Einmal um die Welt mit Stop in Südafrika

Ein Interview mit Bolle und Marc, die im Moment auf Weltreise sind.

Stellt Euch bitte vor

Wer wir sind? Wir sind zwei Weltenbummler, die verrückt nach dem Leben sind und ihr Herz am rechten Fleck tragen. Im September 2015 haben wir den Entschluss gefasst, endlich in ein neues Leben zu starten. Wir wollten nicht mehr länger nur für andere arbeiten. Endlich wollten wir es selbst anpacken, unser Leben selbst gestalten und mit eigenen Inhalten füllen. Schnell hatten wir begriffen, dass das Leben doch so viel mehr zu bieten hat, als 40 Stunden die Woche oder mehr im Büro zu sitzen.

Bolle und Marco in Mauritius

Bolle und Marco in Mauritius

Erzählt mal, wie der Entschluss zur Weltreise bei Euch gereift ist.

Im Februar 2015 lernten wir uns über eine Dating App kennen, trafen uns ein paar Mal und verliebten uns. Klingt nach einem kitschigen Film, aber genau so war es. Irgendwann erfuhr ich von Marcos Plänen. Er hatte bereits Wohnung und Job gekündigt um die Welt zu bereisen. Da musste ich erstmal schlucken. Ich wollte nicht, dass alles schon wieder zu Ende war, bevor es richtig beginnen konnte.

Doch schnell steckte er mich mit seinem Optimismus und seiner Abenteuerlust an. Nun hatte ich die Wahl: mitgehen oder Zuhause bleiben. Aber was hatte ich schon zu verlieren? Was hatten WIR zu verlieren? Nichts außer Zeit! Und so stürzten wir uns schon 8 Monate später ins Ungewisse, in unser persönlich größtes Abenteuer.

Wie waren die Reaktionen der Familie und Freunde auf Euren Plan?

Unsere Familien haben uns von Anfang an unterstützt. Natürlich ist es besonders für eine Mutter sehr schwer, Ihr Kind gehen zu lassen. Alle wussten aber, dass es genau das Richtige für uns ist. Daher waren Reaktionen wie: „Es war ja klar, dass du es irgendwann mal machen wirst!“ oder „Das passt zu Euch! Ihr macht das richtig!“ nur eine Bestätigung für uns. Und auch knapp 550 Tage nach dem Start stehen alle hinter unseren Plänen und unterstützen uns, wo sie nur können. Wir telefonieren viel, machen Live-Chats und können uns dank der heutigen Technik immer sehen – egal wo wir sind. Das macht vieles wesentlich einfacher.

Was waren die größten Hindernisse?

Das größte Hindernis ist man meist selbst. Der Entschluss und den Mut aufzubringen, ist die größte Hürde. Danach ist alles verhältnismäßig einfach. Anfangs erscheint alles wie ein riesiger Berg voll Arbeit. Man weiß gar nicht wo man anfangen soll. Auch wird es nicht einfacher, wenn man z.b. nach dem Gespräch mit drei Mitarbeitern der Agentur für Arbeit insgesamt vier verschiedene Angaben bekommt. Aber mit der Zeit bekommt man alles recht gut gemeistert.

Da wir beide aber komplett überzeugt von unserem Vorhaben waren, haben wir alle Dinge mit sehr viel Power und Freude erledigt. Das Schlimmste war der Abschied von allen. Das schmerzt schon sehr. Als wir aber das erste Land betraten, war all der Kummer weg. Dort merkten wir: „Okay – jetzt gehts los! Liebes Leben – da sind wir. Und wir sind sowas von bereit!“

Bolle und Marco auf dem Lions-Head (Kapstadt)

Bolle und Marco auf dem Lions-Head (Kapstadt)

Wie plant man solch eine Reise?

Wir haben viel im Netz recherchiert und zu anderen Weltenbummlern Kontakt gesucht. Sei es in Facebook Gruppen, über Facebook oder andere Foren. Im Netz findet man ja alles, was man wissen muss. Nun mussten wir uns mit Themen auseinandersetzen wie Krankenversicherung, Jobs, Kündigung der Wohnung, Visa, Impfungen und und und.

Wir haben uns eine To-Do-Liste angelegt, welche mit der Zeit immer länger wurde. Dennoch erledigten wir alles rechtzeitig. Was wir nicht geplant haben war eine Reiseroute. Einfach One-Way Ticket buchen, das erste Hotel und schauen, wo es einem gefällt. Im Nachhinein lachen wir oft über die Planungsphase, da sie am Ende viel einfacher war, als wir es anfangs gedacht hatten.

Wie habt Ihr die Finanzierung gestemmt?

Wir haben direkt nach unserem Entschluss damit begonnen, eisern zu sparen. So ganz ohne Geld sollte man so ein Abenteuer natürlich nicht wagen. Wir haben das Auto verkauft, Möbel verkauft, die letzten Fotojobs angenommen, Minijobs gemacht und versucht, so viel wie nur möglich von unseren Gehältern zu sparen. Auch ist es wichtig, Ausgaben zu hinterfragen und entsprechend zu vermeiden. Also keine Shopping-Touren mehr, keine Parties, selbst kochen statt Essen zu gehen usw.

So kamen nach 6 Monaten knapp 12.000€ zusammen. Damit kommt man in (Südost-) Asien mindestens ein Jahr lang gut über die Runden. So hatten wir auch genügend Zeit, um neue und eigene Projekte anzugehen und Einnahmequellen zu erschließen.

Vor Beginn der Reise starteten wir unseren eigenen Reiseblog. Natürlich sollten Freunde und Familie stets auf dem Laufenden gehalten werden. Relativ schnell entwickelte sich der Blog in eine andere Richtung, wir bekamen viel Aufmerksamkeit von fremden Leuten, immer mehr Leser verirrten sich auf unsere Seite.

Mit der Zeit wurde unser persönliches „Tagebuch“ zu unserem kleinen „Business“ mit dem wir anfangs ein kleines Taschengeld dazu verdienten. Nebenbei arbeiten wir zudem für andere Firmen als Freelancer, schreiben Texte und kümmern uns um eigene Projekte.

Mittlerweile hat auch der Blog eine Größe erreicht, mit der wir nun auch für Firmen interessant werden. Was auch wieder gewisse Möglichkeiten mit sich bringt. Nach fast 2 Jahren nehmen wir nun also konstant Geld mit unserem „kleinen Business“ ein und können so schon einen großen Teil der Ausgaben finanzieren. Und auch unser veröffentlichtes E-Book über Südafrika ist eine weitere Einnahmequelle.

Unter welchen Gesichtspunkten habt Ihr Eure Länder ausgewählt?

Wir sind damals einfach mit einem Oneway-Ticket über Dubai und Sri Lanka nach Bali geflogen. Das war auch schon der „Plan“. Vorab besorgten wir uns ein 2-Monats-Visum, damit wir erst einmal genug Zeit hatten, richtig anzukommen. Spontan entschieden wir dann immer, wie es weiter geht. Mal hat der eine einen Vorschlag, mal der andere.

Asien war ein guter Start, da es natürlich vor allem sehr günstig ist, dort zu leben. Man kommt problemlos und sehr einfach in ein nächstes Land. Wichtig war uns nur: Meer, Strand, Internet und gutes Wetter. Und so sind wir die meisten Zeit nach den Klimatabellen der einzelnen Länder gereist. „Gerade ist Regenzeit in Thailand? Na dann fliegen wir erst einmal nach Vietnam.“

Da wir unsere Arbeit online verrichten, sind natürlich komplett abgelegene Orte für uns schwierig zu managen. So haben wir es leider nicht auf die Philippinen geschafft, da man dort auf den Inseln nicht mit stabilem Internet rechnen kann. Aber sowas holen wir dann nach, wenn wir offiziell „Urlaub“ haben und nicht arbeiten müssen.

Warum habt Ihr auch Südafrika ausgewählt?

Ich (Bolle) war bereits 2013 schon einmal in Südafrika und habe dort direkt mein Herz verloren. Nie zuvor hatte ich so ein wunderschönes und vor allem vielseitiges Land gesehen.

Südafrika

Südafrika

Ständig schwärmte ich davon, doch leider waren die Flüge von Asien aus einfach zu teuer. Dann flogen wir nach knapp 10 Monaten das erste Mal zurück nach Deutschland, um unsere Familien zu überraschen.

Die Hochzeit meiner Schwester stand vor der Tür und dieses Ereignis wollten wir auf keinen Fall verpassen. In solchen Situationen gibt es nichts Wichtigeres, als bei der Familie zu sein. Und das Beste an unserem Deutschland-Urlaub: Wir buchten einen super günstigen Flug (dank Systemfehler der Airline) von Rom nach Johannesburg mit Weiterflug nach Bangkok für nur unglaubliche 280€. Das war perfekt für uns und so zögerten wir keine Minute.

Südafrika Reiseangebot

Könnt Ihr kurz den Streckenverlauf vorstellen?

Nach einem schönen Tag in Rom, machten wir uns über Äthiopien auf den Weg nach Johannesburg. Alles was wir vorab gebucht hatten war ein Hostel in Maboneng und ein Mietwagen. Der Rest würde sich schon ergeben – dachten wir uns. Und so fuhren wir anschließend einfach drauf los und ließen uns Treiben.

Schon auf den ersten Kilometern verliebten wir uns beide unsterblich in dieses Land. Es ist einfach das „schönste Ende der Welt“. Von Johannesburg aus fuhren wir quer durchs Land bis nach Kapstadt. Ein richtiges Ziel hatten wir so gesehen eigentlich nicht, dennoch wollten wir so viel wie möglich vom Land sehen. Relativ schnell bemerkten wir, dass wir zu wenig Zeit hatten. Und so fuhren wir zu einem Emirates-Büro und verschoben unseren Weiterflug weit nach hinten.

Amphietheater / Drakensberge

Amphietheater / Drakensberge

Das ist eben das Gute an unserem jetzigen Leben: wir entscheiden stets selbst, wo wir hin wollen und vor allem wann und wie lange. Wir können so lange an einem Ort bleiben, wie wir wollen (es sei denn wir müssen das Land verlassen wegen Visa-Bestimmungen).

So fuhren wir also zu den Drakensbergen, weiter Richtung Küste bis nach Kapstadt.

Zwischendurch fuhren wir immer mal wieder ins Landesinnere auf die R62, um nicht nur die „Standard-Sachen“ abzufahren. Und wir werden definitiv wiederkommen, da wir noch lange nicht alles gesehen haben.

Gibt es ein Erlebnis (in Südafrika), dass Ihr wahrscheinlich nie vergessen werdet?

Oh ja das gibt es. Spontan fuhren wir an der Bloukrans Bridge Nähe Nature’s Valley vorbei. Wir hielten an und schauten uns die beeindruckende Brücke aus der Ferne an. In dem Moment schauten wir uns beide an und die Sache war klar: Wir werden da auch runterspringen! Ich zitterte am ganzen Körper, sagte zu Marco lediglich: „Okay, kauf die Tickets schnell, bevor ich es mir anders überlege!“ Zu meinem Glück war der Ticketverkauf bereits geschlossen. So konnte ich mich mental auf den nächsten Tag vorbereiten.

Diesen Sprung werden wir beide nie vergessen! Es war ein unbeschreibliches Erlebnis. Noch heute kribbelt es im ganzen Köper, wenn wir uns das Videomaterial anschauen. Ich (Bolle) würde es persönlich nie wieder machen, Marco hingegen fand Gefallen daran. Männer eben!

Ein weiterer unglaublicher Moment war, als wir mit dem Auto über den Chapman’s Peak Drive fuhren, an den Zwölf Aposteln vorbei und uns Camps Bay näherten. Die Abendsonne ließ die Bucht in eine umwerfende Atmosphäre tauchen. Wir parkten das Auto am Straßenrand, blickten auf die Bucht und die Bergkette. Wir blickten auf das Meer und lagen uns mit Tränen in den Augen in den Armen. Vollkommen zufrieden und glücklich erreichten wir nach 3500 Kilometern Kapstadt.

Camps Bay in Kapstadt (Foto www.kommwirmachendaseinfach.de)

Camps Bay in Kapstadt (Foto www.kommwirmachendaseinfach.de)

Hinter uns lag einer der schönsten Roadtrips unseres Lebens.

Ihr wart ja auch in Kapstadt. Könnt Ihr nachvollziehen, warum so viele Deutsche Kapstadt – süchtig sind?

Das können wir sehr gut nachvollziehen. Kapstadt hat so ein wunderbares und ganz eigenes Flair. Wir könnten uns sehr gut vorstellen, eines Tages dort für eine längere Zeit zu leben. Die Stadt ist bunt, modern, multikulturell, hip, trendy und eben so ganz eigen. Marco verliebte sich sofort in die Metropole und ich konnte es absolut nachvollziehen.

Der Mix aus Natur, Großstadt und das Meer machen Kapstadt zu einem wunderschönen Fleckchen Erde. Das wäre ein Ort für uns, an den wir uns sehr schnell gewöhnen könnten.

Ihr habt ein E-Book zu Südafrika herausgegeben. Warum sollte das Buch jemand lesen, wenn es überall kostenlose Info gibt?

Weil es sehr viel entspannter ist, es sich mit einem schönen E-Book in der Hand auf dem Balkon oder Sofa gemütlich zu machen, als Inhalte von 298 Seiten im Internet zu recherchieren. Das eine ist pure Vorfreude auf Südafrika, das andere ist Arbeit 🙂

Uns fehlte eine Informationsquelle, die so wirklich alles abdeckt und sich trotzdem auf die wesentlichen Dinge fokussiert, die Südafrika-Einsteiger eben wissen sollten. Was muss ich beachten wenn ich ein Auto mieten möchte? Was gibts im Straßenverkehr zu beachten? Welche Alternativen habe ich zu einem Mietwagen? Welche Strecke bzw. Reiseroute ist in zwei, drei, vier Wochen machbar? Und was gibt es in den jeweiligen Orten zu sehen? Mit welchen Kosten muss man rechnen? Welche Camps gibt es rund um den Krüger Nationalpark? Wo kann ich die Big Five
sehen?

Unser E-Book

Unser E-Book

Natürlich kann man alle Informationen irgendwo in den Tiefen des Internets finden, man muss aber eben viel Zeit aufwenden.

Auch vor der Konkurrenz verstecken wir uns nicht. In einem Hostel haben wir etwas in einem Lonely Planet nachgeschlagen und fanden das Buch total überladen. Klar findet man entsprechend viel darin, doch jemand der 2-3 Wochen durchs Land reisen möchte, braucht unserer Meinung nach nicht unbedingt 3000 Restaurant-Empfehlungen.

Bisher bekamen wir ausschließlich positives Feedback, selbst wenn wir explizit nach Schwachstellen gefragt haben. Das bestärkt uns und das Konzept des E-Books natürlich ungemein. Daher haben wir auch gar keine Angst vor den großen Marken wie Lonely Planet und Marco Polo. Wir haben einfach unsere Erfahrungen mit viel Seele, Herz und Persönlichkeit kompakt verpackt.

Wie lange seid Ihr noch on tour und was habt Ihr nach dem Ende Eurer Welterkundung vor?

Nachdem wir nun 3,5 Monate auf Mauritius verbracht haben (hier haben wir unseren Südafrika Reiseführer fertiggestellt), geht es nun zurück zurück Richtung Europa. Zuerst zur ITB nach Berlin und direkt im Anschluss weiter nach Barcelona, Marrakech und Andalusien. Im Mai werden wir dann 2 Monate durch unser Heimatland Deutschland reisen. Wir kennen einfach viel zu wenig über unsere Heimat und wollen das vor allem in diesem Jahr ändern.

Dabei stehen besonders Menschen im Mittelpunkt. Ein „besonderes Gebäude“ ist für uns halb so spannend wie die Geschichten und Erlebnisse die uns von Mitmenschen erzählt werden. Getreu dem Motto: „Gemeinsam mit Euch die Heimat entdecken“, werden wir unsere Leser besuchen und gemeinsam mit ihnen die Hotspots ihrer Stadt erkunden. Die Route und den gesamten Ablauf findet man auf unserer Homepage. Anschließend werden wir dann erst einmal zurück nach Berlin und Zeit mit der Familie verbringen, bevor die nächsten Flugtickets ins Haus flattern werden.

Wohin? Lassen wir uns einfach mal überraschen! Ein Ende ist also noch nicht in Sicht 🙂

Similar Posts:

Nutzer, die hier her fanden, suchten auch:

auto langzeitmiete gebrauchtwagen | langzeitmiete auto erfahrungen | 

Pin It

6 thoughts on “Einmal um die Welt mit Stop in Südafrika

  1. Klingt interessant und verwunderlich zugleich. Ihr habt ein E-Book herausgebracht und man soll man sich auf dem Balkon gemütlich machen und in einem E-Book blättern? 😉

    Zudem zeigt ihr ein todes Baum-Exemplar in den Bildern. Gibt es das Buch auch in gedruckter Form?

    Bilder vom Buch schauen zumindest schön aus. Werde ich mir sicherlich einmal genauer anschauen.

    LG Daniel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *