Mein erstes südafrikanisches Grillen – Braai

Braii RaumGrillen ist eine der Lieblingsbeschäftigungen der Südafrikaner. Das Brutzeln der Bratwürste und Steaks folgt bestimmten Regeln, denen sich alle Beteiligten unterwerfen sollten. Natürlich ist auch hier nicht alles so ernst gemeint, wie es vielleicht im ersten Moment klingt, aber im Regelfall verläuft eine Grillparty in etwa so. Ist das Wetter einigermaßen, dann holt der gemeine Südafrikaner seinen Grill heraus. Eigentlich nichts Besonders, bei vielen Deutschen ist es ähnlich.

Mein erstes Braai in Südafrika

Bei meinen ersten Grillen in einem rein südafrikanischen Freundeskreis erlebte ich folgendes: Es war ein Sonntag, an dem erst mal alle Familienmitglieder lange ausschliefen. Beim Frühstück verkündete Jaques dann, daß wir heute Nachmittag ein Braai veranstalten werden. Er wird jetzt noch einige Freunde einladen und wir fangen dann gegen 15 Uhr an. Braai ist eigentlich nur der südafrikanische Begriff für Grillen. Einziger gravierender Unterschied ist, daß keine Holzkohle verwendet wird, sondern echtes Holz. Bei der Inspektion der Holzvorräte stellten wir fest, daß das Brennholz nicht reichen würde. Da wir außerdem noch Grillgut kaufen mussten, machten wir uns auf den Weg zum nächsten Supermarkt. Da viele Märkte auch sonntags offen waren, kein Problem.

Zum vereinbarten Termin erschienen dann step by step die Gäste. Eingeladen waren drei weitere Paare. Alle waren vollbepackt und brachten Alkohol und Fleisch mit. Mein Freund meinte, daß aufgrund der teuren Grillsachen praktisch jeder in Südafrika bei einer Einladung mit seinen eigenen Würsten und Steaks kommt. Im Haus gab es einen eigenen Braairaum mit einem riesigen Kamin. Gleichzeitig diente dieser Ort als Entertainmentbereich. Es konnte Dart gespielt werden, eine Stereoanlage und entsprechende Sitzplätze waren auch vorhanden.

Grillvorbereitungen

Die Frauen machten es sich im Küchen – und Wohnbereich gemütlich. Für das Essen mußte noch viel vorbereitet werden: Salate, Beilagen etc. Neben den Vorbereitungen tratschen sie hier nach Herzenslust, ohne die Männer dabei zu haben. Wir Kerle richteten uns im Braairaum ein. Die Aufgabe des Haus bestand darin, das Grillfeuer anzuzünden und später die Sachen zu grillen. Das das Anzünden solch eine Wissenschaft ist, hätte ich zu diesem Zeitpunkt nicht erwartet. Bis alle notwendigen Utensilien am richtigen Platz waren, verging entsprechend südafrikanische Zeit. Das Beil war zuerst nicht auffindbar, um kleine Holzspäne für das Anzünden zu bekommen.

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Kleinere Startschwierigkeiten mit dem Braaifeuer

Das Feuer ging trotz intensiver Bemühungen am Anfang nicht an. Zur Beruhigung der Nerven und zur Stärkung wurde darauf ein Brandy getrunken. Ausgerüstet waren wir entsprechend: Die Vorräte beliefen sich auf eine Brandyflasche pro Person. Dazu gab es Cola und Eis en masse. Nach einer gefühlten Ewigkeit hatten wir dann ein offenes Feuer im Kamin. Unterbrochen wurde die Feuerüberwachung durch Dartrunden und neue Brandy. Die Damen reichten kleine Snacks. Jedes Mal, wenn ein bißchen Glut vorhanden, wurde neues Holz zugelegt. Die Glut wurde in eine Ecke geschaufelt und immer mal gedreht. Hier durfte man sich nicht einmischen: Die Hoheit über das Feuer hatte allein der Hausherr. Dieser Vorgang dehnte sich Stunde und Stunde. Gegen 21 Uhr hatten wir schon ordentlich einen getrunken, als endlich das erste Fleisch aufgelegt werden konnte. Etwa 5 Stunden, nachdem angezündet wurde. Gegrillt wurden südafrikanische Boerewors, eine Art Bratwurst, und Hühnchen und Steak.

Endlich Essen

Unsere Frauen hatten nun den Tisch mit den Beilagen vorbereitet. Es gab Salat, der aus Blattsalat, Gurkenstücken und kleinen Tomaten bestand. Ohne irgendeine Sauce. Kartoffelsalat war noch zubereitet und Toastscheiben mit Zwiebeln und Butter. Am Essen konnte ich selbst nicht mehr teilnehmen – Nachdem ich alleine eine Flasche Brandy und entsprechende Mengen Cola getrunken hatte, war mir der Hunger vergangen. Alle anderen schaufelten das Essen herein, als ob nichts gewesen wäre. Ich wurde belächelt, daß ich nicht mal eine Flasche Brandy vertragen würde. Südafrikaner sind hart: Fast alle sind danach noch mit dem Auto nach Hause gefahren. Getrunken hatten sie ähnlich viel wie ich. Dieser Braaiabend war der Beginn einer liebgewordenen Institution: in geselliger Runde mit ordentlich Alkohol den South African way of life zu genießen.

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