wirklichkeit ist und diesen Moment sichtlich genießt. Sie kann einem nur leid tun!

    Solche Ferndiagnosen über das Internet sind immer leicht peinlich. Jetzt haben wir 3 Jahre später und das Shitstürmchen hat sich wieder gelegt, wie das Internet Shitstorms so an sich haben. Viel Wind um nix und Fr. Bachmann jagt immer noch. Waidmanns Heil!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.