Mein erster Fallschirmsprung in Kapstadt

Meine Freundin hat mir zu meinem letzten Geburtstag einen Fallschirmsprung geschenkt. Ich wollte schon immer mal Fallschirmspringen, jedoch hat sich nie die Gelegenheit ergeben. Umso mehr freute ich mich auf meinen ersten Skydive in Kapstadt.

Im freien Fall über Kapstadt

Kurz nach dem Öffnen der Geschenkbox mussten wir dann auch schon los, da die Fallschirmsprünge meist recht früh am Morgen stattfinden. Es gab also keine Zeit zum Überlegen oder zum Zögern. Jetzt oder nie! Und so packten wir unsere Sachen und fuhren etwa 40 Minuten Richtung Norden entlang der Westküste. Hinter Melkbosstrand taucht dann irgendwann ein kleines Schild auf, das auf einen Flugplatz inmitten der weiten Pampa hinweist. Über eine holprige Schotterpiste geht es dann noch eine Weile weiter, bis man vor dem kleinen Flugplatz steht. Mein Pulsschlag beschleunigte sich beim Anblick der kleinen Cessna Maschinen und der ganzen Fallschirm-Ausrüstung schon merklich, doch die Jungs baten uns, zunächst einmal auf einer Bank Platz zu nehmen. Nach ca. 20 Minuten wurden wir dann darüber aufgeklärt, dass wir an diesem Tag leider nicht springen konnten, da der Wind zu stark sei und dies eine sichere Landung gefährde. Sie hätten gehofft, dass sich der Wind noch legt, doch sei erst gegen Nachmittag mit besseren Verhältnissen zu rechnen. Allzu enttäuscht war ich aber nicht, denn so war die Vorfreude noch größer auf den nächsten Termin, der in drei Wochen stattfinden sollte.

An besagtem Morgen lag jedoch eine dicke Nebelschicht über dem Atlantik, die sich langsam aber sicher über die Kapstädter Innenstadt schob. Meine Freundin hielt kurz Rücksprache mit den Jungs, ob unter diesen Bedingungen ein Sprung möglich sei, diese waren jedoch zuversichtlich, dass es heute klappt. Und so fuhren wir abermals die Strecke zu dem Flugplatz. Die Sichtverhältnisse wurden jedoch nicht wirklich besser, was aber auch daran lag, dass die Straße direkt neben dem Meer liegt. Abseits der Nebelwand war schönstes Kapstädter Sommerwetter. Und dieses Mal ging es dann auch ganz schnell. Es waren schon einige andere Springer anwesend, die einer nach dem anderen mit der nötigen Ausrüstung ausgestattet und mit den Cessnas in luftige Höhen transportiert wurden. Nach den Sprüngen wurden die Fallschirme wieder sorgfältig zusammengelegt. Das sah schon recht professionell und routiniert aus, was die Jungs da machten, trotzdem macht man sich so seine Gedanken, was passiert, wenn es zu irgendwelchen Komplikationen kommen sollte.

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Endlich waren wir an der Reihe. Wir schlüpften in das Gurtzeug, mit dem wir an unseren Tandem-Sprungpartner befestigt werden würden und bekamen noch eine Brille für die starken Winde im freien Fall. Anschließend wurde uns kurz erklärt, wie der Fallschirmsprung von statten läuft und dann ging es Richtung Startbahn. Mit einem ohrenbetäubenden Lärm hob die Cessna auch schon ab und wir flogen in Runden immer höher und höher. Mittlerweile hatte sich der Nebel auch größtenteils aufgelöst. Nur weiter draußen über dem Meer lagen noch größere Nebelfelder. Kapstadt selbst und der Tafelberg jedoch waren wunderbar zu sehen. Glück gehabt! Auf knapp 3000 Metern öffneten unsere Sprungpartner schließlich die Luke. Meine Freundin würde zuerst springen. Sie hing auch schon halb draußen, während sich ihr Tandem-Sprungpartner noch am Flugzeug festhielt. Und plötzlich hievte er sich und meine Freundin wieder ins Flugzeug. Kurzer Schreckmoment! Was war da los, stimmt etwas mit der Ausrüstung nicht? In solch einem Moment rutscht einem dann mal kurz das Herz in die Hose, doch Entwarnung! Die Kamera hatte aus irgendeinem Grund gestreikt. Also flog die Cessna noch eine Ehrenrunde, es ging noch mal gut 300 Meter höher und es folgte der zweite Versuch. Dieses Mal ging alles ganz schnell und schon hing ich aus dem Flugzeug. Mein Tandempartner lies los und zack… waren wir im freien Fall. Das Gefühl kann man schlecht erklären, man muss es einfach erlebt haben. Auf jeden Fall ein sehr sehr cooles Feeling. Man stellt es sich wesentlich unangenehmer vor, als es ist. Das typische Gefühl, dass es einem in den Magen fährt, dieses Kribbeln im Bauch wie man es vom Achterbahnfahren oder der Schiffsschaukel kennt, tritt eigentlich gar nicht auf, da man aufgrund der Bewegung des Flugzeugs sozusagen schon auf einem Luftkissen schwebt.

Hier seht ihr noch einige Bilder von unserem Sprung. Leider war die Linse wohl nicht ganz sauber und so wirken manche der Fotos etwas verwischt. Muss ich wohl noch mal Fallschirmspringen 😉

Ich kann euch einen Fallschirmsprung auf jeden Fall nur empfehlen. Es hat richtig Bock gemacht und man sollte es unbedingt mal erlebt haben. Vor ein paar Jahren bin ich schon mal von der 216 Meter hohen Bloukraans Brücke auf der Garden Route Bungee gesprungen. Ich muss sagen, die Überwindung war damals wesentlich größer. An das schwerelose Gefühl beim Fallschirmsprung kommt ein Bungeesprung jedoch nicht ran. Unbedingt ausprobieren!

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