Healthy Schools in Grassy Park – Fortsetzung

Als ’Delegierte’ der Agenda21-Partnerschaft Aachen-Kapstadt standen neben den tatsächlichen Projektterminen natürlich auch zahlreiche Treffen mit Partnerschafts-Organisationen, -Aktiven und den Koordinatoren des Umweltamtes der Stadt Kapstadt an, so dass wir unseren Aufenthalt als intensiven “24/7“-Job bezeichnen können. Durch die Initiative unserer Partner vom Novalis Ubuntu Institute konnten wir auch den Oberbürgermeister von Kapstadt, Dan Plato, für unser Projekt begeistern. Er honorierte unsere Arbeit und besonders die Leistung der Schüler und Schülerinnen in unserem Projekt mit seiner Anwesenheit und einer Partnerschaftsrede auf unserem Abschlussfest am 03. Juni 2010. Ich hoffe, dass die Partnerschaft in Kapstadt nun auf höherer Ebene stärker in den Blickpunkt gerückt ist und noch folgende Projekte bessere, auch finanzielle, Unterstützung seitens der Stadt Kapstadt erhalten.

Über die zweimonatige Projektarbeit hinaus strebt das Konzept nun die Weitergabe der vermittelten Techniken an mehr als die direkt teilnehmenden Schulen an. Durch die Initiierung eines Schulnetzwerks in Grassy Park durch die drei bereits involvierten und erfahrenen Schulen und der Formulierung eines “Memorandum of Understanding“, bei dem die Aufgaben und Verantwortlichkeiten aller Beteiligten verbindlich festgelegt wurden, soll das Prinzip der Nachhaltigkeit, sprich des sinnvollen langjährigen Nutzens der Projektresultate garantiert werden. Und: Es sollen mehr “Healthy Schools in Grassy Park“ entstehen, weshalb ein Handbuch als weiteres gemeinsames Projektziel geschrieben und in mehrere Sprachen übersetzt werden soll. Es soll zukünftig eine Art Leitfaden und Orientierungshilfe für die hinzukommenden Schulen sein, so dass nicht notgedrungen ein deutsches Team die gesamte Koordination und Organisation des Projekts übernehmen muss – ein Selbstläufer auf Langzeitsicht sozusagen!

Novalis bleibt als Partner vor Ort bestehen und bietet weiterhin neben der fachlichen Projektbetreuung durch den Biologen Talfryn Harris außerdem die Nutzung ihres “Resource Centres“ in Wynberg (in unmittelbarer Nähe von Grassy Park) für Workshops sowie Pflanzen aus der dortigen Gärtnerei.

Kürzlich erhielt ich eine Email von Denzil van Graan, dem Schulleiter der Perivale Grundschule, in der er berichtet, wie schön unser „Gemeinschafts-Garten“ blüht und dass der Trimmpark kräftig genutzt wird, z.B. durch eine Nichtregierungsorganisation, die nach der Schule Sportunterricht anbietet und die körperliche Fitness der Kinder in einem Trimmpark besonders gut üben und trainieren kann. Damit möchte ich andeuten, dass mir der Kontakt zu den Schulen und regelmäßiges Feedback wichtig ist und ich mich in der Verantwortung sehe, diesen weiterhin zu halten.

Dankesworte

Ein herzlicher Dank geht an all diejenigen Menschen, die dieses Projekt haben Wirklichkeit werden lassen: Ein besonderes Dankeschön gilt zunächst den drei Grundschulen in Grassy Park, die den beiden „verrückten Deutschen“, wann immer sie auftauchten, mit großer Offenheit, neugierigem Tatendrang und viel Gelassenheit begegneten und die manchmal staunend zusahen, wie wir unser enormes Arbeitspensum erfüllten und die Schülerinnen und Schüler sowie die Baufirmen zu Höchstleistungen antrieben. Deutsches Organisationstalent und südafrikanische Flexibilität haben es möglich gemacht, in so kurzer Zeit all jene Projektziele zu erreichen – eine perfekte Mischung, die schon so manche Projekte der Agenda21-Partnerschaft Aachen-Kapstadt gekennzeichnet haben bzw. noch kennzeichnen sollen.

Herzlichen Dank sagen wir auch unseren Partnern vom Novalis Ubuntu Institute, die uns mit ihrem fachlichen Know-How und Engagement, ihrer organisatorischen Erfahrung und ihrer Herzlichkeit stets zur Seite standen und das Projekt in Zukunft fortführen werden.

Ein spezieller Dank geht an die Mitglieder der Agenda21-Partnerschaft Aachen-Kapstadt, die
uns vor Ort unterstützt haben, insbesondere an die Mitglieder des Umweltamtes der Stadt Kapstadt und der beiden Nichtregierungsorganisationen Abalimi Bezekhaya und SEED.

Ohne finanzielle Unterstützung ist ein solches Projekt selbstverständlich nicht realisierbar, weshalb wir uns zu guter Letzt ganz herzlich bei unseren Förderern und Sponsoren bedanken wollen, die wir auf großen Dankestafeln an jeder der drei Schulen gewürdigt haben. Darunter sind die DFB-Stiftung Egidius Braun, das Kindermissionswerk (Die Sternsinger), MISEREOR, InWEnt, die Stadt Aachen, Stadtoasen e.V. und der Förderverein der Agenda21-Partnerschaft Aachen-Kapstadt hervorzuheben.

Einordnung des Projekts

Im Rahmen der Agenda 21-Partnerschaft zwischen Aachen (D) und Kapstadt (SA) gibt es seit
Bestehen der Partnerschaft in den vergangenen neun Jahren viele Projekte, in denen Organisationen beider Seiten erfolgreich zusammenarbeiten. Dazu gehören u.a. Fahrradrecycling, Gestaltung von Schulhöfen, Anlegen von Nutzgärten, „Lernen aus Koffern und Kisten“ (Lessons in a box), Austausch von Studenten, Künstlern, Schülern und Lehrern, Erstellung großer öffentlicher Wandgemälde und weitere ökologische und künstlerische Arbeiten mit Kindern und Jugendlichen. Es sind Projekte, die die Beteiligten gleichzeitig und über ihre zum Teil gegensätzlichen Kulturen, Werte und
Denkstrukturen hinaus zusammenbringen und voneinander lernen lassen, so dass ein gemeinsames Leben und Arbeiten möglich werden.

Stadtoasen e.V. arbeitet seit 2004 im Rahmen der Partnerschaft unter dem Projekttitel „Bauwagen goes South“ an Schulprojekten mit Kindern und Jugendlichen in Kapstadt. Er bringt dabei Menschen aus Deutschland und Südafrika auf den Schulhöfen in den Townships bzw. Stadtteilen von Kapstadt zusammen, damit die Schulhöfe nach den Wünschen und Bedürfnissen der Schüler gemeinsam umgebaut und (um)gestaltet werden. Die bisherigen Projekte sind auf der Webseite www.bauwagen-goes-south.de ausführlich dargestellt.

Das Novalis Ubuntu Institute (www.novalis-ubuntu.org) ist eine gemeinnützige Einrichtung, die seit 1984 in den Gemeinden der südlichen Cape Flats in Kapstadt tätig ist. Novalis beschäftigt sich mit den sozialen, kulturellen und erzieherischen Herausforderungen im „neuen“ Südafrika. Dabei wird die eigene südafrikanische Philosophie – UBUNTU – in den Vordergrund gestellt. Das Leitmotiv des Instituts lautet: „Miteinander werden wir wachsen“. Ein Novalis-Programm ist das “Beautiful Schools Programme“, in dem die Schulen ihre eigene Vision von einer „schönen“ Schule entwickeln und einen Plan für die Verwirklichung dieser Ideen aufstellen. Novalis arbeitet seit seiner Gründung mit den Organisationen Abalimi Bezekhaya und SEED zusammen, die im Rahmen der Agenda 21-Partnerschaft Aachen-Kapstadt in Projekten intensiv mit Stadtoasen e.V. zusammengearbeitet haben.

Der ehemalige Projektleiter von SEED, Talfryn Harris, der das „Bauwagen goes South“-Projekt an der Fairview Primary School in Grassy Park 2008 betreute, ist seit 2009 bei Novalis beheimatet. Daher bedeutete die neue Zusammenarbeit von Stadtoasen e.V. mit dem Novalis Ubuntu Institut eine kontinuierliche Fortführung des erfolgreichen Projekts von 2008 in Grassy Park.

Weitere Berichte und Fotos finden Sie unter www.bauwagen-goes-south.de

Monika Galla

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