Interview mit dem Gründer von diesem Reiseblog

Hallo Andre. Stellst Du Dich bitte kurz vor.

Ich komme ursprünglich aus dem schönen Thüringen, hab aber, seitdem ich arbeite, nicht mehr dort gelebt. Nach dem Studium hat es mich in u.a. nach München, Würzburg und Frankfurt verschlagen. Ich bin verheiratet und habe eine wunderschöne Tochter.

Andre

Wie ist denn Deine Kapstadtgeschichte?

Vor langer Zeit ist in mir das Kapstadtfeuer entbrannt. Bis zum heutigen Tag hab ich etwa 12 Monate in Kapstadt verbracht, die Zeit im Rest des Landes kommt da noch dazu. Also insgesamt sind es bisher 2 Jahre Aufenthalt in Südafrika.

Also es fing mit einem simplen „How are you?“ in einem irischen Pub an. Ich besuchte dort meinen Bruder, der für ein halbes Jahr in Dublin lebte. Am Abend trafen wir uns mit einigen seiner Kollegen zu einem Bier. Dummerweise verstand ich kaum ein Wort. Selbst einfachen Small Talk auf Englisch konnte ich nicht mehr. So reifte in mir der Entschluß, Englisch (noch einmal) zu lernen. Mein Schulenglisch war komplett weg.

Also googlete ich nach englischen Sprachkursen. Preis und Wetter berücksichtigt (es war Februar), entschied ich mich für Kapstadt.

Und wie war es dann so vor Ort in Kapstadt?

Natürlich genial. Die Sprachschule war ok, bei der Gastfamilie hatte ich mit einer ältlichen Dame aber eine Niete gezogen. In den ersten Wochen erlebte ich viel, unternahm viele Ausflüge und verbrachte auch diverse Nächte auf der Long Street. Mit dem Englisch ging es aber nicht so recht voran.

Dann fand ich aber die ideale Lösung. Rundreisen in englischsprachigen Reisegruppen. Meine erste Tour brachte mich nach Namibia. 4 Wochen erkundete ich das Land. Unterwegs lernte ich einen Südafrikaner kennen, der mir anbot, bei ihm zu wohnen. So lernte ich auch das echte Leben vor Ort kennen. Später folgte noch eine zweimonatige Tour Kapstadt – Zentralmosamibik und die Heimfahrt Kapstadt – Sansibar. Und das beste an den Reisen – die Kosten waren genauso hoch wie ein Sprachkurs plus Unterkunft.

Mein Englisch war danach nicht perfekt, aber passabel.

Wow. Und fiel Dir nach so einer Zeit der Abschied nicht schwer?

Ich hatte echt mit mir gerungen, ganz in Kapstadt zu bleiben. Als Option kam für mich die Anstellung in einem der diversen Unternehmen in Frage, die deutschsprachige Arbeitskräfte einstellen und auch Visa für einen beschaffen. Bzw. der Weg über ein special skill visa. Am Ende entschied ich mich dann aber doch ein Leben in good old Germany.

Und besuchst Du Kapstadt regelmässig?

Anfänglich bin ich jedes Jahr wieder runter geflogen. Jetzt klappt es nicht mehr so oft.

Also kann man Dich als Kapstadt- und Südafrikakenner bezeichnen?

Einem Reiseleiter kann ich nicht paroli bieten, dafür sind einige Reisen schon wieder zu lange her. Bis auf den Nordosten Südafrikas war ich jedoch eigentlich überall. Am Schönsten fand ich die Drakensberge. Hier habe ich sogar eine mehrtägige Tour durch Lesotho gemacht. Das Eastern Cape hinterließ gemischte Gefühle – phantastische Landschaften, Traumstrände aber überall herum diese Armut.

Mark, mein damaliger Gastvater während des Sprachkurses und nun guter Freund, meinte, daß er niemals zuvor solch einen reisefreudigen Studenten hatte.

Irgendwann hatte ich mir mal an der Waterfront ein Fotoalbum aus Bananenblättern gekauft. Auf der ersten Innenseite klebt eine Karte vom kompletten südlichen Afrika mit all meinen Touren. Es waren etwa 30.000 Kilometer auf dem Landweg. Südafrika plus Namibia. Lesotho. Swasiland. Mosambik. Botswana. Sambia. Malawi und Tanzania. Die beste Zeit meines Lebens.

Andre

Nun hast Du diesen Blog. Wie kam es dazu?

Dies ist aus der Laune heraus entstanden. Eigentlich wollte ich mit diesem Blog einen Freund bei der Vermarktung seiner Lodge helfen. Das hat aber nicht funktioniert. Ich habe dann einfach nach Lust und Laune Artikel gepostet. Entweder Erlebnisse oder reine Infoartikel. Manche spielen abends gerne Onlinespiele, andere schauen fernsehen. Ich erstelle halt Artikel. Das ist für mich Ablenkung vom Arbeitsalltag, wobei ich nicht jeden Abend vor dem Laptop sitze.

Südafrika Reiseangebot

Die letzten 3 Monate hab ich beispielsweise eine Pause eingelegt. Null Posting, keinerlei Gedanken an Kapstadt. Auch das tut gut.

Wie würdest Du den Blog einstufen?

Kapstadt Entdecken! ist ein Hobbyblog. Ich hab mal gelesen, daß es aktuell etwa 4.000 deutsche Reiseblogs gibt. Der Kapstadt – Entdecken! Blog ist jedoch nicht mehr der kleinste Reiseblog (aktuell sind es bis zu 40.000 Leser pro Monat während der südafrikanischen Reisesaison), aber definitiv noch kein Blog-Schwergewicht. Wobei die erfolgreichsten deutschen Reiseblogs etwa 150.000 Leser im Monat haben.

Um es in Fußballersprache zu bewerten: Ich denke mal, die Regionalliga habe ich gerade erreicht.. Und das Ziel ist aber der Aufstieg.

Wie soll es mit dem Blog weitergehen?

Natürlich möchte ich, daß eines Tages Kapstadt Entdecken! die erste und beste Informationelle für Kapstadt & die Garden Route wird. Das ist jedoch noch ein weiter Weg, zu mindestens was den Punkt 1 betrifft 😁

Weitere Ideen habe ich , dies hängt aber von den Ressourcen ab. Sobald es um Technik geht, muss ich passen und ein Fachmann muß ran.

Letztes Jahr hab ich die Blogvermarktung auch etwas professioneller gestaltet. Jetzt gibt es neben der 0815 Googlewerbung auch Werbung für Tagesausflüge & Sehenswürdigkeiten bzw. für Übernachtungen.

Das läuft sowohl unter Lesermehrwert als auch Monetarisierung des Blogs.

Was wünschst Du Dir ?

Meine Motivation hängt stark von der Leserresonanz ab. Nichts demotiviert mehr als ein Artikelpost, der kaum gelesen bzw. kommentiert wird. Aktuell liegt mein Fokus auf der Facebookseite. Hier trifft der Effekt noch mehr zu. Auf gute Posts kommen bescheidene Posts fast ohne Kommentare. Manche Fragen erhalten 50 Antworten, andere nur 3.

Eine Vielzahl von Kommentaren wäre schön.

Und zurück zum Thema Geld: Da die Einnahmen aus den Werbelinks meine einzigen Erlöse sind, habe ich natürlich überhaupt nichts dagegen, wenn die Leser hiervon noch mehr Gebrauch nehmen. Die Get your Guide Werbung hab ich erst vor kurzem entdeckt, deren Ticket- bzw. Ausflugspreise sind aber gegenüber einer Direktbuchung echt nicht schlecht.

Wie kommst Du an neue Themen für Artikel?

Meistens sind das ursprünglich Leserfragen gewesen. Daraus habe ich dann einen Artikel geschrieben.

Hast Du Insidertipps zu Kapstadt?

Nein. Mit diesem Begriff bin ich einmal böse auf die Schnauze gefallen. Erstmal ist es schwierig, hier eine Abgrenzung zu finden. Und zählen dazu auch Orte, für die sich 95 Prozent der Touristen nicht interessieren? Da es zu Kapstadt so viel Literatur und Info im Internet gibt, bezweifle ich, daß es hier noch echte Insidertipps gibt.

Natürlich könnte ich unter diesen Stichwort immer Restaurants und Bars aufführen.

Wer tiefere Einsichten zu Kapstadt gewinnen will, dem empfehle ich Joes Blog. Hier gibt es in regelmäßigen Abständen gute Reiseartikel.

Woher können Leser individuelle Antworten bekommen?

Wir posten immer mal wieder Fragen in der Facebookgruppe, aber achten darauf, daß es nicht immer die gleichen Themen sind. Alternativ gibt es ja mehrere Foren zum Thema Südafrika.

Die letzte Frage: Wann geht es wieder nach Kapstadt?

Ich hoffe, daß es nächstes Jahr klappt.

 

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