Ein realistisches Bild der Kriminalität in Südafrika

Kriminalität in den Townships

Kriminalität in den Townships

Südafrika – Land der Kriminalität

Das Land Südafrika steht im Ruf, ein Hort der Kriminalität zu sein. Laut der letzten amtlichen Statistik wurden je 100.000 Einwohner 34 Menschen ermordet. Eine der höchsten Mordraten der Welt. Der Durchschnitt in der Welt liegt bei etwa 5, in Westeuropa liegt der Wert noch bedeutend darunter. Für den Leser kommt da sofort der Eindruck auf, dass die Südafrikaner in einem Bürgerkriegsland leben. Doch die Realität im Land ist nicht so klar, wie man denkt. Es gibt Regionen im Land, wo immer noch nicht die Haustür abgeschlossen wird. Dann jedoch finden sich Stadtgebiete, die berüchtigten Townships, die man nicht mal am Tag betreten sollte.

Wie kam es zu dieser Entwicklung der Kriminalität?

Der Ursprung der Gewalteskalation liegt in den Zeiten der Apartheid, als die weiße Mehrheit die schwarze Bevölkerung unterdrückte und an den Rand der Gesellschaft drückte. Keine Ausbildung, keine auskömmlichen Jobs, erbärmliche Wohnbedingungen, null Aufstiegschancen, Entwurzelung, Unterdrückung pur. Mit dem Ende der Apartheid in den 1990er Jahren versprach die Regierung eine Verbesserung der Lebenssituation für Alle. Getan hat sich für Millionen Schwarze nichts, ihre Situation ist noch schlimmer als vor 15 Jahren. Diese Gemengegelage aus Chancenlosigkeit, Flucht in Drogen wie Tik und Alkohol ließen eine Gewaltspirale entfachen, die seinesgleichen auf der Welt sucht. Die Regierung hat jahrelang das Problem ignoriert, seit einiger Zeit wird es wenigstens nicht mehr totgeschwiegen.

Wer sind die Betroffenen der grassierenden Kriminalität in Südafrika?

Der überwiegende Teil von Mord und Totschlag passiert in den vielen Townships und heruntergekommenen Stadtteilen im ganzen Land. Millionen von Bewohnern dieser Wellblechhütten haben praktisch nur wenige Optionen, um an Geld und somit Lebensmittel zu kommen. Diese Optionen sind Betteln, Kleinhandel, Wohlfahrtsorganisationen oder Raub bzw. Diebstahl. Der Staat fällt als Hilfe komplett aus, Sozialhilfe oder ähnliches wird nicht gezahlt in Südafrika und Jobs gibt es für Millionen von Südafrikanern einfach nicht. Kriminelle Banden in den Townships plündern die Häusern und klauen die wenigen Habseligkeiten. Viele der Morde passieren, weil die Diebe auf die Besitzer stoßen und diese die Sachen sich nicht wegnehmen lassen wollen. Es ist zwar für Europäer nicht fassbar, aber ein Mord bzw. Totschlag wird hier für ein Handy oder 10 Euro in Kauf genommen. Diese Diebe unternehmen Streifzüge in die Stadtteile der Mittel- und Oberschicht. Die vermögenderen Südafrikaner wehren sich mit immer höheren Sicherheitsmaßnahmen vor dieser Entwicklung. Meterhohe Mauern mit Elektrozaun, Gittern vor Fenster und Türen und patrouillierende Sicherheitsdienste sind die Gegenmaßnahmen. Und dies ist einer der ersten Eindrücke, die Touristen vom Land Südafrika erhalten.

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Wo ist die Kriminalität besonders schlimm?

Den meisten Lesern dürfte bekannt sein, dass Johannesburg eine der gefährlichsten Städte der Welt ist. Obwohl in den letzten 5 Jahren viel in Johannesburg für Gewaltprävention getan wurde, ist die Stadt immer noch die Hochburg von Tötungsdelikten. Ansonsten sind viele Regionen im Großraum Gauteng, im Großraum Durban und in der Transkei überdurchschnittlich gefährlich.

Wie sieht es mit der Kriminalität in Kapstadt aus?

Kapstadt ist keine Ausnahme in Sachen Kriminalität. In den Cape Flats am Rand der Staat leben über 1 Million Kapstädter in Bedingungen, die oben beschrieben wurden. Nyanga ist der gefährlichste Stadtteil Kapstadt. Hier werden im Schnitt 5 bis 10 Morde pro Woche gezählt, berichtet der „Provincial Community Police Forum (CPF)“. In den vergangenen 6 Jahren hielt Nyanga den traurigen Titel des gefährlichsten Ortes im Bundesland Western Cape. Im September letzten Jahres zum Höhepunkt einer Auseinandersetzung unter verschiedenen Gangs wurden in diesem Township innerhalb einer Woche 17 Tote gezählt. Man muß nur die Tageszeitung lesen, um eine Vorstellung vom Alltag zu bekommen. Nach dem Wochenende gibt es immer besondere viele brutale Vorkommnisse in den Zeitungen zu berichten.

Kriminalität und Tourismus – Wie passt das jetzt zusammen?

Der südafrikanischen Regierung und den Unternehmen ist völlig klar, dass sie mit diesen Zahlen ein riesiges Handicap bei der weltweiten touristischen Vermarktung haben. Es wird daher alles Menschenmögliche getan, um die Urlauber von diesem rauen südafrikanischen Alltag abzuschirmen. Die Präsenz von Polizei und privaten Sicherheitsdiensten in den touristischen Regionen ist riesig. Aufgrund dieses Aufwandes ist die Anzahl betroffener Touristen marginal. Fast alle Touristen sind nur Opfer von Diebstahl oder im schlimmsten Fall von Raub. Es gibt zwar immer mal wieder Morde an Touristen, die Zahlen stehen aber in keinem Verhältnis zu den inländischen Opfern. Was soll der Leser jetzt aus diesem Artikel entnehmen? Die Aussagen in den Nachrichten sind korrekt, Südafrika ist eines der gefährlichsten Länder der Welt, aber zum größten Teil für einen Teil der eigenen Bevölkerung, Touristen können unter Berücksichtigung der normalen Vorsichtsmaßnahmen einen entspannten Urlaub in einem der schönsten Länder der Welt genießen.

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