Meine 3 Jahre in Kapstadt

Hallo liebe Capetonians,

mein Name ist Maria und ich bin 26 Jahre. Die letzten 3 Jahre habe ich in Kapstadt gelebt und bin vor kurzem aus familiären Gründen wieder zurück nach Deutschland gegangen. Meine Zeit war sehr ereignisreich, abenteuerlich und lehrreich, da ich nicht nur Zeit hatte die Südafrikaner kennen zu lernen und zu analysieren, sondern auch mich selbst.

Arbeitsalltag in südafrikanischen Unternehmen

Als ich im in Kapstadt ankam um meinen Job als Buchhalterin in einem internationalen mittelständigen Unternehmen zu beginnen, wusste ich gar nicht, was mich erwartete. Nach 2 Monaten arbeiten musste ich schon feststellen, dass viele Dinge anders liefen, als bei meinen bisherigen Jobs in Deutschland und dass ich viel Geduld, Ausdauer und Verständnis aufbringen musste (oder besser 3. Gänge zurückschalten, relaxter werden und meine pro-aktive Arbeitseinstellung zurückfahren).

Angeforderte Faxe kamen nie an, 50 mal verbunden werden um einen Beleg anzufordern oder 100 mal Leuten etwas erklären zu müssen, um dann festzustellen, dass sie entweder nicht qualifiziert oder autorisiert waren, die mir gestellte Frage zu beantworten. Dies trieb mich in der Anfangszeit echt in den Wahnsinn.

Wer geht eigentlich zum Arbeiten nach Kapstadt ?

Nun gibt es ja 2 Arten von Menschen, die ins Ausland gehen um zu arbeiten, die die sich ausruhen wollen, jeden Abend einen heben gehen und Spaß haben wollen a la Ballermann oder Kapstadt-Liebhaber, die sich ernsthaft beruflich austoben wollen um etwas aufzubauen bzw. etwas zu erreichen (sei es bei einem Sprachkurs, Praktikum, Auslandsstudium oder Job).

Bevor man also ans Kap kommt, sollte man sich schon Gedanken machen, was man will und wie man sich einbringen will. Mit der Zeit habe ich mich an die südafrikanische Arbeitsmoral gewöhnt und bin im allgemeinen toleranter und ruhiger geworden. Auch im privaten Bereich kann mich nichts mehr so leicht schocken oder aus der Ruhe bringen. Finanziell lernte ich mit sehr wenig Geld auszukommen, so dass ich nicht in das Schema des typischen Auswanderers gehöre, der verschiedene Reisen und Ausflüge nach Namibia & Co unternehmen konnte. Dafür kenne ich Kapstadt wie meine Westentasche.

Südafrika Reiseangebot

Das Privatleben stimmt

Privat habe ich in Kapstadt mein großes Glück gefunden. Bei meinem ersten Aufenthalt lernte ich meinen heutigen Mann kennen. Aus einer langen Freundschaft wurde nach meiner Ankunft eine tolle Beziehung und im September diesen Jahres bekommen mein Mann und ich unseren ersten Nachwuchs. Auch freundschaftlich habe ich viele tolle Menschen aus der ganzen Welt kennen und lieben gelernt. Zu meinen besten Freundinnen zählen heute eine Amerikanerin, eine Koreanerin und natürlich auch meine Ersatzmamas aus dem Kongo und Südafrika muss ich hier nennen. Weit weg von zu Hause habe ich mir ein neues zu Hause mit vielen liebenswerten Menschen aufbauen können, die ich jetzt schon schrecklich vermisse.

Das wahre Kapstadt kennen lernen

Durch meinen Mann, der Kongolese ist, hatte ich die Gelegenheit das vielschichtige Kapstadt besser kennen zulernen. Er zeigte mir die weniger luxuriösen Gegenden und wir besuchten Freunde in Gegenden wie Brooklyn, Bishop Levis, Kensington, Mandalay, Mitchells Plain und Kayelitsha. Für die, die diese Orte noch nicht kennen, dies sind die berühmten Armen- bzw. Dreckviertel von Kapstadt, wo man sich auch tagsüber Gedanken machen muss, ob man sein Ziel lebend erreicht.

Ein ganz besonderer Mensch aus Kapstadt

Einen Besuch in Mandalay verdanke ich es heute, dass ich eine der wunderbarsten Menschen, die ich je getroffen habe, kennen lernen durfte. Ihr Name ist Roseline Swartz und sie engagiert sich seit über 20 Jahren als Kindergartenleiterin, Sozialarbeiterin und Samariter für unterprivilegierte Kinder und Nachbarn aus ihrem Viertel. Als sie 2008 mit ihrem Kindergarten in ein anderes Gebäude zog, hatte ich die Möglichkeit ihr, durch einen Spendenaufruf, beim Renovieren des Hauses unter die Arme zu greifen. Eine tolle Zusammenarbeit entwickelte sich und nach einiger Zeit gründeten wir zu dritt unsere eigene Organisation namens „Keep the dream“ um unsere angestrebten sozialen Projekte besser umsetzen zu können.

Mehr dazu schreibe ich im nächsten Teil.

MariaUnsere Kleinen

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