Malawi. Wo war das gleich noch ? Irgendwo im zentralen Afrika. Wenn ich mir überlege, was mir dazu einfiel, bevor ich die Reise antritt : Lake Malawi – einer der größten Süßwasserseen der Welt. Sonst noch – eins der ärmsten Länder Afrikas. Große Probleme mit Aids. Als Urlaubsland – garantiert nicht. Und nun wollte ich nach Malawi, genaugenommen gab es ja gar keine Alternative, wenn man von den Victoriafällen nach Zanzibar auf dem Landweg reisen will.
Die erste Überraschung war, daß es selbst in Zentralafrika bitterkalt sein kann. Wir übernachteten in Zelten im südlichen Teil des Landes auf ca. 1000m Höhe . Und nachts konnte einen schon frösteln. Das absolute Highlight des Landes ist jedoch der Lake selber. Wir bauten unsere Zelte für jeweils 2 Tage an verschiedenen Orten am Ufer des Sees auf. Die Camps waren in einem guten Zustand, gemanagt wurden sie meistens von Südafrikanern. Zeitweise trafen wir auf 5 verschiedene Reisegruppen, entweder Süd – Nord – Tour wie wir oder entgegengesetzt. Im See konnte man schön baden, Kanu fahren oder auch nur am Ufer zu den Dörfern der Einheimischen wandern. Aufgrund der Größe des Sees konnte bei Wind ein ganz schöner Wellengang entstehen, Kanu war dann unmöglich. Abends traf man sich dann am Lagerfeuer und trank seine Bierchen oder auch Wein, soweit noch eine Flasche die Reise von Südafrika dorthin überstanden hatten. Die paar Einheimischen, welche wir getroffen haben, waren alle echt nett. Trotz der bedrückenden Armut konnte man erkennen, daß sie ihr Leben liebten.
Zweiter großer Reisepunkt war eine Wanderung nach Livingstonia, einer Missionsstation, welche nach Livingstone benannt wurde. Dieser bereiste in den 1860 / 70 er Jahren die Regionen westlich des Lake Malawi. Die Wanderung erwies sich als sehr anstrengend, da der Höhenunterschied zwischen dem Ufer und der Station mehrere Hundert Meter ist. Unterwegs konnte man jedoch ein erfrischendes Bad in einem kleinen Tümpel nehmen.
Die Station umfaßt ein kleines Museum mit etwas historischen Zeug, eigentlich nicht der Rede wert. Die Aussicht von dort auf den See ist jedoch sehr schön. Man erkennt erstmal die Dimension des afrikanischen Meeres. Vorteil des Standortes, ein viel angenehmeres Klima als am Ufer und keine Malaria.
Und was man noch machen kann: Schöne Andenken kaufen. Viele der Souvenirs, welche man in Kapstadt kaufen kann, kommen aus dieser Region. Die Schnitzereinen sind sehr kunstvoll und kosten nur Bruchteile des Preises aus Südafrika. Einzigste Einschränkung beim Kauf der Andenken ist nur, daß alles irgendwie transportiert werden muß.
Und als Beweis, daß die Welt doch irgendwie klein ist: George, einer der Mitarbeiter von SCT, kommt aus Malawi.
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