Kanutour in der (Halb)-Wüste ?
Gibt es nicht. Doch. Man muß nur in den Norden Südafrikas fahren, der Orange River bietet eine gute Gelegenheit, Paddeln mit Landschaftsbeobachtung zu verbinden.
Gebucht hatte ich die 6 Tage Tour, Startpunkt ist Kapstadt. Man braucht ungefähr 7 Stunden, um zum Fluss zu kommen. Der Reiseveranstalter hat uns in der Long Street aufgesammelt und dann ging es immer nordwärts. Alternativ kann man auch alleine zum Camp fahren, eine preiswerte Alternative, wenn man zum einen ein Auto hat und zum anderen in einer Gruppe von 3-4 Leuten ist. Alleine schon die Landschaft des Northern Cape ist unbeschreiblich. Es ist eine Steinwüste, die aber abwechslungsreich ist, seien es Berge, Täler oder grüne Oasen mitten in der kargen Landschaft.
Das Basiscamp befand sich ungefähr 20 km stromabwärts vom Grenzübergang nach Namibia. Nach der Ankunft muß man jedoch erstmal aus Südafrika auschecken, jedoch dann wieder zurückkehren. Einfacher Grund, am Ende der Kanutour betritt man den Boden Namibias, da es auf südafrikanischer Seite keine Straßen gibt und reist dann nach Südafrika wieder ein.
Im Camp gibt es eine Bar, Grillplätze und einen Swimmingpool. Somit kann man dort erstmal auf afrikanische Weise relaxen. Natürlich kann man im Fluss baden, es gibt dort keinerlei gefährliche Tiere. Geschlafen wird unter freien Himmel, Zelte gibt es nicht (kann man auf Wunsch jedoch mieten).
Am nächsten Morgen geht die Tour los. Jeweils 2 Mann für 1 Boot. Es handelt sich mehr um Schlauchboote, welche mit wasserfesten Säcken, einer Kühlbox, einen Eimer für Verpflegung ganz schön vollgeladen sind. Meine Gruppe war zweigeteilt, eine europäische mit Studenten aus Deutschland, Holland, Norwegen und England und eine afrikanische mit Namibiern und Südafrikanern, insgesamt 22 Mann.
Jeder Tag ist in 2 Abschnitte eingeteilt, ungefähr 3 Stunden paddeln, dann 2 Std. Pause. Nach dem ersten Tag merkt man schon etwas in den Armen, es ist ganz schön anstrengend. Genial ist natürlich, dass man jederzeit im Fluss baden kann. Die Landschaft ist umwerfend schön, ziemlich surreal, eine Steinwüste, durchschnitten von einem Fluß mit einem grünen Band, vielleicht 100m – 300m breit.
Am 3. Tag gelangt man dann in eine Art Canon, die Berge rechts und links steigen auf etwa 300 – 400m Höhe. Im Mai war der Wasserstand sehr niedrig, somit die Fliessgeschwindigkeit ebenso. Nur in der 2. Hälfte gab es einige Stromschnellen, welche aber in die niedrigste Kategorie fallen. Der Guide sagte jedoch, daß sich die Konditionen monatlich ändern – man sollte sich also vorher darüber informieren.
Am Abend wurde dann ein Camp am Ufer aufgeschlagen, ein Lagerfeuer angezündet, gequatscht, mehrere Bierchen getrunken und gegrillt.
Wir hatten keine Zelte mit, nur im Schlafsack unter freien Himmel geschlafen – ein unvergeßliches Erlebnis. Man sieht solch eine Vielzahl von Sternen, von Europa aus unmöglich. Dummerweise hatten wir die einzigsten Tage des Jahres erwischt, in dem nicht nur die Sonne schien. Eine Nacht verbrachten wir sogar unter einer selbsterbauten Konstruktion aus Tonnen und unseren Boote, da es regnete.
Wer Landschaftsbilder liebt, wer mal einen richtigen Sternenhimmel sehen will und wer von der Stadt eine Pause braucht, der sollte diesen Trip machen.
Anbieter sind: Felixunite und Umkulu

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[...] wir erstmal baden, danach unternahmen wir eine kleine Paddeltour. Es gibt auch mehrtägige Flußwanderungen auf dem Orange River, echt zu [...]
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