Elefant in Südafrika erschossen – weil Touris sich wie Idioten verhalten

Seit einigen Tagen macht ein Video von einer Elefanten-Attacke auf einen Kleinwagen die Runde. Der Vorfall ereignete sich im weltberühmten Krüger Nationalpark in Südafrika. Als Konsequenz wurde der Elefantenbulle nach dem Angriff erschossen, was zu heftigen Protesten und kontroversen Diskussionen unter Tier- und Safari-Freunden geführt hat.

Elefanten im Krüger Nationalpark Südafrika

Elefanten im Krüger Nationalpark
Bildquelle: I Love Trees (CC BY 2.0)

Von einem anderen Auto wurde die Attacke des Elefanten zufällig aufgenommen. Wenn man sich das Video anguckt, sieht man aber auch, dass der Dickhäuter nicht grundlos durchdrehte, sondern der Angriff vielmehr auf ein Fehlverhalten der betroffenen Safari-Touristen zurückzuführen ist. Das blaue Auto, das später von dem Bullen wie ein Spielzeug umgeworfen und von der Straße geschoben wurde, hat den Elefanten eindeutig bedrängt. Das Verhalten des Tieres vor dem Zwischenfall lässt deutlich darauf schließen, dass es sich unwohl, bedroht und in die Enge getrieben fühlt:

Deutliche Warnsignale missachtet

Droh- und Warnsignale bei Elefanten äußern sich durch ein schnelles Wackeln der Ohren bzw. dem Aufstellen derselben, während der Kopf gesenkt wird. Obwohl diese eindeutigen Signale des Elefanten deutlich in dem Video zu sehen sind, fährt der blaue VW Polo nicht langsam zurück, sondern nähert sich sogar noch weiter dem aufgebrachten Dickhäuter, wahrscheinlich mit dem Ziel, den Bullen zu umfahren. Auch die Insassen des filmenden Autos erkennen die Bedrohlichkeit der Situation und fordern in dem Video ihren Fahrer und in Gedanken wahrscheinlich auch den Fahrer des blauen Autos auf, sofort umzudrehen bzw. zurückzusetzen.

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Die britische Touristin und Beifahrerin musste nach der Attacke mit einem durch die Stoßzähne aufgeschlitzten Oberschenkel in ein örtliches Krankenhaus eingeliefert werden, während der Fahrer selbst unverletzt blieb. Das Auto blieb von den Stoßzähnen durchbohrt und völlig zerknautscht im Gebüsch liegen. Für den Elefanten dagegen bedeutete der unnötige Zwischenfall sein Todesurteil. Das Management des Krüger Nationalparks entschied sich, den Elefant zu erschießen, um andere Touristen vor erneuten Überfällen zu schützen.

Proteste nach Erschießung des Elefanten

Diese kontroverse Entscheidung führte in den sozialen Medien und in Foren zu heftigen Reaktionen. Eine Sprecherin des Parks verteidigte den Schritt mit der wachsenden Aggressivität des Tieres: „Unsere Ranger berichteten, dass der selbe Elefantenbulle seit Beginn der jährlichen Musth schon zuvor durch Kämpfe mit männlichen Artgenossen negativ aufgefallen ist.“

Dennoch, kritisieren viele, sei dies kein Grund, den Elefant gleich zu erschießen. Dass Elefantenbullen während der meist im (europäischen) Winter stattfindenden Musth aggressiver werden, ist völlig natürlich und kein Fehlverhalten des Tieres. Die Schuld ist in diesem Fall eindeutig dem ausländischen Touristenpaar zuzuschreiben, die sich vermutlich uninformiert in ein Abenteuer stürzten, das sie später bitter bereuen sollten. Hätten sich die Fahrer des blauen Autos richtig verhalten und die eindeutigen Warnsignale des Elefanten ernst genommen, hätte der Zwischenfall verhindert werden können.

Nationalparks sind in erster Linie immer noch Schutzgebiete für Tiere und keine Vergnügungsparks für Menschen. Wer auf eine Selbstfahrertour durch den Krüger Nationalpark geht, der sollte sich doch bitte entsprechend informieren, die Park-Regeln beachten und sich rücksichtsvoll verhalten und nicht sich, andere Besucher und die Tiere durch solche unnötigen und vermeidbaren Aktionen gefährden.

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One thought on “Elefant in Südafrika erschossen – weil Touris sich wie Idioten verhalten

  1. Ich bin entsetzt, dass das Tier verantwortlich gemacht wurde und sterben musste, obwohl sich hier ganz klar der Mensch falsch verhalten hat.
    Das Auto war viel zu dicht dran, und das Paar hat sich nicht zurück gezogen, obwohl eindeutig zu erkennen war, dass die Situation dem Elefanten nicht gefällt.
    Welches Wesen würde nicht ängstlich oder aggressiv reagieren, wenn es von einem Auto verfolgt wird?
    Wäre ich der Elefant, hätte ich das Auto ebenfalls platt gemacht.
    Aber ich verstehe auch nicht, dass es Touristen im Nationalpark erlaubt ist mit dem eigenen Auto und ohne Führer herum zu fahren.
    Wildtiere sind nun einmal keine Schmusekatzen, und solange Menschen in ihren Lebensraum eindringen wird es immer wieder solche Vorfälle geben.

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