Ebola-Virus: Ist Südafrika noch sicher?

Nach dem erneuten Ausbruch des Ebola-Virus in Guinea hat sich die Epidemie rasant auf die Nachbarländer im westlichen Afrika ausgebreitet. Mittlerweile wurden in Guinea, Liberia, Sierra Leone und Nigeria knapp 1000 Todesfälle verzeichnet. Die Todesrate bei Ansteckung liegt bei 50 bis 80 Prozent, einen Impfstoff oder eine Therapie gegen das tödliche Virus gibt es nicht. In Sierra Leone und Liberia wurde jetzt der Notstand ausgerufen. Die Grenzen sind dicht, Schulen bleiben geschlossen und öffentliche Veranstaltungen untersagt. Viele Südafrika- und Kapstadturlauber zeigen sich wegen der Ebola-Epidemie besorgt und fragen sich, ob eine Reise ins Land am Kap noch sicher ist. Wir können beruhigen!

Update: Bitte unseren neusten Artikel beachten: Ebola: Risiko in Kapstadt geringer als in Deutschland!

Das Ebola-Virus unter dem Mikroskop

Das Ebola-Virus unter dem Mikroskop


Übertragung über den Landweg höchst unwahrscheinlich

Afrika (30,3 Millionen Quadratkilometer) ist nach Asien (44,4 Millionen Quadratkilometer) der zweitgrößte Kontinent der Erde. Aufgrund der in der Kartografie verwendeten Mercator-Projektion, die Länder im Zentrum kleiner wirken lässt, erscheint die Landmasse des schwarzen Kontinents auf Weltkarten jedoch wesentlich geringer als sie wirklich ist. Die folgende Illustration von Kai Krause zeigt, wie groß Afrika wirklich ist und wie viele Länder in die Fläche Afrika passen würden. Demnach ist Afrika größer als die kombinierten Landmassen von China, den USA, Indien, Mexiko, Peru, Frankreich, Spanien, Papua-Neuguinea, Schweden, Japan, Deutschland, Norwegen, Italien, Neuseeland, Großbritannien, Nepal, Bangladesch und Griechenland. Die Illustration zeigt auch, dass die Strecke zwischen Nigeria und Südafrika in etwa so groß ist, wie jene von Ost- nach Westchina oder von Nigeria nach Deutschland (jeweils ca. 4.500 Kilometer). Eine Ausbreitung des Ebola-Virus über den Landweg nach Südafrika ist also wegen der großen Entfernung höchst unwahrscheinlich.

So groß ist Afrika

So groß ist Afrika

Südafrika erhöht Vorsichtsmaßnahmen

Nun ist natürlich der Einwand berechtigt, dass es regelmäßige direkte Flugverbindungen zwischen den betroffenen Gebieten und Südafrika gibt, z.B. zwischen der nigerianischen Hauptstadt Lagos und Johannesburg. Eine Verbreitung über den Luftweg kann aus diesem Grund nie ausgeschlossen werden, jedoch ist sie ähnlich unwahrscheinlich wie eine Einfallen des Virus z.B. in Europa.

Seit dem jüngsten Ausbruch der Seuche ist das Virus noch nicht bis nach Südafrika und angrenzende Länder vorgedrungen. Damit das so bleibt, wurden entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen: So trafen sich kürzlich die 15 Gesundheitsminister des südlichen Afrikas und Vertreter der Weltgesundheitsorganisation WHO auf einem Gipfel in Johannesburg, um darüber zu beraten, wie die Region vor einer Ausbreitung des Virus geschützt werden kann und welche Maßnahmen im Falle des Falles getroffen werden. In diesem Zusammenhang einigten sich die Minister auf die Einführung eines Hilfsfonds, aus dem Mittel an Länder verteilt werden, in die der Virus vordringt. Südafrika selbst wird die zentrale Rolle übernehmen, wenn es darum geht, Verdachtsfälle in der Region zu diagnostizieren.

Die Gesundheitsministerien bauen zudem ihre Früherkennungsmaßnahmen aus, um im Diagnose-Fall möglichst schnell reagieren zu können und die weitere Ausbreitung der Krankheit einzudämmen. Ärzte, Krankenhäuser, Mitarbeiter im Gesundheitswesen und Flughafenangestellte wurden schon im März über die erhöhten Gefahren alarmiert und entsprechende Maßnahmen in Kenntnis gesetzt.

Wärmekameras auf Flughäfen zur Früherkennung

Am internationalen OR Tambo Flughafen von Johannesburg werden Fluggäste bei der Einreise bereits seit mehreren Jahren von wärmesensitiven Kameras überprüft, die bei erhöhten Körpertemperaturen anschlagen – Fieber ist eines der möglichen Symptome von Ebola. Zwar kann auch diese Methode keine vollständige Sicherheit bieten, da die Inkubationszeit der Krankheit zwischen zwei und 21 Tagen liegt und die Symptome recht unspezifisch sind, doch kann sie einen ersten Anfangsverdacht liefern. Aus diesem Grund wurden die Kameras jetzt auch an anderen internationalen Flughäfen Südafrikas eingeführt. Die Immigrationsbeamten wurden dazu angehalten, besonders bei Flügen aus Westafrika die Augen offen zu halten.

Südafrika Reiseangebot

Johannesburg als wichtigster Flughafen verfügt über eine moderne Quarantäne-Station, wo medizinisches Personal zur näheren Befragung und Untersuchung von Reisenden mit Krankheitssymptomen bereit steht. Erhärtet sich der Verdacht auf Ebola, wird die Diagnose direkt in Johannesburg durch hoch qualifizierte Experten in einem Hightech-Labor vorgenommen. Speziell Ärzte und KrankenpflegerInnen, die in Westafrika unterstützend mitwirken und zurück nach Südafrika reisen, müssen sich bestimmten Untersuchungen unterziehen. In den vergangenen drei Monaten wurden laut Auskunft des Nationalen Instituts für meldepflichtige Krankheiten drei Menschen auf Ebola getestet. Alle drei Tests fielen negativ aus.

Ausländer, die an Ebola erkrankt sind und die Diagnose bereits erhalten haben, wird die Einreise nach Südafrika verweigert. Mit diesem Vorgehen will das Land verhindern, dass Infizierte in der Hoffnung auf eine bessere medizinische Behandlung nach Südafrika reisen und somit eine Verbreitung der Krankheit riskieren.

Aufklärung der Bevölkerung & Ausbildung des Gesundheitspersonals

Weiterhin arbeitet das südafrikanische Gesundheitsministerium eng mit lokalen Communities zusammen, um die Bevölkerung für die Krankheit zu sensibilisieren, speziell in ärmeren Gegenden. Dies ist umso wichtiger, da in Westafrika die Unwissenheit und Armut sowie religiöse und kulturelle Praktiken (z.B. bei Beerdigungen) viel zur raschen Ausbreitung der Krankheit beitragen. Viele Menschen wollen sich auch nicht helfen lassen, manche zweifeln die Existenz des Virus gar an. Angst und Panik hält viele Angehörige davon ab, Infizierte in Isolierstationen zu bringen. Schlecht ausgestattete Krankenhäuser und deren Personal sind massiv überfordert und stecken sich nicht selten aufgrund mangelnder Hygiene oder Isolation der Patienten selbst an.

In Südafrika werden die Mitarbeiter des örtlichen Gesundheitswesens deshalb als Vorkehrung entsprechend auf die Behandlung von Ebola-Patienten vorbereitet. In jedem der neun südafrikanischen Provinzen wurde ein spezialisiertes Krankenhaus benannt, wo Verdachtsfälle und infizierte Patienten unter strenger Einhaltung der Hygiene- und Isolationsvorschriften von Experten für infektiöse Fiebererkrankungen behandelt werden können.

Wie kann ich mich anstecken?

Die Ansteckungsgefahr für Reisende ist jedoch grundsätzlich sehr gering – auch während eines Fluges. Das Virus breitet sich anders als eine Erkältung nicht über die Luft, sondern nur über direkten Kontakt mit Blut, Erbrochenem oder anderen infizierten Körpersekreten aus. Ein Anhusten reicht nicht aus. Zudem überträgt sich das Virus erst, wenn sich bereits Symptome zeigen, nicht jedoch in der Inkubationszeit. Ein Flugreisender mit Symptomen wird aufgrund der hohen Sicherheitsvorkehrungen an den Flughäfen jedoch mit höchster Wahrscheinlichkeit nie ein Flugzeug betreten können. Aus diesen Gründen ist die Ansteckungsgefahr im Flugzeug selber minimal. In der Regel stecken sich nur Familienangehörige der Infizierten, medizinische Fachkräfte oder Mitarbeiter von Hilfsorganisationen an, die einen direkten Kontakt zu den Erkrankten pflegen. Selbst bei einem unwahrscheinlichen Ausbruch der Krankheit in Südafrika, ist davon auszugehen, dass ein Ausbruch der Krankheit am Kap aufgrund des im Vergleich zu vielen westafrikanischen Ländern modernen und effizienten Gesundheitssystems schnell wieder eingedämmt wäre.

Südafrika-Reisenden kann deshalb nur empfohlen werden, sich von der Epidemie in Westafrika nicht beunruhigen zu lassen. Ein Rücktritt von der Reise wäre überzogen und bedauerlich (um die schönen Erfahrungen). Mein Tipp: Ruhe bewahren und die Reisehinweise des Auswärtigen Amts im Blick behalten.

In Südafrika gab es bisher einen Ebola-Fall. Ein südafrikanischer Arzt, der in Gabun Ebola-Patienten behandelte, steckte sich 1996 an und flog daraufhin zur Behandlung nach Johannesburg. Zwar überlebte der Arzt die Ebola-Erkrankung, doch infizierte sich eine behandelnde Krankenschwester und erlag kurz darauf dem aggressiven Virus.

Es wird vermutet, dass das Ebola-Virus im März 2014 durch den Verzehr von infizierten und nicht durchgegarten Flughunden auf den Menschen übertragen wurde.

Weiterführende und aktuelle Infos zur Ebola-Epidemie in Westafrika stellt das Institut für Virologie der Philipps-Universität in Marburg zusammen.

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17 thoughts on “Ebola-Virus: Ist Südafrika noch sicher?

  1. Hallo Klaus,

    danke für die gute Zusammenfassung der aktuellen Lage!
    Ich reise Anfang September nach Namibia und gehe davon aus, dass dort Ähnliches gilt wie in Südafrika, oder? Habt ihr dazu evtl. auch Informationen? Ich selbst mache mir gar nicht so die Gedanken, aber alle anderen natürlich 😉

    Viele Grüße,
    Mona

    • Hallo Mona,
      auf dem Gipfel der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika war auch Namibias Gesundheitsminister Richard Kamwi anwesend. Die vorgestellten Maßnahmen gelten demnach auch für Nambibia. Bei einer Reise nach Namibia besteht meiner Meinung noch viel weniger Anlass zur Sorge. Das Land, das von der Fläche mehr als doppelt so groß wie Deutschland ist, hat gerade einmal 2 Millionen Einwohner. Das jährliche Passagieraufkommen am Flughafen von Windhoek lag 2013 bei etwa 800.000. Zum Vergleich: In Johannesburg wurden im gleichen Jahr knapp 19 Millionen Passagiere abgefertigt. Zumal es vom internationalen Flughafen in Windhoek lediglich eine Direktverbindung nach Westafrika gibt und zwar nach Ghana, wo bisher kein Ebola-Fall bekannt ist. Dass sich das Virus in Namiba ausbreitet, ist meiner Meinung nach nicht wahrscheinlicher als in Deutschland. Auch das Auswärtige Amt sieht übrigens keinerlei Gefahr einer Ebola-Infektion bei Reisen nach Namibia.

      Wünsche dir eine schöne Zeit in Namibia und anschließend eine tolle und spannende Weltreise. Viel Erfolg auch mit deinem Blog!

      • Hallo Klaus,

        vielen Dank für das schnelle Feedback und die ausführlichen Infos!
        Schau gerne ab und zu auf einem Blog vorbei 😉

        LG, Mona

  2. im Zeitalter des internationalen Reiseverkehrs sich die Verhältnisse kleinreden zu wollen ist nicht sonderlich produktiv.
    So wurde beispielsweise bekannt, dass einige der 48 Fluggäste, welche mit dem nigerianischen Indexfall von Lagos aus in Drittländer weitergefolgen sind. Beispielsweise auch nach Südafrika.

    regards

    • Tja, kann man so und so sehen. Ich finde Panikmache „unproduktiv“ und halte nicht viel von dem Geschäft mit der Angst.

  3. Hallo Klaus,
    ich fliege am 9.9 über Johannesburg nach Kapstadt. In Johannesburg wird ein Stop eingelegt bei dem Leute ein und aussteigen. Ist das gefährlich?
    LG

    • Gefährlich wäre es, wenn du keinen Stop in Johannesburg einlegen würdest, da das Kerosin nur für die Strecke zwischen Istanbul und Johannesburg berechnet wird. Pack einen guten Reiseführer oder ein Buch ein, das du während der einen Stunde Aufenthalt liest und freue dich auf Kapstadt. Ist eine tolle Stadt!

      Aber mal ernsthaft: es besteht kein Grund zur Sorge. Es gibt keinen Ebola-Fall in Südafrika, von dem her würde ich mir da gar keine Gedanken machen. Zumal internationale Reisende, die nach Anreise aus z.B. Lagos weiter nach Kapstadt reisen, in Johannesburg zuvor durch die Immigration müssen, wo Fieberscanner zum Einsatz kommen. Davon mal abgesehen, müsste man schon mit dem Blut oder dem Erbrochenen eines Infizierten in Berührung kommen, um sich anzustecken. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit in einem Flugzeug?!! Über die Luft überträgt sich das Virus nicht.

  4. Klaus Christine 25/08/2014 at 13:07 - Reply

    Hallo, ich fliege am 11.10. für drei Wochen nach Kapstadt – direkt Frankfurt – Kapstadt. Wir reisen an der Garden Route entlang bis max. Durban. Ich selbst mache mir keine Sorgen, aber meine Tochter dafür um so mehr. Besteht denn die Gefahr ? Im Moment ist ja kein Fall in Südafrika – wenn aber bis dahin z.b. in Johannisburg einer wäre – ist denn dann Gefahr? Vielen Dank für eine Antwort.

    • Ich kann auch hier keine andere Antwort geben, als schon bei den anderen Kommentaren. Deine Tochter braucht sich keine Sorgen zu machen.
      In Kapstadt, an der Garden Route oder auch in Durban schon mal gar nicht. Zum ersten fliegt ihr ja nicht einmal über Johannesburg. Und selbst wenn, bestünde kaum Gefahr, da Ebola-Verdachtsfälle bereits bei der Immigration abgefangen werden würden. Kürzlich wurden zudem Einreiseverbote für Nicht-Südafrikaner aus den von Ebola betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone verhängt. Für Südafrikaner, die aus diesen Gebieten anreisen, gibt es strenge Kontrollen. Außerdem ist eine Übertragung nur bei engem Körperkontakt (direktem Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten: Blut, Speichel, Erbrochenem) möglich, wie ihn z.B. Angehörige von Erkrankten pflegen. Auch im Falle einer unwahrscheinlichen Infektion in Südafrika würde ich mir deshalb nicht den Urlaub verderben lassen, solang man am Flughafen nicht wildfreme Leute umarmt oder küsst und einfachste Hygieneregeln beachtet.

  5. Ich fliege am 11.09.14 nach Namibia und mache eine 14 tägige Rundreise durch das Land mit Anschlussflug zu den Viktoria fällen. Hiermit bitte ich um eine Stellungsnahe ,da nun auch schon im Kongo Ebolafälle bekannt sind.. Ich danke im voraus Delia Zehj

  6. Frage: Wird auch ein Europäer z.B. aus Deutschland in SA bei der Einreise vor Wärmescanner gestellt ? Oder nur Passagiere aus Ebola-Ländern ? Und was geschieht, wenn dieser Scanner etwas findet, z.B. weil der Passagier einen Durchfall hat, eine Darmentzündung, eine Stirnhöhlenentzündung, eine Halsentzündung von einer Erkältung etc.
    Was genau passiert dann mit so einem Passagier ?
    Da zumindest ich auf diese Frage nirgendwo eine Antwort finde, habe ich mein Ticket für September storniert. Da ich aber seit fast 20 Jahren nach CT fliege, tut mir das leid und ich würde es gerne wieder ändern. Aber die Aussicht, in einer Quarantäne-Station zu landen, und sei es auch nur für einen Tag, ist nicht erträglich. Gegen Seuchen ist das sicherlich eine sehr gute Hilfe, aber für einen Passagier, der z.B. nur eine Grippe hat, ist das ein Gefängnisaufenthalt ohne Gerichtsbeschluss. Und wer mag so ein Risiko (wenn es denn besteht) in Kauf nehmen ?
    Leider sind aber nirgendwo präzise Angaben zu dem Vorgehen an den Flughäfen zu finden. Alles bleibt vage und das ist nicht nur seltsam, das vertreibt wohl auch viele Touristen und Reisende. Denn das Ebola, das es in SA gottseidank gar nicht gibt, kann nicht der Grund dafür sein, dass so viele Reisen abgesagt werden.

    Über eine Antwort oder einen entsprechenden Link (der die angefragten Informationen enthält) würde ich mich freuen und bedanke mich im voraus. Grüsse Fiona

    • Ich kenne das genaue Vorgehen auch nicht. Aber in Johannesburg muss jeder kurz vor der Passkontrolle in die Wärmekamera gucken. Ist ne Sache von einer Sekunde. Ausländer, die aus den Hochrisikogebieten kommen (Liberia, Guinea, Sierra Leone), dürfen aktuell gar nicht mehr einreisen. Südafrikaner müssen einen detaillierten Fragenkatalog zu ihrem Aufenthalt und ihrem Gesundheitszustand beantworten.

      Reisende aus Europa werden jedoch sicherlich nicht gleich 24 Stunden Quarantäne gesteckt, wenn sie Fieber haben. Sollte das Gerät anschlagen, wird ein Mitarbeiter vom Gesundheitsministerium bereitgestellt, um einen Ebola-Fall auszuschließen. Dann sollte sich die Situation ja schnell klären lassen, wenn klar ist, dass man sich vorher nie in einem Risikogebiet aufhielt. Unbegründet und auf Dauer in Quarantäne wird sicherlich niemand gesteckt. Ein klinischer Ebola-Test ist sehr teuer. Dieser wird nur vorgenommen, wenn ernsthafte Anzeichen für Ebola vorliegen. Eine normale Grippe reicht sicherlich nicht aus, vor allem dann nicht, wenn man aus Europa anfliegt und sich 2014 noch nicht in Westafrika aufgehalten hat.

      “Raised body temperatures are highly indicative of infectious conditions. Passengers who are detected to have raised body temperatures are further assessed by clinic staff to rule out an infectious condition,” Papo said.

      Arriving passengers with signs of respiratory conditions were isolated and investigated to rule out formidable infectious illnesses.

      Siehe: http://www.iol.co.za/news/south-africa/gauteng/disease-screening-at-gauteng-airports-1.1680091#.U_70gkh6tps

  7. Hallo Klaus
    Nach deinen Einschätzungen, würdest du sagen das es ungefährlich ist im Dezember/ Januar nach Südafrika zu fliegen?

    Lg Lucy

  8. Lieber Klaus,
    Dein Engagement in allen Ehren, aber ich halte es gefährlich, wenn sich Laien zu solchen Themen, wie Ansteckungsgefahr äußern. Und das vor allem in diesem Rahmen, wo sie als vermeintliche Experten wahrgenommen werden.
    „Ein Anhusten reicht nicht aus“ – das ist schlichtweg falsch. Wenn Dich Dein Nebensitzer anhustet, sitzt Du auf jeden Fall in „Spuckweite“ (ca. 1m). Und Speichel ist infiziös. Auch an Oberflächen können die Viren eine kurze Zeit überleben, beste Voraussetzungen für eine Schmierinfektion. Person A hält sich beim Husten oder Niesen die Hand vor den Mund, und fasst danach die Türklinke zur Boardtoilette an. Der nächste Besucher der Toilette kann das Virus dort aufnehmen, und von der Hand über winzige Wunden in der Haut oder über den Griff an die Augen, Nasen, Mund ist es ein kurzer Weg in den Körper.
    Die Gefahren von Ebola werden bei weitem unterschätzt, wie auch kürzlich unser Außenminister kleinlaut eingestehen musste. Ich beobachte diese Epidemie seit März – die Versäumnisse der WHO sind beispiellos. Vielleicht verdeutlicht Dir auch die Tatsache, dass sich schon mindestens zwei ausgebildete Fachkräfte in Schutzanzügen in westlichen Sonderisolierstationen an Ebola-Patienten infiziert haben, dass dieses Thema – nicht nur von Dir, sondern generell – gerne unterschätzt wird.
    Wir haben mittlerweile Mitte Oktober, es sind nicht mehr 1.000 Tote, sondern 5.000 (mit einer sehr hohen Dunkelziffer), und die WHO befürchtet, dass sich die Infektionsrate weiter steigern wird, bis auf 10.000 Neuinfektionen im Dezenber – pro Woche! Aus Ghana kommen auch schon die ersten Meldungen. Bei den eng verbundenen Ethnien in Westafrika wäre es auch naiv anzunehmen, dass dort einzelne Länder frei von Ebola blieben. Vor diesem aktuellen Szenario ist ein Auftreten von Ebola nicht nur in Deutschland, sondern auch in Südafrika sehr viel wahrscheinlicher geworden. Auch wenn Südafrika vielleicht derzeit immer noch als sichere Bank erscheint, können selbstverständlich keine Prognosen für Dezember abgegeben werden. Ich würde im Augenblick keine Reise nach Afrika planen, und wenn ich eine geplant hätte, die Situation kurz vor Antritt nochmal sehr genau überdenken.
    Zu den genannten Vorkehrungen in Südafrika möchte ich noch kurz anmerken, dass wir hier von extrem kleinen Kapazitäten sprechen. Wir haben in Deutschland keine 50 Betten für Ebolapatienten, in Südafrika werden es nicht Größenordnungen mehr sein. Das reicht also allenfalls für Einzelfälle aus, nicht mal für einen kleinen Ausbruch der Krankheit. Man sollte diesen Beschwichtigungen („Wir sind vorbereitet“) also nicht allzuviel Bedeutung beimessen. Dass wir nicht darauf vorbereitet sind, hat die letzte Grippewelle gezeigt, deren glimpflicher Verlauf allein der Tatsache geschuldet war, dass die Gefährlichkeit des Virus deutlich überschätzt wurde.
    Viele Grüße
    Dennis.

    • Danke Dennis für deine kritischen Anmerkungen. Ich habe ebenfalls viel über Ebola gelesen und die Textabschnitte über die Ansteckungsgefahr stammen aus journalistischer Quelle, die sich auf die Aussagen von Medizinern berufen. Klar, eine Ansteckung ist theoretisch möglich, wenn ein Infizierter z.B in seine Hand niest und diese dann an einer Türklinke abschmiert, ein nächster diese Tür berührt und sich ins Gesicht fasst. Oder aber ein ausgeniesten Tröpfchen landet auf der Lippe eines gesunden Passagiers. Allerdings zählen Husten und Niesen auch nicht zu den typischen Krankheitssymptomen eines Ebola-Infizierten (Quelle: http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/ebola-kommt-das-virus-aus-dem-labor-a-997610.html). Aber Fakt ist eben auch, dass eine Übertragung der Viren erst möglich ist, wenn sich bereits Symptome zeigen…

      Das Ding ist, dass es ziemlich unwahrscheinlich ist, dass jemand mit Symptomen in Westafrika ein Flugzeug betritt und dann z.B. in Johannesburg, Kapstadt (oder auch Frankfurt) den Flughafen wieder verlässt. Zu diesem Thema habe ich auch noch einen weiteren Artikel geschrieben, auf den ich weiter oben auch verlinkt habe. Viel wahrscheinlicher ist es, dass infizierte Patienten ausgeflogen werden und es dann bei der Behandlung in Drittländern zu einer Übertragung kommt, weil z.B. eine Krankenschwester sich nach dem direkten Kontakt mit infizierten Gegenständen die Augen reibt oder an die Nase fasst (wie dies in Spanien der Fall war). Für die Öffentlichkeit besteht in diesem Fall aber kaum Gefahr.

      Es kann natürlich auch der Fall eintreten, dass Infizierte, die sich noch in der Inkubationszeit befinden und die noch keine Symptome zeigen, ein Flugzeug in Westafrika betreten und dann in ein Drittland ausfliegen. In diesem Stadium ist eine Ansteckungsgefahr noch nicht gegeben. In dem Zielland kann es dann – sobald die Symptome sich zeigen und die Krankheit übertragen werden kann – zu einer Ausbreitung des Virus kommen, wenn nicht sofort ein Krankenhaus aufgesucht wird. Aber auch hier gilt: Nur bei direktem Körperkontakt ist eine Ansteckung über infizierte Körperflüssigkeiten (Urin, Kot, Blut, Erbrochenes, Schweiß, …) möglich. Dass man sich auf der Straße ansteckt, ist so gut wie ausgeschlossen. In den Flugzeugen selbst ist eine Ansteckung daher sehr sehr gering, es sei denn es gelingt tatsächlich einem Patienten mit Symptomen, das Flugzeug zu besteigen. Südafrika hat hier vorgesorgt mit ihren Fieberscannern. Auch diese können zwar nicht verhindern, dass tatsächlich einmal jemand durch das Raster fällt und andere ansteckt, mit denen der Patient direkten Kontakt pflegt, aber es minimiert die Wahrscheinlichkeit.

      Aufgrund der fortschrittlichen Gesundheitssysteme in der westlichen Welt wird ein Ausbruch aber höchstwahrscheinlich schnell wieder eingedämmt. Die Medien in den USA spielen mit der Angst, verbreiten Panik, auch um Stimmung gegen die Politik von Obama zu machen. Einige besonders Konservative fordern bereits, die Grenzen dicht zu machen. Das ist natürlich völlig überzogen und fernab jeglicher Vernunft.

      Dass sich Ebola in Westafrika so rasant ausbreitet, liegt vor allem daran, dass dort das Gesundheitssystem maßlos überlastet ist, die Leute und teilweise auch das medizinische Personal unaufgeklärt sind und nachlässiger mit dem Thema Hygiene umgegangen wird. In Monrovia liegen die Leichen tagelang auf der Straße, bis sie endlich eingesammelt und verbrannt werden. Infizierte werden zu Hause auf engstem Raum behandelt, da es keinen Platz in den Isolierstationen gibt. Tote werden von Angehörigen umarmt. Durch den direkten und ungeschützten Kontakt mit Erkrankten verbreitet sich das Virus rasent schnell. Die Helfer kommen längst nicht hinterher mit Desinfektionen, Patienten versorgen, Leichen einsammeln etc.

      Einige Experten gehen davon aus, dass im Dezember der Höhepunkt der Epidemie erreicht wird, sie aber Anfang des neuen Jahres langsam wieder abebbt. Ich hoffe es für die betroffenen Länder.

      Ich bleibe jedenfalls bei meiner Aussage, dass die Gefahr einer Ebola-Erkrankung in Südafrika zwar – wie auch in jedem anderen Land – nicht ausgeschlossen werden kann, sie aber dennoch für Touristen äußerst gering ist und teilweise sogar geringer, als z.B. in Paris oder London, wo sich die Hubs in die ehemaligen westafrikansichen Kolonien befinden.

      Allgemein kann ich nur sagen, dass ich nicht viel von Panikmache halte und die Leute in meinen Artikeln grundsätzlich dazu aufrufe, ihren gesunden Menschenverstand einzusetzen, ob es nun um das Thema Sicherheit und Kriminalität in Südafrika oder auch Ebola, Schweinegrippe & Co. geht.

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