Far away im Farr Out: ein unvergessliches Erlebnis in Paternoster

Zu meinem 29. Geburtstag habe ich mir von meinem Freund eigentlich ein stinknormales Wellness-Wochenende irgendwo in Kapstadt gewünscht. Was ich aber stattdessen bekommen habe, hat alle meine Erwartungen übertroffen und ich hatte das beste Wochenende seit einer Ewigkeit.

Das Gästehaus Farr Out von außen

Das Gästehaus Farr Out von außen

An einem Freitag Nachmittag haben wir uns auf den Weg zu meiner Überraschung gemacht und es ging richtig Westküste an Melkbos vorbei weiter auf der R27 bis wir nach ca. 125km Richtung Vredenburg links abgebogen sind. Da habe ich mich schon gefragt, wo wir letztendlich landen werden, weil außer weiten Feldern und ein paar Kühen und Straußen war bisher nicht viel zu sehen. Daher war ich heilfroh, als ich irgendwann das Meer entdeckte und wir am Ziel angekommen waren. Kurz nach dem Ortsschild von Paternoster sind wir ein zweites Mal nach links abgebogen und näherten uns einem Gasthaus namens Farr Out. Durch die ungewöhnliche Schreibweise ist der Name sehr einprägsam und mir lag ein kleines Schmunzeln auf den Lippen, als ich die deutsche Fahne am Eingang wehen sah. Als ich dann die rustikalen Indianerzelte erblickte, wusste ich, welche Überraschung mir blühte und ich war sofort aufgeregt.

Wir würden die nächsten 2 Nächte in einem waschechten 4-Sterne Tipizelt verbringen und die Seele fernab vom Kapstädter Alltag baumeln lassen. Wir wurden sehr herzlich von der Besitzerin Marion und ihrem Lebensgefährten Deon in Empfang genommen und konnten gleich einen kleinen Plausch auf deutsch halten, was einem sofort ein angenehmes Gefühl von Heimat verschaffte. Gemeinsam wurden wir von Marion in die Hausregeln eingewiesen und ein paar Minuten später ging es dann auch direkt zu unserem außergewöhnlichen Schlafgemach.

Etwas abseits von den anderen Zimmern des Gästehauses befindet sich das riesige Tipi, was alle Erwartungen übertrifft, sobald man die Tür aufschließt und das luxeriöse Innere bestaunen darf. Das achteckige Bett ist das Highlight des Tipis und bildet das gemütliche Zentrum im Zelt. Etwas weiter hinten befindet sich die freistehende Dusche aus Stein und die gepflegte Toilette. Wer befürchtet, dass er einen Zelturlaub vor sich hat, liegt allerdings falsch.

Das 4-Sterne Gästehaus bietet Service und Ausstattung auf höchstem Niveau und natürlich auch fließendes, warmes Wasser sogar im Wigwam und allen anderen Schnickschnack, den man sich für ein gemütliches Wochenende zu Zweit nur wünschen kann. Also haben wir als erstes unseren selbstmitgebrachten Wein in dem kleinen Minikühlschrank verstaut, das Tipi erkundet und das besondere Flair in allen Zügen genossen. Weil wir ziemlich spät am Nachmittag ankamen, hatten wir auch bald Hunger. Da wir vorher noch nie in Paternoster waren, haben wir uns auf die Empfehlung von Marion verlassen, die uns auch direkt einen Tisch in einem sehr leckeren Restaurant unmittelbar am Strand gebucht hat. Da zwischen Dezember und Februar alle Restaurants schnell ausgebucht sind und man selten einen Tisch spontan ergattern kann, waren wir heilfroh, dass die Reservierung so unkompliziert geklappt hat und wir an unserem ersten Abend das Essen am Strand genießen konnten. Damit wir das Restaurant nicht verfehlen, hat uns Marion noch schnell mit einer Ortskarte versorgt und unseren Standort sowie die schönsten Restaurants in der Karte eingezeichnet. So ausgestattet, konnten wir unser Ziel nicht verfehlen.

Die erste Nacht im Tipi war toll. Man hört die Tiere um sich herum, der Wind weht um die Zeltwand und man fühlt sich der Natur einfach ganz nahe. Wem es zu heiß oder zu kalt wird, kann nach Belieben die Fenster im Zelt öffnen oder schließen und auch der Sternenhimmel kann direkt vom Bett aus bestaunt werden. Für die kälteren Tage gibt es sogar eine elektrische Heizdecke, die wir aber im Januar Gott sei Dank nicht gebraucht haben. Ich habe jedenfalls geschlafen wie ein Baby und bin erst wieder aufgewacht, als unser Wecker am nächsten Morgen geklingelt hat. Bis halb 10 gibt es nämlich Frühstück, was wir natürlich auf keinen Fall verpassen wollten. Also haben wir uns um halb 9 auf in Richtung Esszimmer gemacht, wo schon die anderen Gäste gemütlich zusammensaßen und gemeinsam gegessen haben.

Südafrika Reiseangebot

Das Frühstück findet in sehr familärer Atmosphäre statt und man kann seine „Mitbewohner“ in geselliger Runde kennenlernen. Dazu bereitet Deon an Wochenenden frisch am Herd das „englische Frühstück“ mit Eiern, Speck und Würstchen vor. Unter der Woche wird das „kontinentale Frühstück“ mit typisch deutschem Aufschnitt, Käse, verschiedenen Brotsorten sowie Müsli, Cornflakes und frischem Obst angeboten. Selbst der süße Zahn kommt auf seinen Geschmack mit einer Auswahl an verschiedenen Marmeladen. Dazu schenkt Marion wahlweise Kaffee oder Tee ein und so wird das Frühstück zu einem perfekten Start in den Tag.

Danach kann man direkt eine Beach Buggy Tour mit Deon buchen. Wir haben das leider noch nicht ausprobiert, aber die anderen Gäste waren sehr begeistert und so werden wir das bei unserem nächsten Besuch auf alle Fälle nachholen. Die Tour soll nämlich ziemlich abenteuerlich sein und super viel Spaß machen, weil man (wer’s mag) in rasanter Geschwindigkeit parallel zum Strand von Paternoster und seinen Dünen heizt.

Anstatt der Buggyfahrt haben wir uns aber eine andere Besonderheit gegönnt, auf die ich mich schon den ganzen Tag lang gefreut habe.

In einem anderen kleinen Tipi steht geschützt ein holzbeheizter Hot Tub (eine Art Badezuber), in dem man gemütliche Stunden zu zweit verbringen kann. Alles wurde für uns vorbereitet und so konnten mein Freund und ich direkt nach dem Abendessen in den 40 Grad warmen Pool steigen und uns dazu eine Flasche Wein genehmigen. Dadurch, dass es abends auch etwas kühler war, war es ein perfektes Erlebnis für unseren letzten Abend und wir haben es ganze 2 Stunden im Hot Tub ausgehalten. Besonders romantisch wurde es, als es draußen richtig dunkel war und man den Sternenhimmel in seiner vollen Pracht genießen konnte. Dazu wurde auch der Pool automatisch beleuchtet und das romantische Feeling war komplett.

Am nächsten Tag haben wir uns dann zum krönenden Abschluss noch einen Tisch im angesagtesten Restaurant von Paternoster gesichert, das meist schon über Monate hinweg ausgebucht ist. Daher sollte man so früh wie möglich einen Tisch bestellen, damit man in den Genuss der Leckereien von „The Noisy Oyster“ kommt. Dort gibt es neben Fisch und Sushi auch exzellentes Steak und Fillet und für jeden Schlemmergaumen ist etwas dabei.

Das ganze Wochenende im Farr Out war für mich so toll und unvergesslich, dass ich gleich meinen nächsten Aufenthalt für mich und meine Familie gebucht habe und ich bin mir sicher, dass es für sie ein genauso unvergessliches Erlebnis wird wie für mich. Zwar werde ich das nächste Mal nicht in den Genuss vom Tipi kommen, weil ich das meinen Eltern vorbehalten möchte, aber auch die Zimmer lassen sich nicht lumpen und anhand der virtuellen Tour auf der Webseite (www.farrout.co.za) bekommt man einen guten Eindruck von dem, was einen erwartet. So konnte ich mir mein Wunschzimmer gemütlich von zu Hause auf der Couch aussuchen.

Für diejenigen, die lieber ein Ferienhaus als Selbstversorger bevorzugen, haben Marion und Deon das „Quay West“ in Velddrif (ca. halbe Autostunde von Paternoster in nördlicher Richtung am Berg Fluß gelegen, bekannt als „Bokkom-Republik“) erstellt. Auch hier wurde eine kleine Oase erschaffen, um einen perfekten Aufenthalt zu genießen. Sogar ein Doppelkayak wartet in der Garage, um benutzt zu werden. Mehr Infos dazu gibt es hier: www.quaywestcoast.com.

Für jeden, der nach einem Abenteuer sucht und ein besonderes Erlebnis aus seinem Südafrikaurlaub mit nach Hause nehmen möchte, sei das Farr Out wärmstens empfohlen.

Ich freue mich jedenfalls schon auf meinen nächsten Besuch!

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