Gegen hohe Arbeitslosigkeit in Südafrika

SüdafrikaSüdafrika hat ein massives Problem, nämlich eine der höchsten Arbeitslosenquoten in der Welt. Es gibt keine belastbaren Zahlen, aber Schätzungen gehen von 30 – 40 % Arbeitslosenquote aus. Eigentlich dürfte es solche hohen Arbeitslosenzahlen gar nicht geben, da das Land reich an Bodenschätzen ist. In den vergangenen 2 Jahrzehnten wurden aber andere wirtschaftliche Prioritäten gesetzt, beispielsweise vorrangig Investitionen in Immobilien und Tourismus. Allmählich erkennen die Verantwortlichen aber, daß solch eine einseitige Wirtschaftspolitik zum Scheitern verurteilt ist. Ohne eine verarbeitende Industrie, welche den Reichtum an Bodenschätzen auch in Südafrika verarbeitet, kann die drückende Arbeitslosigkeit kaum gesenkt werden. Doch dies erkennen die Politiker erst jetzt.

Umfangreiches Investitionsprogramm in Südafrika

Der Präsident von Südafrika, Jacob Zuma, verkündete vor 3 Wochen ein umfangreiches Investitionsprogramm. Ein sofortiger Ausbau der Industrie scheitert an fehlenden Stromerzeugungskapazitäten. In den letzten Jahren mußten südafrikanische Bergwerke ihre Produktion wegen Strommangels drosseln oder sogar aussetzen, als die Weltnachfrage und somit die Preise am Höchsten waren. In den städten wurden wie in einem Dritteweltland der Strom für bestimmte Zeiten einfach abgeschalten. Der Transport von Mineralien aus dem Landesinneren an die Verladehäfen am Atlantik oder Indischen Ozean ist wegen veralteter Gleise langsam und eingeschränkt. Die Straßen können die zu erwartenden Tonnen auch nicht verkraften. Die jetzt verkündete Summe für solche Infrastrukturmaßnahmen beträgt etwa 30 Milliarden Euro. Bei dieser Größenordnung wird jedoch Südafrika mit einem neuen Problem konfrontiert werden: der fehlenden qualifizierten Arbeitskräfte. Trotz hoher Arbeitslosigkeit gibt es nicht genügend Fachleute im Land, die solch einen Umsatzanstieg bewerkstelligen können.

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Ausbau von Bahn und Häfen

Die staatliche Transportfirma Transnet soll ihre Transportkapazität in 7 Jahren verdoppeln. In den letzten 30 Jahren wurden jedoch keine nennenswerten Beträge in das Schienenetz investiert. Die Bahnstrecken sind in einem entsprechenden desolaten Zustand. Der Eisenerzproduzent Kumba Iron Ore und der Kohlproduzent Xstrate wollen ihre Aktivitäten auch massiv ausbauen, sind aber komplett von den Transportkapazitäten abhängig. Etwa 5 Mrd. Euro sollen in die Erweiterung der Häfen investiert werden. In Durban und Kapstadt sollen die Häfen vertieft werden, um größere Schiffe umschlagen zu können. Seit einigen Monaten werden in Südafrika auch Solarkraftwerke gebaut. Vorher hat das Land diese Entwicklung auch komplett verschlafen. Im Northern Cape entstehen nun Solarparks mit mehreren Quadratkilometern Solarpanelen, welche Kapazitäten von kleineren Gaskraftwerken haben. Vorteil dieser erneuerbaren Energie hier in Südafrika ist, daß sie relativ zuverlässig das ganze Jahr zur Verfügung stehen und man keine Reservekraftwerke benötigt wie in Deutschland.

Folgen der hohen Arbeitslosigkeit in Südafrika

Die südafrikanische Regierung muß dringend etwas gegen die hohe Arbeitslosigkeit tun. Die Unzufriedenheit in der Bevölkerung stimmt stetig zu und mittelfristig ist die Alleinherrschaft des regierenden ANC gefährdet. Im Western Cape, deren Hauptstadt Kapstadt ist, hat sie ihre Führungsrolle schon längst an die Democratic Alliance abgegeben.

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