1652 wurde Kapstadt als Versorgungshafen für die Holländisch-Ostindische Kompanie an der Table Bay gegründet. Hierbei handelt
es sich jedoch um eine lang gezogene Bucht mit flachen Sand – und Kiesstränden. Einige Kilometer vor dem Festland liegt Robben Island. Die Bucht eignete sich nicht wirklich als Hafen, die Schiffe mussten einige Hunderte Meter vor dem Strand auf Reede liegen. Die Waren wurden dann mit kleinen Booten an Land gebracht. Für ungefähr 200 Jahre gab es nur einen Holzsteg als Pier nahe des Castle of Good Hope, der erst dann durch eine Steinversion ausgetauscht wurde.
Die Kapregion ist berüchtigt für ihre Winterstürme, welche eine Passage des Kap der guten Hoffnung mittels Segelschiffen in der damaligen Zeit zu einem gefährlichen Unternehmen machten. Die Bucht brachte den Segelschiffen im Winter kaum Schutz vor diesen Stürmen, im Laufe der Jahrhunderte zerschellten viele Schiffe an der Küste, während sie auf Reede lagen. 1743 wurde deshalb der Winterhafen in die False Bay nach Simons Town verlegt. Dort konnten die Segelschiffe gefahrlos ankern. Heute ist Simons Town der wichtigste Standort der südafrikanischen Marine.
1858 wurden bei einem schweren Wintersturm über 30 Schiffe zerstört, ähnliches passierte noch mal im Jahre 1865. Nachdem sich die Versicherungen weigerten, für in Kapstadt liegende Schiffe etwas zu zahlen, sah sich die Stadt gezwungen, einen sicheren Hafen zu bauen. Im September 1860 vollzog Prinz Alfred, der zweite Sohn von Königin Victoria, den ersten Spatenstich für ein neues Hafenbecken. Große Landflächen wurden durch Aufschüttungen dem Meer abgerungen und das Alfred Basin errichtet. Damals reichte die Wasserfläche bis zum Castle of Good Hope, heute an der Adderley und Darling Street liegend. Das Castle befindet sich heute etwa 2 km landeinwärts. Fertigstellung des Hafenbeckens war 1869.
Durch die Gold- und Diamantenfunde im Landesinneren erhöhte sich die Bedeutung Kapstadts als Warenumschlagplatz. Spätestens während des Burenkrieges um 1900 erwies sich der Hafen als zu klein. Bis 1905 erfolgte deshalb eine Erweiterung durch das Victoria Basin. In den 1930er Jahren erfolgte ein weiteres Landgewinnungsprojekt mit der Erschaffung des etwa 3 km² großen Foreshore und dem Duncan Dock. Hier konnten jetzt große Hochseeschiffe ankern. 1960 wurde dann noch das Ben Schoemann Dock erschaffen, welches Platz für große Tanker und Containerschiffe bot. Ab diesem Zeitpunkt verfielen die alten Becken, das Alfred Basin und das Victoria Basin, komplett. Ende der 1980er Jahre lag dieses Hafengebiet komplett brach.
1988 wurde von der Kapstädter Stadtverwaltung die „Victoria and Alfred Waterfront (Pty) Ltd“ mit der Aufgabe der Wiederbelebung des Hafenareals gegründet. Die ersten Pläne beinhalteten eine Verlegung der Fischereiflotte und des Seenotrettungsdienstes in die Becken. Weiterhin wurden einige Wartungsdocks zur Reparatur von Schleppern und dem Bau von Jachten errichtet. Später wurde das Two Oceans Aquarium gegründet.
Stufenweise erfolgte denn die Renovierung der vorhandenen Bausubstanz. Es entstanden Restaurants, Geschäfte und Hotels. Der ursprüngliche Charakter des Hafengeländes blieb bestehen. Besonders gelungen ist dies, indem inmitten des touristischen Trubels weiterhin die Trockendocks in Betrieb sind. Mit dem Erfolg der Waterfront in den 1990er Jahren begann der Abstieg der Stadtteile
am Atlantic Board. Die meisten Touristen besuchten ausschließlich die Waterfront und ignorierten die benachbarten Stadtteile. Viele Restaurants und Geschäfte siedelten sich hier an und verließen ihre alten Standorte. Erst seit einigen Jahren gibt es jetzt wieder eine Gegenbewegung in andere Stadtteile, da aufgrund des Erfolges der Waterfront die Preise hier sehr stark anstiegen.
In den letzten Jahren wurden die Verkaufsflächen immer mehr erweitert, heute ist die Victoria Wharf eins der größten Shoppingzentren in Afrika. Von der Waterfront bringen Fährschiffe die Touristen nach Robben Island. Mit dem touristischen Erfolg wurden die Wassersportanlagen auch ständig erweitert. Die Marina beherbergt heute Hunderte von luxuriösen Jachten. Außerdem entstand ein komplett neuer Stadtteil am Hafen, welcher heute als Nobelstandort von Kapstadt gilt. In diesem Areal hat letztes Jahr auch ein 6 Sterne Hotel eröffnet.



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