Erfahrungsbericht über Freiwilligenarbeit in Kapstadt

KindergartenSchon in meiner Schulzeit hatte ich, Gina, den großen Traum, irgendwann einmal nach Südafrika zu reisen und dort das Land und seine Kultur im Rahmen einer Freiwilligenarbeit wirklich hautnah kennen zu lernen. Durch zahlreiche Urlaube in Kapstadt hatte ich diesen Fleck Erde schon in mein Herz geschlossen. Doch durch die Mitarbeit bei einem gemeinnützigen Projekt – über einen längeren Zeitraum hinweg und ganz auf mich allein gestellt – wäre die Perspektive noch eine ganz andere, wie ich schon früher wusste. Nach erfolgreichem Abschluss meines Fachabis (ich absolvierte dafür u. a. ein einjähriges Praktikum in einem Europakindergarten) war es dieses Jahr endlich soweit – und mein Traum sollte in Erfüllung gehen: Ich ergatterte eine Stelle als Freiwillige im Durbanville Children’s Home in Kapstadt.

Wie ich die Freiwilligenstelle im Kinderheim in Kapstadt bekam

Bei der Stellensuche half mir eine Agentur, wodurch zwar einige Mehrkosten entstanden, doch war ich dadurch wesentlich flexibler bei der Auswahl der passenden gemeinnützigen Einrichtung. Entgegen aller Befürchtungen verlief die Vermittlung sehr zügig und unkompliziert. Das Projekt in Durbanville traf haargenau meine Interessen, da ich unbedingt mit Kindern zusammenarbeiten wollte. Zwischen der erfolgreichen Platzierung im Projekt und dem Reiseantrittstermin lag nun etwa ein halbes Jahr. Und die Zeit sollte ich auch brauchen, um mich noch um so einige Angelegenheiten zu kümmern. Neben Flugbuchung und der Visumsbeantragung mussten noch weitere Gänge absolviert werden. So brauchte ich zum Beispiel eine Reiseversicherung, ich musste mich um eine Auslandskrankenversicherung kümmern und nicht zuletzt standen noch Impfungen beim Arzt meines Vertrauens an, ohne die eine Einreise unmöglich wären. Wichtigstes behördliches Dokument war aber natürlich das Freiwilligen-Visum, auf das ich bis etwa eine Woche vor meiner Abreise warten musste.

Meine Erwartungen für das Jahr Freiwilligenarbeit in Südafrika

Viel Zeit zum Durchatmen blieb danach kaum. Denn kurz darauf ging es schon ans Kofferpacken. Meine Erwartungen für das, was auf mich zukam, hielt ich absichtlich klein – um nicht allzu enttäuscht zu sein, wenn es nicht so gelaufen wäre, wie ich es mir ausgemalt hatte. Kapstadt selbst und die nähere Umgebung kannte ich ja schon, insofern betrat ich nicht gänzlich Neuland. Ein ganzes Jahr dort zu leben, das war die große Herausforderung. Eng mit Kindern zusammen zu arbeiten, unter fremden Bedingungen und ganz anderen Standards wie wir sie hier in Deutschland kennen. Es sollte das bis dato größte Abenteuer meines Lebens werden!

Südafrika Reiseangebot

Was ich als Freiwillige im Kinderheim mache

Die erste Woche diente zur Orientierung: Es war mehr oder weniger das typische Sightseeing-Programm inklusive Shopping und Besuch im Township. Gemeinsam mit anderen Freiwilligen, die zeitgleich mit mir ankamen, wurde ich für die Einführungswoche in einem Hostel untergebracht. Dort wurden wir auch auf das vorbereitet, was uns die kommenden Monate erwarten sollte. Nach einer Woche wurden wir schließlich unseren Projekten zugeteilt. Ich wohne direkt auf dem Campus, Tür an Tür mit den Kindern vom Waisenhaus in Durbanville. Zusammen mit etwa 30 anderen Freiwilligen, davon auch viele aus Deutschland, betreue ich hier in Tag- und Nachtschichten rund 130 Kids im Alter von 7 bis 18 Jahren.

In meinen ersten beiden Wochen der Freiwilligenarbeit konnte ich schon enorm viele Eindrücke sammeln. Während mir vor allem die Älteren anfangs mit Zurückhaltung begegneten, haben mir einige Mädchen schon sehr früh ihr Herz geöffnet. So erfuhr ich im Vier-Augen-Gespräch von ihren schwierigen Vergangenheiten, die häufig vom frühen Verlust der Eltern und Missbrauch in der Familie handelten. Jedes der Kinder trägt sein eigenes Schicksal im Herzen. Und man fragt sich, woher sie mit 16 oder weniger Jahren die Kraft aufnehmen, ihren Weg weiter so unbekümmert voran zu schreiten. Und so offen über ihr Leben mit eigentlich Wildfremden zu sprechen. Vieles dazu haben sicherlich die Betreuer im Children’s Home beigetragen – was den Stellenwert einer solchen Institution gerade in sozial schwierigen Regionen wie Südafrika nochmals unterstreicht.

Ein kurzes Fazit nach den ersten Tagen

Momentan ist Ferienzeit in Kapstadt. Ich bin immer noch am Verarbeiten der ersten Eindrücke und Bilder meiner Freiwilligenarbeit hier. In etwa einem Jahr melde ich mich aber wieder mit einem ausführlichen Fazit meines Einjahres-Aufenthalts – und ganz sicher mit der Erkenntnis, dass diese Erfahrung einfach jedem die Sichtweise erweitert und auch den Blick auf die eigenen Probleme kritischer werden lässt.

Mein eigener Südafrikablog

Für mein FSJ in Südafrika habe ich eigens einen Blog gestartet – und ich möchte auch hier kurz über meine ersten Erfahrungen berichten. Neben den Erfahrungen als Volunteer schreibe ich in meinen Blog auch über meine Freizeitaktivitäten. Vor einigen Tagen besuchte ich mit 3 anderen Freiwilligen die Zederberge, ein wunderbares Wandergebiet nördlich von Kapstadt.

Dies ist ein Artikel von Gina

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