Kapstadt – Zanzibar, das Ende meiner Afrikatour

Skyline von KapstadtÜber 1 Jahr lebte und urlaubte ich nun schon in Südafrika. Mein Visum besaß zwar immer noch 3 Monate Gültigkeit, aber nun wollte ich doch die Heimreise antreten. Die einfachste Variante wäre natürlich der Direktflug von Kapstadt nach Frankfurt. Aber warum die einfache Variante nehmen? Bei meiner Namibia – Rundreise hatte ich mit Absicht kurz vor dem Caprivistreifen umgedreht, da ich die Victoriafälle später in Ruhe ansehen wollte. Im Reiseportfolio meines bevorzugten Safari – Reiseanbieters Nomad gab es noch eine Strecke, die ich bereisen wollte. Es handelte sich um die Tour Johannesburg – Victoriafälle.

Meine letzte große Afrikatour

Aber was danach? Wieder zurück nach Johannesburg fliegen und dann ab nach Hause? Mich lachte die Reiseroute via Zambia und Malawi so an, dass ich sie auch buchte. Die Entscheidung war auch deswegen einfach, da das Ticket meines Rückfluges nicht mehr gültig war. Die liebe Fluggesellschaft hatte im Kleingedruckten stehen, dass bei einem Zeitabstand von mehr als 12 Monaten zwischen Ankunft und Abreise das Ticket verfällt. Für die Flugstrecke Dar es Salaam – Frankfurt bezahlte ich mehr als für den Hin – und Rückflug nach Südafrika. Aber so etwas akzeptierte ich nach meiner Zeit in Afrika ohne Wimpernzucken. Es gab immer wieder Punkte, die einen aufregen konnten. Aber wenn man nichts ändern kann, warum dann nur den Blutdruck steigern?

Kapstadt

Reisestart in Kapstadt im Western Cape

Diese Tour sollte nun der krönende Abschluss meiner 14 Monate auf dem afrikanischen Kontinent werden. Knapp 5000 Kilometer auf dem Landweg. Da ich ja in Kapstadt lebte und bisher noch nie einen Zug für eine längere Strecke genutzt hatte, wollte ich dies auch noch erleben. Anstatt also mit einer der günstigen lokalen Fluglinien von Kapstadt nach Johannesburg zu fliegen, buchte ich den Shosholoza – Zug.

Shosholoza

Shosholoza

Abfahrt war am frühen Nachmittag vom Hauptbahnhof in Kapstadt und die Ankunft sollte am kommenden Tag auch nachmittags sein. Das Ticket war unschlagbar günstig, obwohl ich eine Einzelschlafkabine gebucht hatte. Wobei ich gestehen muss, dass dieser Zug definitiv nicht mit den Luxuszügen wie Rovos Rail oder Blue Train zu vergleichen ist. Das Abteil war sauber, da konnte man nichts sagen. Im Preis nicht enthalten war die Bettwäsche, aber da ich meinen Schlafsack dabei hatte, kein Problem. Ansonsten reiste ich wie immer mit kleinem Gepäck. Meine ganzen Habseligkeiten für 1,5 Jahre hatte ich dabei, 1 großer und 1 kleiner Rucksack.

Bahnfahren von Kapstadt nach Johannesburg

Die Fahrt führte mich zuerst durch die Winelands östlich von Kapstadt. Der Zug ratterte durch diverse Dörfer und Kleinstädte, tangierte Weinberge und Obsthaine. Die Schienen befinden sich in einem bescheidenen Zustand und ermöglichten so nur eine relativ geringe Geschwindigkeit. Der Vorteil ist dabei natürlich, daß man die Landschaft bequem aus dem fahrenden Zug heraus betrachten kann. Nach dem Passieren von Stellenbosch führte die Bahnstrecke durch die Hottentot – Mountains. Hier schlängelt sich der Zug dann durch Schluchten und über Bergpässe. Allein dieser Streckenabschnitt würde in anderen Ländern Bahnfahrtdurch Panoramazugfahrten touristisch erschlossen sein. Hier fuhr ein Zug am Tage vorbei, ansonsten war es still. Nach den Bergen erreichten wir die Weite der Karoo. Bis zum Horizont erblickte man nur Halbwüste, durchsetzt mit einigen Büschen. Hier setzte dann die Dämmerung ein.

Übernachtung im Zug

Nach Einbruch der Dunkelheit begab ich mich dann in den Speisewagen, der definitiv schon bessere Zeiten gesehen hatte. Die Auswahl war bescheiden, dafür war der Preis für das Essen und Bier auch sehr gering. Anschließend ging ich in meine Schlafkabine zurück, um noch etwas zu lesen. Der Sitz konnte dann umgestellt werden, darauf legte ich dann meinen Schlafsack und begab sich zur Nachtruhe. Es ratterte zwar die ganze Zeit, aber irgendwann bin ich dann eingeschlafen. Als ich am nächsten Morgen erwachte, befand sich der Zug bereits auf der Hochebene des Free State. Hier sieht die Landschaft wie im Mittleren Westen der USA aus. Riesige Felder, darauf einzelne Höfe mit Silos. Weite ebene Landschaft. Nach einigen Stunden erreichten wir dann den Hauptbahnhof von Johannesburg.

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