Die zunehmenden gewalttätigen Streiks der Arbeiter während der jährlichen “Streiksaison” steigern die Befürchtung, daß sich die mittelfristigen Aussichten der südafrikanischen Wirtschaft aufgrund der Inflationsgefahr weiter eintrüben.
Gewerkschaften, welche Hunderttausende Arbeiter aus den Bereichen Bergbau, Stahl, Chemie und Öl vertreten, verlangen Lohnerhöhungen in Höhe der dreifachen Inflationsrate, welche bei etwa 5 % liegt. Im Schnitt betrugen die Lohnerhöhungen der vergangenen Jahre das Doppelte der jeweiligen Inflationsrate.
Der Zeitraum August / September gilt als heisse Phase der Streiks, da dann die Lohnverhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden stattfinden. In den meisten Jahren kam es dabei auch zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei, auch in Kapstadt.
Langfristig gesehen verliert Südafrika bei gleichbleibender Entwicklung immer mehr an Wettbewerbsfähigkeit. Im Schnitt verdient jetzt ein Arbeiter 11.000 Rand im Monat mit einer geringeren Produktivität als ein chinesischer Arbeiter, der nur ein Fünftel dessen verdient. Im Jahre 2009 verlor die südafrikanische Wirtschaft aufgrund der Rezession über 1 Million Arbeitsplätze. Trotz leicht belebender Aktivitäten gibt es jedoch kaum Zeichen für erhöhte Einstellungen. Dies wird den rigiden Arbeitsschutzgesetzen zugeschrieben, welche schnelle Neueinstellungen verhindern.
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