US-Serienhit Homeland zeigt Kapstadt in neuem Gewand

Aktuell läuft im US-Fernsehen die vierte Staffel der preisgekrönten Serie „Homeland“. Kapstadt dient seit Juni als Kulisse für die Show, die auf unterhaltende und spannende Art und Weise den „Krieg gegen den Terror“ und damit verbundene Geheimdienstaktivitäten thematisiert. Zwar spielt die Handlung nicht in Kapstadt selbst, sondern in Islamabad (Pakistan), Kabul (Afghanistan) und Washington DC (USA), doch bewies die südafrikanische Metropole einmal mehr, wie vielfältig und wandlungsfähig sie ist. Wer es nicht besser weiß, wird kaum auf die Idee kommen, dass die vierte Staffel komplett in Afrika gedreht wurde.

Kapstadt, das Hollywood Afrikas? Filming in Progress – Business as usual

Kapstadt, das Hollywood Afrikas? Filming in Progress – Business as usual

Früher habe ich direkt in der Innenstadt gewohnt. Die Straße, in der ich wohnte, diente schon damals regelmäßig als Schauplatz für Werbedrehs oder Filmaufnahmen. Im Erdgeschoss des „Mutual Heights“-Gebäudes befindet sich eine stillgelegte Bank mit Schaltern und Marmorboden. Diese diente für den Film Death Race 2 als Kulisse eines Banküberfalls. Der Schusswechsel zwischen Polizei und Bankräubern fand direkt in unserem Haupteingang statt. Die anschließende Verfolgungsjagd mit sich überschlagenden Autos und Explosionen wurde in der Straße direkt vor unserer Haustüre gedreht. Auch einige Szenen aus dem Hollywood-Film Safe House entstanden hier. Und als mir eines morgens im Treppenhaus ein Model mit einem Jaguar an der Leine entgegen kam, war das nur wieder einmal ein Werbedreh einer internationalen Modekette. Sehr beliebt ist das Kap auch bei Automobilherstellern. Erst kürzlich berichteten wir über die spektakulären Werbeaufnahmen von BMW. Auch die wunderschöne Küstenstraße am Chapman’s Peak dient immer wieder als Motiv für die neusten Automodelle. Die Film-, Fernseh- und Werbebranche hat Kapstadt längst für sich entdeckt. Es hat sich bereits eine ganze Industrie angesiedelt, mit perfekt ausgestatteten Filmstudios und spezialisierten Agenturen, die die perfekten Schauplätze ausfindig machen und den Bedürfnissen entsprechen umgestalten. Neben der stetigen Professionalisierung sind aber vor allem auch die relativ geringen Produktionskosten, das zumeist gute und sonnige Wetter und die atemberaubende Szenerie wichtige Standortvorteile.

Südafrika Reiseangebot

Um letzteres ging es in Homeland Staffel 4 jedoch nicht. Schließlich liegen weder Kabul, noch Islamabad oder Washington D.C. am Meer. Umso interessanter ist es, die Serie zu verfolgen. Der Tafelberg wird nie komplett gezeigt, aber teilweise ist er eben doch zu erspähen. Vor allem dann, wenn die Geschichte des jungen Pakistani Ayaan erzählt wird, der häufig an seinem Unicampus gezeigt wird. Diese Szenen wurden an der Cape Peninsula University of Technology aufgenommen, die im District Six-Viertel mit Blick auf den Tafelberg liegt. Auch der Eastern Food Bazaar wurde mehrfach für Drehaufnahmen genutzt. Beerdigungsszenen, die in Washington stattfinden, wurden in einer Kirche im Company’s Garden gedreht. Auch Teile des Kapstädter WM-Stadions waren bereits zu sehen. Stellenbosch, Franschhoek, Salt River und Wynberg dienten ebenfalls als Schauplatz für Pakistan.

In dem folgenden Video sprechen die Hauptdarsteller und Produzenten über die Dreharbeiten und die Herausforderungen vor Ort, die Schönheit der Stadt und wie es ihnen gelang, sie in Islamabad, Kabul und Washington DC zu verwandeln. So wurden etwa allein 100.000 US-Dollar in Autos investiert, die entsprechend umgebaut wurden, um die Kulisse so authentisch wie möglich zu gestalten.

Und wie gefällt Kapstadt den Akteuren sonst so? Immerhin befinden sich die Schauspieler bereits seit Juni in der „Mother City“. In einem Interview mit der südafrikanischen Zeitung City Press gewährte die Hauptdarstellerin Claire Danes, die in der Serie die oft unkonventionell agierende CIA-Mitarbeiterin Carrie Mathison spielt, Einblicke in ihr Leben vor Ort. So erzählt sie etwa, wie sich die englische Sprache in Amerika und Südafrika unterscheiden und dass sie einige neue Wörter gelernt habe. „Sharp Sharp“ und „Howzit“ stehe ganz oben auf der Liste ihrer neuen Lieblingswörter. Auch dass die Uhren in Kapstadt etwas anders ticken und die Bedeutung von „Now Now“ und „Just Now“ habe sie sich schnell eingeprägt.

Besonders habe es ihr aber das kulinarische Angebot angetan: „Ich bin nun offiziell auf einer Diät, weil das Essen einfach zu gut ist. Als ich hier ankam, habe ich es wohl etwas übertrieben und lege deshalb nun erst einmal eine Pause ein, damit ich später noch einmal zuschlagen kann.“

Kapstadt hat bei ihr in jedem Fall einen bleibenden Eindruck hinterlassen: „Ich liebe es hier zu sein. Es ist einer der schönsten Orte auf diesem Planeten, an denen ich jemals gewesen bin. Ich reise ziemlich viel und hier ist einfach atemberaubend schön.“ Nach einem langen Drehtag habe sie des Öfteren an einem abendlichen Trail Run teilgenommen und sei einfach überwältigt gewesen von dem himmlischen Ausblick, der sich ihr dabei bot.

Die letzte Klappe fällt im November. Bis dahin können Danes & Co. noch den Frühling genießen.

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